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Studienauftrag für die Rheinuferpromenade vom St. Johannspark bis nach Huningue (F) ist entschieden

Kategorie: Bildung und Forschung, Pharma/Medizin | Eingetragen am 21. September 2007 um 13:15 Uhr

Im Rahmen des Gesamtprojektes „Neunutzung Hafen St. Johann – Campus Plus“ haben die Novartis Pharma AG und das Baudepartement einen Projektwettbewerb durchgeführt und die Ergebnisse im vergangenen März kommuniziert. Die drei erstprämierten Teams haben ihre Vorschläge im Rahmen eines Studienauftrags konkretisiert. Letzte Woche hat das Preisgericht das Projekt „Undine“ zur Weiterbearbeitung empfohlen. Auf dessen Grundlage wird ein entsprechendes Projekt zur Genehmigung der Baukredite an den Regierungsrat und den Grossen Rat erarbeitet.

Im Rahmen des Gesamtprojektes „Neunutzung Hafen St. Johann – Campus Plus“ haben die Novartis Pharma AG und das Baudepartement einen Projektwettbewerb durchgeführt. Ziel ist, entlang dem Rhein die fehlende öffentliche Verbindung zwischen dem St. Johannspark und Huningue zu erstellen. Damit soll eine durchgehende, attraktive Rheinuferpromenade von und nach Frankreich geschaffen werden.

Drei Projektteams, die am ersten Wettbewerb teilgenommen haben, erhielten im vergangenen Frühling den Auftrag, ihre Projekte im Rahmen eines Studienauftrages weiterzubearbeiten. In der vergangenen Woche hat die Jury die Projekte beurteilt und das Projekt „Undine“ zum Sieger gekürt und dem Veranstalter zur Weiterbearbeitung und Ausführung empfohlen. Das Projekt erfüllt in geeigneter Weise die Vorgabe, dass die Basler Bevölkerung ein neues Stück Rheinpromenade bzw. eine attraktive Verbindung dem Rhein entlang bis zur Landesgrenze, resp. bis nach Huningue erhält (siehe unten).

Keine Rangierung der Projekte Projekt „Undine“ Hager Landschaftsarchitektur AG, Zürich Durrer Linggi Architekten, Zürich Roggensinger AG, Ingenieure, Volketswil Staubli Kurath Partner AG, Ingenieure, Zürich

Projekt „Au Bord“ Rotzler Krebs Partner GmbH, Winterthur Baumann Roserens Architekten ETH SIA Zürich Staubli Kurath Partner AG, Ingenieure, Zürich Greenmanagement, Ökologie und Nachhaltigkeit, Zürich

Projekt „Origami“ Irene Lohaus Peter Carl, Landschaftsarchitektur, Hannover (D) Hansjürg Göritz Architektur BDA DWB, Hannover (D) Drewes + Speth, Martin Speth, Ingenieure, Hannover (D) Staubli Kurath Partner AG, Zürich Greenmanagement, Ökologie und Nachhaltigkeit, Zürich

Projekt „Undine“ Die ursprüngliche Idee des Entwurfs wurde beibehalten und unter Berücksichtigung der Baukosten weiterentwickelt. Aus Sicht der Jury gewinnt das Projekt mit Reduktion der Mauerlängen wesentlich an Qualität. Die stufenförmige Abtreppung vom Novartis-Park zum Rheinufer hin verspricht für die verschiedenen Nutzer eine hohe Freiraumqualität. Überzeugend ist die selbstverständliche Erschliessung des Rheinufers für die Öffentlichkeit, Fussgänger wie Fahrradfahrer. Das Preisgericht hebt besonders hervor, dass Bäume und Sträucher gut im Konzept berücksichtigt sind, der Wechsel unterschiedlicher Bodenbeläge ist sehr gelungen. Die Zugänge zum Novartis Campus sind trotz der Sicherheitsanforderungen hervorragend in das Konzept integriert. Insgesamt überzeugt der Entwurf wegen der sensibel aus dem Ort und seinem Umfeld entwickelten Topographie.

Projekt „Au Bord“ Das Projekt konzentriert sich auf drei Gestaltungsmerkmale: eine Mauer mit einzelnen Räumen (z.B. Buvette, Veloparking, öffentliche Toilette etc.), die Rheinpromenade und einem Zaun zur Abgrenzung von öffentlichen und privaten Grünflächen. Bei diesem Projekt überzeugt die Lösung mit der geschwungenen topographischen Kante, die das Flussbett markiert. Die Ausführung dieses markanten Raumprofils in geschichteten Steinplatten erscheint angemessen. Auch überzeugt die Arbeit durch ein klares architektonisches Prinzip.

Die bereits beim ersten Wettbewerb von der Jury geäusserten Bedenken (wegen der etwas militärisch anmutenden Ausgestaltung der Zugänge zu den einzelnen Räumen hin) kann die neue Planung nicht entkräften. Das dritte wesentliche Element, die Abgrenzung zwischen dem privaten und dem öffentlichen Bereich, wirft Fragen auf. An manchen Stellen wird der oben liegende Garten so weit zurück gedrängt, dass das Rheinufer von dort nicht mehr sichtbar ist, oder aber der Zaun rückt in das Blickfeld der Passanten am Uferweg und säumt die Mauerkante durch einen ästhetisch eher unglücklichen Verlauf.

Projekt „Origami“ Der bereits präsentierte städtebauliche Lösungsansatz mit der rheinseitigen Terrasse und einer offenen Landschaftsgestaltung wird in diesem Projekt beibehalten. Dieser Ansatz hat die Jury als wertvolle Idee gewürdigt. Das Projekt hat allerdings aber bei der konkreten Umsetzung Mängel. Die Bedeutung des Rheins als Lebens- und Vernetzungsraum ist nicht ausreichend berücksichtigt worden. Die Jury bedauert, dass es nicht gelungen ist, die perspektivische Grundidee der offenen Landschaft weiterzuentwickeln, und das Thema mit einer entwicklungsfähigen Vorlandgestaltung in Einklang zu bringen.

Weiteres Vorgehen In den kommenden Wochen werden die Auftraggeber – die Novartis AG und das Baudepartement des Kantons Basel-Stadt – die nächsten Schritte anpacken: Neben der Optimierung der Rheinuferpromenade geht es dabei auch um die öffentlichen und privaten Einrichtungen (z.B. Café/Restaurant, Infrastruktur für Rheinschwimmer, Novartis-Velokeller, Novartis-Zugänge, etc.), welche zusammen mit der Rheinuferpromenade verwirklicht werden sollen. Dieser Arbeitsschritt mündet in ein Vorprojekt, welches als Ratschlagsprojekt voraussichtlich gegen Ende des zweiten Quartals 2008 dem Regierungsrat zur Genehmigung vorgelegt werden kann. Der Grosse Rat wird voraussichtlich in der zweiten Hälfte 2008 über die notwendigen Baukredite entscheiden.

Bei positivem Verlauf wird damit die Realisierung einer durchgehenden Rheinuferpromenade vom St. Johann bis zur Landesgrenze – nach dem Rückbau des Hafens St. Johann – ermöglicht. Die Weiterführung auf französischer Seite bis nach Huningue – als Verbindung zur neuen Dreiländerbrücke – ist das erklärte Ziel aller Beteiligten. Wie das Projekt auf der französischen Seite weiterentwickelt und finanziert wird, ist zurzeit noch Gegenstand von Diskussionen und Verhandlungen.



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