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Die Ruhe vor dem Sturm

Kategorie: Finanzen | Eingetragen am 28. Oktober 2008 um 15:01 Uhr

Im dritten Quartal 2008 trennte sich die Spreu vom Weizen in Zentral& und Osteuropa. Auf der einen Seite stehen die Kandidaten die dem Euroraum früher beitreten werden und auf der ande& ren Seite die Länder, die erwartungsgemäss den Beitritt zu einem späteren Zeitpunkt schaffen werden.

Märkte
Aufgrund der anhaltenden unerfreulichen Inflationsentwicklung in der Region sahen sich die russischen, die rumänischen und die türkischen Zentralbanken gezwungen, ihre Leitzinsen zu Beginn des Quartals ein letztes Mal zu erhöhen. Damit fand aber der kräftige Zinserhöhungszyklus ein Ende. Im Anschluss daran gaben die Zinsen in den Monaten Juli und August in allen Ländern über die gesamte Zinsstrukturkurve massiv nach, da die globalen Abschwächungstendenzen auch die Wachstumsaussichten in Zentral- und Osteuropa eintrübten.

Im September überraschte Polens Ministerpräsident Donald Tusk die Märkte mit seiner Absicht, bereits im Jahr 2011 dem Euroraum beitreten zu wollen. Wenn auch 2012 ein wesentlich realistischer Zeitpunkt sein dürfte, so gaben die polnischen Kapitalmarktzinsen im Anschluss daran erneut nach, um sich weiter dem Euroniveau anzunähern. Von solchen Konvergenzfantasien profitierte auch der tschechische Kapitalmarkt, da Tschechien ebenso als aussichtsreicher Beitrittskandidat in der Region gilt. Gepaart mit Zinssenkungsfantasien gaben hier die Zinsen speziell am kurzen Ende der Zinsstrukturkurve deutlich nach, weshalb das Renditeniveau erneut unter demjenigen des Euroraums lag. Das Lager der späten Beitrittskandidaten (Ungarn und Rumänien) verzeichnete hingegen Zinsanstiege, da das Erreichen der Konvergenzkriterien in absehbarer Zeit entfernt scheint. In Russland wiederum erhöhten sich aufgrund des Georgienkonflikts die Risikoprämien, weshalb die Zinsen zwischen 50 und 100 Basispunkten anstiegen.

Währungsseitig verlor der russische Rubel aus dem gleichen Grund knapp 9% gegenüber dem US-Dollar. Nach der starken Aufwertung in den Vormonaten kam es aber auch in den restlichen Ländern Zentral- und Osteuropas zu Gewinnmitnahmen. So verlor die tschechische Krone während der Berichtsperiode gegenüber dem Euro 2.6% an Wert und damit nur unwesentlich weniger als beispielsweise der rumänische Leu (-2.9%). Einzig die türkische Lira konnte sich gegenüber dem Euro um fast 7% aufwerten, nachdem das Gerichtsverfahren gegen ranghohe Mitglieder der regierenden Partei eingestellt wurde.

Fondsperformance
Im dritten Quartal 2008 betrug die Performance des Fonds 3.7%. In der gleichen Zeitperiode erzielte der Vergleichsindex eine Rendite von 5.2%. Staatsanleihen aus dem Euroraum warfen in den Monaten Juli bis September eine Rendite von 3.9% ab.

Aufgrund der weiteren Eintrübung des US-Wirtschaftsausblicks und der damit verbundenen globalen Abschwächungstendenzen, hielten wir wie schon in den Vorquartalen an unserer vorsichtigen Positionierung fest, weshalb wir nur unterproportional von der Rallye an den Märkten Zentral- und Osteuropas profitieren konnten.

Quelle: Vontobel



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