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Unternehmen die Aktionärsanträge zurückziehen. Die Anträge werden indessen bei Novartis (24. Februar 2009) und ABB (5. Mai 2009) aufrechterhalten.

Kategorie: Finanzen | Eingetragen am 23. Januar 2009 um 05:55 Uhr

Ethos hat im September 2008 zusammen mit acht Schweizer Pensionskassen bei ABB, Credit Suisse Group, Nestlé, Novartis und UBS einen sogenannten Say-on-Pay-Aktionärsantrag gestellt. Dieser verlangt eine Konsultativabstimmung der Generalversammlung über den Bericht der Management-Vergütungen. Nach Gesprächen mit Ethos lassen nun die drei Unternehmen Credit Suisse Group, Nestlé und UBS ihre nächsten ordentlichen Generalversammlungen über das Vergütungssystem oder einen Vergütungsbericht abstimmen. Ethos und die acht Pensionskassen werden bei diesen drei Unternehmen die Aktionärsanträge zurückziehen. Die Anträge werden indessen bei Novartis (24. Februar 2009) und ABB (5. Mai 2009) aufrechterhalten.

Ethos ist erfreut, dass drei Unternehmen den Aktionärinnen und Aktionären freiwillig das Recht einräumen, sich zu den Vergütungen der Führungsinstanzen zu äussern. Dies ist ein Schritt in Richtung besserer Selbstregulierung im Bereich der Management-Vergütungen und stärkerer Aktionärsdemokratie in der Schweiz.

UBS wird über das Vergütungssystem für das Jahr 2009 abstimmen lassen, während Credit Suisse Group und Nestlé eine Abstimmung zum Vergütungsbericht 2008 vorschlagen werden. In allen Fällen wird die Generalversammlung konsultativ abstimmen, da das Schweizer Recht gegenwärtig keine bindende Abstimmung zulässt. Ethos ist dennoch überzeugt, dass die Konsultativabstimmung dem Management ein aussagekräftiges Signal zu den Vergütungen geben wird.

In jedem Fall werden die drei Unternehmen im Vorfeld zu den Generalversammlungen genügend Informationen offenlegen müssen, damit sich die Aktionärinnen und Aktionäre zum Vergütungssystem oder –bericht äussern können. Ethos wird seinerseits die vorgeschlagenen Vergütungspolitiken analysieren und seinen Richtlinien (auf www.ethosfund.ch verfügbar) entsprechende Abstimmungsempfehlungen abgeben.

Ethos hofft, dass die Entscheidung von Credit Suisse Group, Nestlé und UBS die beiden Unternehmen Novartis und ABB dazu veranlassen wird, ebenfalls eine Abstimmung über das Vergütungssystem oder den Vergütungsbericht durchzuführen. Ethos hat kürzlich eine Unterstützungsgruppe für die Say-on-Pay-Aktionärsanträge gegründet. Dieser gehören bereits dreissig Schweizer und internationale Institutionen an, die zusammen ein Gesamtvermögen von 250 Milliarden Franken verwalten. Die Liste der Unterzeichner ist auf www.ethosfund.ch offengelegt.

Ethos und die acht Pensionskassen halten die Say-on-Pay-Anträge bei Novartis (24. Februar 2009) und ABB (5. Mai 2009) aufrecht. Sie rufen alle Aktionärinnen und Aktionäre dieser Unternehmen dazu auf, für diese Anträge zu stimmen.

Ethos Stiftung

Die Ethos Stiftung zählt ca. 80 Mitglieder, vor allem schweizerische Pensionskassen. Die Stiftung fördert die Berücksichtigung von Grundsätzen für nachhaltige Entwicklung und Best-Practice-Regeln für Corporate Governance bei der Anlagetätigkeit.

Die Stiftung ist Eigentümerin des Unternehmens Ethos Services. Ethos Services betreut Beratungs- und Vermögensverwaltungsmandate für nachhaltige Anlagen. Die verschiedenen Fonds und Aufträge von Ethos entsprechen derzeit einem verwalteten Vermögen von 1,6 Milliarden Franken. Ethos Services bietet zudem institutionellen Investoren unter anderem Analysen von Generalversammlungen und Stimmempfehlungen, eine administrative Unterstützung bei der Ausübung der Stimmrechte sowie ein Programm für den Dialog mit Unternehmen an.

Ferner ist Ethos Mitglied verschiedener internationaler Gruppen von institutionellen Anlegern, die sich aktiv am Dialog mit grossen Konzernen und Gruppierungen wie Carbon Disclosure Project (CDP), Institutional Investors Group on Climate Change (IIGCC), Pharma Shareowners Group (PSG) und Extractive Industries Transparency Initiative (EITI) beteiligen.

Quelle: Ethos Stiftung



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