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Neue Strategie und Reorganisation: Die BCV bestätigt ihre Ambitionen

Kategorie: Finanzen | Eingetragen am 25. November 2008 um 07:21 Uhr

Gestützt auf das Geschäftsmodell einer regional verankerten Universalbank, das sowohl dem kantonalen Auftrag Rechnung trägt als auch den Ambitionen entspricht, wird die Bank ihre strategische Entwicklung in jenen Bereichen vorantreiben, die seit jeher ihre Stärken darstellen: Dienstleistungen für die Waadtländer Privatkunden und KMU sowie private und institutionelle Vermögensverwaltung. Mit dieser klaren Zielsetzung will die BCV Marktanteile gewinnen. Sie reorganisiert sich deshalb mit vier verstärkt auf den Kunden ausgerichteten Frontbereichen und einer weiteren Division, die sich ausschliesslich mit der Kreditanalyse und -vergabe befasst.

Ein solides Fundament
Seit der schweren Krise von 2001/2002 hat sich die BCV deutlich erholt. Nachdem sie ihre Bilanz saniert, ihre Finanzlage ausgeglichen und alle Beteiligungen im Ausland veräussert hat, verfügt sie heute über bedeutende Stärken: ein modernes Zweigstellennetz, ein verstärktes Branding und die Treue ihrer Kunden. Mit der Durchführung des 2006 lancierten Projekts „CroisSens“ vermochte sie in einem harten Wettbewerbsumfeld die infolge der Krise erlittenen Verluste von Marktanteilen einzudämmen und den Grundstein für ein nachhaltiges Wachstum zu legen. Nachdem sie ihre strategische und finanzielle Wende erfolgreich gemeistert hat, wird sich die BCV künftig auf ihre kommerzielle Entwicklung konzentrieren.

Ein bewährtes Geschäftsmodell
Die Prüfung verschiedener strategischer Alternativen durch die leitenden Organe hat ergeben, dass das Modell der Universalbank mit regionaler Verankerung – Fokussierung auf die traditionellen Bankbereiche ergänzt durch eine begrenzte Diversifizierung, beispielsweise in Trade Finance oder mit e-SIDER.COM – für die nächsten Jahre das am besten geeignete Geschäftsmodell für die BCV ist, um das Gewinnwachstum zu gewährleisten. Darauf bauend, will die BCV ihre Marktstellung als Universalbank im Kanton Waadt ausbauen.

Klare Prioritäten für die Entwicklung
Im Bestreben, ihr Wachstum und ihr Risikoprofil zu optimieren, definiert die Bank die Prioritäten für die Entwicklung der einzelnen Geschäftsfelder neu. Sie formuliert folgende Hauptziele:

  • Dem Retail Banking sollen insbesondere im Bereich Hypothekarkredite dank Effizienzsteigerung und Nutzung des Potenzials der breiten Kundenbasis neue Impulse verliehen werden.
  • Wachstum im Vermögensverwaltungsgeschäft für private (hauptsächlich im Kanton Waadt) und institutionelle Kunden (gesamtschweizerisch).
  • Das Geschäft mit KMU soll ausgebaut werden.
  • Deutlicher Abbau der Risiken im Eigenhandel; dafür will sich die Bank verstärkt auf das Kundengeschäft konzentrieren. Der Eigenhandel mit Aktienderivaten wird aufgegeben.
  • Rentabilitätssteigerung und Entwicklung in den Bereichen Trade Finance und Grossunternehmen im Einklang mit dem Risikoprofil der Bank.

Der Rhythmus der Umsetzung dieser strategischen Neuausrichtung wird durch das wirtschaftliche Umfeld beeinflusst.

Effizientere Geschäftsabwicklung im Dienste der Kunden
In der Überzeugung, dass in einer „reifen“ Dienstleistungsbranche wie dem Bankgeschäft die Qualität der Geschäftsabwicklung einen ausschlaggebenden Differenzierungs- und Erfolgsfaktor darstellt, wird die Bank eine Reihe interner Initiativen ins Leben rufen, mit denen die Arbeitsabläufe vereinfacht, die Weiterbildung der Mitarbeiter gefördert, die Dienstleistungsqualität verbessert und der kommerzielle Ansatz dynamisiert werden sollen. Dieses Optimierungsprogramm betrifft alle Geschäftsbereiche der Bank und wird sich über mehrere Jahre erstrecken.

Stabile, hohe Dividende und Optimierung der Eigenmittel
Die neue Strategie der Bank sollte die Stabilität ihrer Finanzergebnisse und ein nachhaltiges Wachstum gewährleisten. Ziel ist die Ausschüttung einer stabilen und leicht steigenden ordentlichen Dividende, zwischen CHF 20.- und CHF 25.- pro Aktie je nach Geschäftsentwicklung.
Das aktive Management der Eigenmittel gehört zu den Prioritäten der neuen Strategie: Die Bank wird ihre Eigenmittelausstattung optimieren, indem sie in den kommenden Jahren jedes Jahr eine Zusatzausschüttung von CHF 10.-/pro Aktie auszahlen wird.
Sofern sich das wirtschaftliche Umfeld oder die Geschäftslage der Bank nicht erheblich verändern, sollte dieses Ausschüttungsniveau über 5 bis 6 Jahre hin gewährleistet sein. Die Bank dürfte ihre Eigenmittelbasis somit auf 145% der reglementarischen Erfordernisse (EBK-Vorschriften) zurückführen.
Die Gruppe hat sich zum Ziel gesetzt, ihren Betriebsertrag dank der neuen Strategie um 4-5% p.a. und ihren Bruttogewinn um 5-8% p.a. zu steigern. Längerfristig werden eine Eigenkapitalrendite (ROE) von 13-14%, eine Cost-Income-Ratio von 57-59% und eine Tier 1 Ratio von 12% (im heute geltenden regulatorischen Umfeld) angestrebt. Kurzfristig, insbesondere 2009 und 2010, werden die Kennzahlen und Ergebnisse der Bank unter dem Einfluss der gegenwärtigen Finanz- und Wirtschaftskrise stehen. Deshalb muss betont werden, dass die neuen Entwicklungsziele über eine Zeitspanne von mehreren Jahren hinaus verfolgt werden.

Kundenorientierte Organisation
Die strategische Weichenstellung ruft logischerweise nach einer Reorganisation. Vier Frontbereiche sind ausgesprochen kundenorientiert. Neu wird eine Division „Private Banking*“ gegründet. Die Spezialisierung dieser Division dürfte sich positiv auf die Kundenakquisition und -bindung auswirken. Ausserdem wird eine Division „Asset Management / Trading*“ geschaffen, in der die institutionelle Vermögensverwaltung, die Anlagepolitik und einzelne Aktivitäten der ehemaligen Division Trading zusammengefasst werden. Die Division Retail Banking besteht unverändert weiter. Auch die Division Corporate Banking wird beibehalten, gibt jedoch den Bereich Kreditanalyse und -vergabe an die neue Division „Kredite*“ ab, die vom derzeitigen Chief Credit Officer (CCO) der Bank geleitet werden wird. Somit erfolgt die Führung des Kreditgeschäfts künftig direkt auf der Stufe der Generaldirektion. Diese Neuerung widerspiegelt die Bedeutung der Kreditentscheide in der neuen Organisationsstruktur.

Zwei neue Generaldirektoren
Der Verwaltungsrat hat Serge Meyer zum Generaldirektor und Leiter der neuen Division „Kredite*“ ernannt. Thomas W. Paulsen, bisheriger Chief Risk Officer der Bank, wurde zum Generaldirektor ernannt; als neuer CFO steht er der Division Finanz- und Risikomanagement vor. Die beiden neuen Generaldirektoren werden ihr Amt am 1. Januar 2009 antreten. Für die Divisionen „Private Banking*“ und „Asset Management / Trading*“ wurden noch keine Leiter ernannt. Diese Divisionen werden erst geschaffen, wenn ihre Leiter ihr Amt antreten. Christopher E. Preston, Generaldirektor der gegenwärtigen Division Wealth Management, wechselt Ende März 2009 innerhalb der Gruppe als neuer CEO zur Tochtergesellschaft Banque Piguet & Cie S.A. Er ist damit betraut, deren Geschäftsentwicklung energisch voran zu treiben. Olivier Cavaleri, derzeitiger Generaldirektor der Division Trading, hat beschlossen, seiner Laufbahn ausserhalb der BCV eine neue Richtung zu geben. Der Verwaltungsrat und die Generaldirektion danken Christopher E. Preston und Olivier Cavaleri für ihr unermüdliches Engagement im Dienste der Bank und wünschen ihnen viel Erfolg für ihre weitere Karriere.

* Die Bezeichnungen der neuen Divisionen sind noch provisorisch.

Quelle: Banque Cantonale Vaudoise



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