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Halbjahresergebnis 2008 der Bachem Gruppe

Kategorie: Forschung, Pharma/Medizin | Eingetragen am 15. August 2008 um 05:31 Uhr

Positive Entwicklung in allen Geschäftsbereichen beeinträchtigt durch Bedarfskorrektur für einen bedeutenden Umsatzträger sowie Dollarschwäche

  • Forschungschemikalien und Generika mit zweistelligem Umsatzzuwachs in den lokalen Märkten
  • Hohe Lagerbestände beim Kunden verzögern geplante Lieferungen einer wichtigen New Chemical Entity; bei ansonsten ungebrochener Dynamik der NCEs führt dies zu einem leichten Umsatzrückgang bei den Wirkstoffen insgesamt
  • Gesamtumsatz gegenüber dem Rekord im ersten Halbjahr 2007 in lokalen Währungen mit 0.7% leicht im Plus, in CHF führt Dollarschwäche zu einem Minus von 4.1%
  • Operative Marge unverändert bei hohen 37.1%, Reingewinnmarge auf 29.7% gesteigert
  • Für das Gesamtjahr 2008 Umsatzwachstum voraussichtlich etwas geringer als letzte Prognose, operative Marge leicht unter der des ersten Halbjahrs erwartet
  • Langfristige Prognose aufrecht erhalten

Bubendorf, Schweiz, 15. August 2008 – Der Umsatz der Bachem Gruppe (SWX: BANB) erreichte in den ersten sechs Monaten des Jahres 2008 CHF 98.7 Mio. und lag damit in CHF um 4.1% unter dem Halbjahresrekordumsatz 2007. In lokalen Währungen konnte der Umsatz leicht um 0.7% gesteigert werden. Gegenüber dem zweiten Halbjahr 2007 stieg der Umsatz um 3.5% in CHF bzw. um 8.7% in lokalen Währungen.

Rolf Nyfeler, CEO von Bachem, kommentierte: „Das Ergebnis resultiert aus drei wesentlichen Entwicklungen. Grundsätzlich hat sich auch im ersten Halbjahr die Dynamik des gesamten Geschäftsportfolios fortgesetzt. Für eine umsatzmässig wichtige New Chemical Entity mussten allerdings angesichts hoher Lagerbestände beim Kunden die geplanten weiteren Lieferungen aufgeschoben werden, mit der Folge von entsprechenden signifikanten Umsatzausfällen. Zudem belastete die anhaltende Dollarschwäche den Umsatz in CHF.“

Unter geographischen Gesichtspunkten bestätigte sich die zunehmende Belebung des Europageschäfts mit einem Umsatzplus von 19.0% in CHF (19.9% in lokalen Währungen), während der erwähnte Umsatzausfall die USA betraf und ein Umsatzminus von 37.3% in CHF bzw. 27.4% in lokalen Währungen zur Folge hatte.

Trends in den wichtigsten Geschäftsbereichen

Die Bedarfskorrektur eines Kunden für eine NCE im amerikanischen Markt resultierte in einem Umsatzrückgang des Wirkstoffgeschäfts um 6.6% in CHF bzw. um 2.6% in lokalen Währungen. Die positive Entwicklung der NCEs im europäischen Markt mit einer Steigerung um über 50% sowie der Generika – sowohl der peptidischen als auch der nicht peptidischen Substanzen, beide mit zweistelligen Zuwachsraten –, konnte den Umsatzausfall zum grössten Teil kompensieren.

Die Forschungschemikalien legten deutlich zu, in CHF um 6.8%, in lokalen Währungen um 15.2%. Das Wachstum wurde durch beide Teilbereiche – Katalogprodukte und Kundensynthesen – getragen, wobei letztere mit einer sehr erfreulichen Entwicklung sowohl in Europa als auch in den USA Hauptwachstumstreiber waren.

Operative Marge unverändert auf hohem Niveau

Trotz des kurzfristigen Umsatzrückgangs bei den NCEs und der ungünstigen Entwicklung der Wechselkurse, allen voran des US-Dollars, blieb die operative Marge im ersten Halbjahr 2008 unverändert auf dem hohen Niveau von 37.1%. Der EBIT verringerte sich dabei im Vergleich zum Vorjahr um 4.3% von CHF 38.2 Mio. auf CHF 36.6 Mio. Währungsbereinigt legte der EBIT um 2.8% zu und die operative Marge betrug 37.9%.

Zwischen den einzelnen Kostenblöcken gab es im Vergleich zur entsprechenden Vorjahresperiode nur geringe Verschiebungen. Die Kosten der verkauften Produkte beliefen sich auf CHF 44.2 Mio. oder 44.8% des Umsatzes (1. Halbjahr 2007: 44.9%). Der deutlich tiefere Umsatz mit dem bereits erwähnten für Bachem wichtigen Produkt hatte keinen Einfluss auf die Kostenstruktur, so dass die Bruttomarge trotz einer signifikanten Verschiebung im Produktemix nahezu konstant geblieben ist (55.2% im Vergleich zu 55.1% in der Vorjahresperiode).

Die Marketing- und Vertriebskosten reduzierten sich, zum grössten Teil währungsbedingt, von CHF 5.8 Mio. im Vorjahr auf CHF 5.4 Mio. Somit betragen sie noch 5.4% des Umsatzes im Vergleich zu 5.7% in der Vorjahresperiode. Die Forschungs- und Entwicklungskosten blieben mit CHF 2.6 Mio. oder 2.6% des Umsatzes in etwa konstant. Die Verwaltungskosten lagen nahezu unverändert bei CHF 10.0 Mio. und stiegen im Verhältnis zum Umsatz leicht von 9.8% auf 10.1%.

Im ersten Halbjahr 2008 hat sich der Personalbestand von Bachem um 38 auf 689 Vollzeitstellen erhöht. In der Schweiz wurden am Standort Bubendorf 26 und bei der Sochinaz in Vionnaz 7 neue Stellen geschaffen. In den USA kamen in den ersten sechs Monaten des Jahres 5 Vollzeitstellen hinzu. Der Personalbestand wurde somit hauptsächlich an den zwei Schweizer Standorten erhöht, die gegenwärtig das grösste Wachstum aufweisen. Der Personalaufwand stieg in der Folge um 5.4% und belief sich auf CHF 36.2 Mio., was 36.7% des Umsatzes entspricht.

Aufgrund der anhaltenden Investitionstätigkeit nahmen die Abschreibungen und Amortisationen von 5.6% auf 6.2% des Umsatzes zu. Sie betrugen in den ersten sechs Monaten 2008 CHF 6.1 Mio. im Vergleich zum CHF 5.7 Mio. in der Vorjahresperiode.

Reingewinnmarge auf 29.7% ausgebaut

Die Reingewinnmarge hat sich in der Berichtsperiode weiter verbessert und betrug 29.7% im Vergleich zu 29.2% im ersten Halbjahr 2007. Der Reingewinn der ersten sechs Monate 2008 belief sich auf CHF 29.3 Mio. im Vergleich zu CHF 30.1 Mio. in derselben Periode des Vorjahres. Somit resultierte ein Gewinn pro Aktie (EPS) von CHF 2.19.

Der anteilige Verlust aus assoziierten Gesellschaften betrug in der Berichtsperiode CHF 1.1 Mio. In der Vorjahresperiode war hier noch ein negatives Ergebnis im Umfang von CHF 1.8 Mio. zu verzeichnen.

Das Finanzergebnis liegt mit minus CHF 1.5 Mio. deutlich unter demjenigen des Vorjahres von CHF 4.0 Mio. Zum Verlust trug hauptsächlich das negative Fremdwährungsergebnis von CHF 1.7 Mio. bei, ohne das ein positives Netto-Finanzergebnis von CHF 0.2 Mio. verbleibt. Im Vorjahr waren im Finanzergebnis noch grössere Gewinne aus dem Verkauf von Wertschriften enthalten.

Der Steueraufwand in den ersten sechs Monaten 2008 betrug nur CHF 4.8 Mio. (1. Halbjahr 2007: CHF 10.4 Mio.). Die Steuerrate lag somit bei 14.0% gegenüber 25.7% in der entsprechenden Vorjahresperiode. Wesentlich hat hierzu die Unternehmenssteuerreform im Kanton Basel-Landschaft beigetragen, die auf Anfang 2008 effektiv wurde. In der Berichtsperiode konnte neben dem nachhaltigen Effekt einer tieferen Steuerrate für die Berechnung der laufenden Steuern auch eine Reduktion der latenten Steuerverbindlichkeiten verbucht werden. Der in diesem Halbjahresabschluss erfasste Effekt beträgt rund CHF 1.8 Mio. und hat einen positiven Einfluss auf die Steuerrate im Umfang von 5.3 Prozentpunkten. Ohne diesen Effekt läge die Steuerrate bei 19.3%. Zudem waren in der Berichtsperiode anteilmässig höhere Gewinne in Steuerhoheiten mit tiefer Steuerrate zu verzeichnen als in der entsprechenden Vorjahresperiode, was sich ebenfalls positiv auf die Steuerrate auswirkte.

Cashflow und Investitionen

Der Geldfluss aus Geschäftstätigkeit des ersten Halbjahres belief sich auf CHF 12.1 Mio. oder 12.2% des Umsatzes. Darin ist eine Erhöhung des Nettoumlaufvermögens um CHF 24.9 Mio. enthalten. Sowohl beim Lager als auch bei den Forderungen waren deutliche Zunahmen zu verzeichnen, während sich die Verbindlichkeiten reduzierten. Per Ende Jahr sollten sich diese Effekte wieder etwas normalisieren.

Aufgrund der anhaltend guten Aussichten wurden im ersten Halbjahr 2008 CHF 18.6 Mio. in Sach- und immaterielle Anlagen investiert. Dies entspricht 18.9% des Umsatzes. Die Ausbauprojekte befinden sich alle auf Kurs. Die Hauptausbauaktivität betrifft dieses Jahr wiederum den Standort in Bubendorf, wo per Mitte Jahr bereits CHF 14.5 Mio. investiert wurden. Obwohl dieses Jahr auch ein grösserer Ausbauschritt bei der Sochinaz geplant ist, wurden in Vionnaz im ersten Halbjahr erst CHF 2.3 Mio. für Investitionen in Sachanlagen ausgegeben. Der Grossteil der Investitionen in Vionnaz folgt im zweiten Halbjahr. In den USA betrugen die Investitionen in Sachanlagen CHF 1.5 Mio.

Im Bereich der Finanzierungstätigkeit war die Dividendenausschüttung von CHF 40.3 Mio. sowie Verkäufe von eigenen Aktien im Umfang von CHF 10.2 Mio. zu verzeichnen. Insgesamt führten diese Aktivitäten zu einem Rückgang der flüssigen Mittel gemäss Definition im Cashflow Statement um CHF 36.4 Mio. auf CHF 35.2 Mio.

Ausblick

Angesichts der allgemein anhaltenden Wachstumsdynamik in allen Geschäftsbereichen des Unternehmens geht Bachem von einer weiterhin deutlich positiven Entwicklung des Geschäfts aus. Der Auftragsbestand liegt nach wie vor auf dem hohen Niveau des Jahresendes 2007. Die Erfolge auf dem Gebiet der Kundensynthese bilden eine solide Basis für neue NCE-Projekte mit wachsendem Bedarf an Wirkstoffmengen und Dienstleistungen. Bei den Generika tragen neben den bewährten Peptidwirkstoffen verstärkt auch die nichtpeptidischen Substanzen der Sochinaz zu Umsatzwachstum und Ergebnis bei. Auch die Anstrengungen, die Chancen im europäischen Markt verstärkt zu nutzen, versprechen weitere Impulse für das Geschäft. Zwar werden die genannten hohen Lagerbestände einer wichtigen NCE zu Umsatzausfällen in den USA führen, die Rahmenbedingungen des Geschäfts insgesamt sind aber so positiv, dass die angestrebten mittel- bis langfristigen Wachstumsziele beibehalten werden. So wurde auch Anfang August 2008 am Standort Bubendorf der Kauf einer benachbarten Gewerbefläche vereinbart, der die erforderlichen Landreserven für das am Hauptstandort des Unternehmens erwartete Wachstum nach 2012 sichert.

Für das gesamte Jahr 2008 geht Bachem vorbehaltlich unvorhergesehener Ereignisse von einem Umsatzwachstum in lokalen Währungen knapp unterhalb des angestrebten Bereichs von 8% bis 12% aus. Für die operative Marge wird die bisherige Prognose von 33% bis 37% beibehalten. Für das Gesamtjahr 2008 wird eine etwas niedrigere Betriebsgewinnmarge erwartet als im ersten Halbjahr 2008. Die langfristige Prognose für die Entwicklung des Unternehmens (durchschnittliches jährliches Umsatzwachstum 8% bis 12% in lokalen Währungen) bleibt unverändert.

Quelle: Bachem



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