Schweiz.biz

Schweiz.biz

Wirtschaftsinformationsdienst für die Schweiz

Schweiz.biz – Wirtschaftsinformationsdienst für die Schweiz » Dätwyler Holding AG: Verkauf des Konzernbereichs Präzisionsrohre – Ausbau der Distributionsaktivitäten



Reiseführer kostenlos anfordern!

Dätwyler Holding AG: Verkauf des Konzernbereichs Präzisionsrohre – Ausbau der Distributionsaktivitäten

Kategorie: Wirtschaft | Eingetragen am 31. März 2008 um 05:54 Uhr

Die Dätwyler Gruppe hat 2007 bei Umsatz und Gewinn erneut Rekordwerte erreicht: Der Nettoumsatz stieg um 17.7% auf CHF 1’429.4 Mio. und der Konzerngewinn sprang auf CHF 219.5 Mio. Auf strategischer Ebene hat Dätwyler 2007 mit dem Verkauf des Konzernbereichs Präzisionsrohre eine bedeutende Weichenstellung vorgenommen und CHF 111.5 Mio. Gewinn aus der Veräusserung erzielt. Mit der Akquisition der schwedischen ELFA Gruppe hat Dätwyler den Handlungsspielraum für akquisitorisches Wachstum in margenstärkeren, weniger zyklischen Geschäftsbereichen bereits gezielt genutzt. Anstelle einer Dividende beantragt der Verwaltungsrat eine Gewinnausschüttung in Form einer Nennwertrückzahlung von CHF 4.95 pro Inhaberaktie. 2008 strebt Dätwyler eine weitere Steigerung bei Umsatz und Konzerngewinn aus operativer Tätigkeit an.

Altdorf, 31. März 2008. Das Jahr 2007 war für die Dätwyler Gruppe in verschiedener Hinsicht ein ausserordentliches Geschäftsjahr. Operativ überzeugten alle Konzernbereiche (KB) mit hohen Wachstumsraten und Rekordresultaten. Auf strategischer Ebene hat Dätwyler mit dem Verkauf des Konzernbereichs Präzisionsrohre eine bedeutende Weichenstellung vorgenommen: Neu fokussiert sich der international tätige Multi-Nischenplayer mit den Basistechnologien Elastomertechnik und Elektrotechnik auf die Märkte Industrie, Bau und Pharma.

Gewinn von Marktanteilen
In den Dätwyler Hauptmärkten Deutschland und Schweiz im Allgemeinen sowie in der Baubranche und der Industrie im Speziellen herrschte 2007 ein äusserst positives Umfeld. Dank den starken Nischenpositionen, intensiver Marktbearbeitung und erfolgreich umgesetzten Wachstumsprojekten gewannen die Dätwyler Unternehmen weitere Marktanteile und profitierten überproportional von der hohen Nachfrage. Substanzielle Verkaufserfolge in den Wachstumsmärkten Osteuropa, Mittlerer Osten und Asien beschleunigten das Wachstum. Der Nettoumsatz (inkl. KB Präzisionsrohre) stieg um 17.7% auf CHF 1’429.4 Mio. (im Vorjahr CHF 1’214.8 Mio.). Davon entfallen CHF 82.3 Mio. oder 6.8% auf Veränderungen des Konsolidierungskreises und der Wechselkurse. Das organische Wachstum betrug 10.9%.

Rekordresultate auf allen Gewinnstufen
Beim Gewinn verzeichnete Dätwyler 2007 wie in den Vorjahren auf allen Stufen Rekordresultate. Dies ist einerseits die Folge der guten Kapazitätsauslastung, weiterer Produktivitätssteigerungen sowie einer verstärkten Nutzung von Fertigungsstandorten in Tiefkostenländern. Anderseits gelang es den Dätwyler Unternehmen, mit innovativen neuen Systemlösungen Kundenprojekte mit höheren Margen zu akquirieren. Beim Betriebsgewinn (EBIT) resultierte eine Steigerung von 52.1% auf CHF 136.9 Mio. (i.V CHF 90.0 Mio.). Damit stellte sich die EBIT-Marge bei 9.6% (i.V. 7.4%) ein und übertraf den Zielwert von 8%.

Der Konzerngewinn 2007 beträgt CHF 219.5 Mio. (i.V. CHF 76.5 Mio.) und gliedert sich wie folgt:
– Gewinn aus Geschäftstätigkeit (inklusive KB Präzisionsrohre) CHF 108.0 Mio. (i.V. CHF 76.5 Mio.).
– Gewinn aus Veräusserung KB Präzisionsrohre CHF 111.5 Mio.

Anstelle einer Dividende beantragt der Verwaltungsrat der Generalversammlung eine Gewinnausschüttung in Form einer Nennwertrückzahlung von CHF 4.95 pro Inhaberaktie und CHF 0.99 pro Namenaktie. Dies entspricht einer Ausschüttungsquote von 38.4%.

Reduktion der industriellen Fertigung – Ausbau der Business-to-Business-Distribution
Nach Evaluation der strategischen Optionen hat Dätwyler den Konzernbereich Präzisionsrohre, der als Rothrist auftritt, per 28. Dezember 2007 an die deutsche Benteler Gruppe verkauft. Der Konzernbereich Präzisionsrohre verfügte über die geringsten Synergien mit dem Rest der Gruppe und war in einem konsolidierten Markt auf Kunden-, Mitbewerber- und Lieferantenseite von sehr grossen, globalen Unternehmen umgeben. Mit der Mitte März 2008 kommunizierten Akquisition der schwedischen ELFA Gruppe hat Dätwyler den Handlungsspielraum für akquisitorisches Wachstum in margenstärkeren, weniger zyklischen Geschäftsbereichen gezielt genutzt. ELFA ist der führende Katalogdistributor für Industrieelektronik und Automation in Skandinavien, im Baltikum und in Osteuropa und hat sich erfolgreich auf hochmargige Produktsegmente fokussiert. Mit rund 400 Mitarbeitenden erwirtschaftet die Gruppe einen Umsatz von rund CHF 180 Mio. sowie einen EBITDA von rund CHF 35 Mio. und trägt vom ersten Jahr zum Gewinn bei. Die ELFA Gruppe bildet eine ideale geografische Ergänzung zum Dätwyler Katalogdistributor Distrelec. Mit Distrelec und ELFA zusammen wird Dätwyler in Kontinentaleuropa zur Nummer zwei im Markt der Katalogdistribution für Industrieelektronik und Automation.

KB Kabel mit Gewinnsprung
Der Konzernbereich Kabel, der als Dätwyler Cables auftritt, verbesserte sich 2007 bezüglich Marktpositionierung, Umsatz und Ergebnis erneut deutlich. Die intensive Marktbearbeitung im In- und Ausland, die weiterhin günstige Konjunktur in den Hauptabsatzmärkten sowie das weltweit stark wachsende Geschäft mit Liftkabelsystemen führten insgesamt zu einem Nettoumsatzwachstum von 20.6% auf CHF 271.2 Mio. (i.V. CHF 224.9 Mio.) und zum Gewinn von Marktanteilen. Der erzielte Betriebsgewinn (EBIT) von CHF 20.6 Mio. (i.V. CHF 6.7 Mio.) bzw. 7.6% des Nettoumsatzes liegt über den bisherigen Erwartungen. Die markante Gewinnsteigerung basiert auf der verstärkten Markt- und Kundenorientierung, einer weiteren Ausdehnung des Systemgeschäfts sowie auf den erfolgreich umgesetzten Massnahmen zur Produktivitätssteigerung. Das Projekt „Best in Class“ zur Steigerung der Produktivität im Hauptwerk Altdorf ermöglichte die Abwicklung des zusätzlichen Volumens ohne nennenswerte Erweiterungsinvestitionen.

KB Gummi: Schwierigkeiten im US-Markt
Der Konzernbereich Gummi, der als Dätwyler Rubber auftritt, erwirtschaftete im Vergleich zum Vorjahr ein Nettoumsatzwachstum von 9.5% auf CHF 153.9 Mio. (i.V. CHF 140.5 Mio.). Der operative Betriebsgewinn (EBIT) stieg – vor Sonderabschreibungen im NAFTA-Raum – auf CHF 12.3 Mio. (i.V. CHF 9.1 Mio. bereinigt um Brandfall Frankreich). Dies entspricht einer operativen EBIT-Marge von 8.0%. Unter Berücksichtigung der Sonderabschreibungen ergibt sich ein EBIT von CHF 8.7 Mio. bzw. eine EBIT-Marge von 5.7% (i.V. 4.7%). Bei den Dichtungslösungen für den Fahrzeugbau kämpft das Werk in den USA nach wie vor mit den schwierigen Bedingungen auf dem amerikanischen Markt. Um die Situation zu verbessern und die Bearbeitung des NAFTA-Raums zu verstärken, wird Dätwyler Rubber im Verlauf von 2008 einen Produktionsstandort in Mexiko in Betrieb nehmen. Wie im Halbjahresbericht kommuniziert, hat das Unternehmen im Berichtsjahr unter anderem wesentliche Vorleistungen für einen ab 2008 langfristig wirksamen Grossauftrag erbracht. Der Vertrag dazu wurde im Januar 2008 definitiv unterzeichnet. Das erwartete Jahresvolumen bei voller Serienproduktion beträgt über CHF 30 Mio.

KB Präzisionsrohre mit grossen Produktivitätsfortschritten
Dem Konzernbereich Präzisionsrohre, der als Rothrist auftritt, gelang es in einem relativ stabilen Umfeld dank intensiver Marktbearbeitung, den Nettoumsatz im Vergleich zum Vorjahr um 16.8% auf CHF 255.9 Mio. (i.V. CHF 219.1 Mio.) zu steigern. Ein besonders dynamisches Wachstum verzeichneten die Anwendungen im Industriegeschäft, insbesondere die Hydraulikzylinderrohre. Dank grossen Produktivitätsfortschritten hat Rothrist das Volumenwachstum mit nahezu unverändertem Personalbestand bewältigt. Gleichzeitig konnte das Unternehmen die Preiserhöhungen bei den Rohmaterialien überwiegend an die Kunden weitergeben. In der Summe führte dies beim Betriebsgewinn (EBIT) zu einem Sprung auf CHF 25.7 Mio. (i.V. CHF 12.2 Mio.) und einer Erhöhung der EBIT-Marge auf 10.0% (i.V. 5.6%).

KB Pharmazeutische Verpackungen auf Wachstumskurs
Der Konzernbereich Pharmazeutische Verpackungen, der als Helvoet Pharma auftritt, hat 2007 den Wachstumskurs fortgesetzt. Der Nettoumsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 8.0% auf CHF 260.8 Mio. (i.V. CHF 241.4 Mio.). Damit übertraf das erzielte organische Wachstum dieses nicht zyklischen Geschäfts das Marktwachstum der pharmazeutischen Industrie. Der Betriebsgewinn (EBIT) stellte sich mit CHF 29.4 Mio. um 9.7% höher ein als im Vorjahr (CHF 26.8 Mio.). Allerdings blieb die EBIT-Marge mit 11.3% (i.V. 11.1%) aufgrund höherer Personal- und Rohstoffkosten hinter den Erwartungen zurück. Helvoet Pharma hat das Berichtsjahr genutzt, um das Geschäft mit strategischen Grosskunden weiter auszubauen. So ist die Liefervereinbarung über zehn Jahre mit dem amerikanischen Pharma- und Medizintechnikunternehmen Hospira Inc. erfolgreich angelaufen. Die planmässige Erweiterung des Produktionsstandorts Alken hat 2007 ebenfalls begonnen. Die Bauarbeiten dauern bis ins zweite Halbjahr 2008. Weiter hat Helvoet Pharma eine funktionale Organisationsstruktur mit weltweit verantwortlichen Key Account Managern für die grossen Pharmakunden etabliert.

Nutzen von Synergiepotenzial im KB Technische Komponenten
Der Konzernbereich Technische Komponenten profitierte 2007 von den im Vorjahr abgeschlossenen Umstrukturierungen. Die starke operative Basis erlaubte es dem Konzernbereich, das gute wirtschaftliche Umfeld voll zu nutzen und den Nettoumsatz im Vergleich zum Vorjahr um 25.2% auf CHF 491.1 Mio. (i.V. CHF 392.1 Mio.) zu steigern. Bereinigt um die Veränderungen im Konsolidierungskreis (Akquisition von Revol und Proditec per Anfang 2007, Verkauf von Dätwyler i/o devices per Mitte 2006) ergab sich ein Umsatzwachstum von 10.1 %. Aufgrund der guten Auslastung und dem Beitrag von Revol und Proditec resultierte beim Betriebsgewinn (EBIT) eine Zunahme von 45.2% auf CHF 48.8 Mio. (i.V. CHF 33.6 Mio.). 2007 sind Dätwyler per Anfang Jahr zwei strategiekonforme Akquisitionen gelungen. Im Fachhandel hat Maagtechnic die französische Revol Gruppe (Region Rhône-Alpes/FR und Tschechien) mit einem Umsatz von rund CHF 50 Mio. übernommen. Im Versandhandel konnte Distrelec die Schweizer Proditec mit einem Umsatz von rund CHF 25 Mio. akquirieren. Die Integration der beiden Unternehmen und die aktive Nutzung des Synergiepotenzials verlaufen plangemäss.

Aussichten
Aufgrund der starken Nachfrage zu Jahresbeginn ist Dätwyler optimistisch, dass 2008 das gute Umfeld in den relevanten Industriemärkten anhält. Die Gruppe ist zuversichtlich, dass sie sowohl Umsatz als auch Konzerngewinn aus operativer Tätigkeit weiter steigern kann. Sollte sich das Wirtschaftswachstum in Europa wider erwarten verlangsamen, würde dies das Wachstumspotenzial der Dätwyler Unternehmen leicht begrenzen. Mittelfristig ist Dätwyler überzeugt, dass die Gruppe als Multi-Nischenplayer über die richtige strategische Ausrichtung und ein starkes operatives Fundament für nachhaltig profitables Wachstum verfügt.

Quelle: Dätwyler Holding AG



Einen Kommentar hinterlassen - nur für registrierte Benutzer.