Schweiz.biz

Schweiz.biz

Wirtschaftsinformationsdienst für die Schweiz

Schweiz.biz – Wirtschaftsinformationsdienst für die Schweiz » Vontobel Fund – Global Trend New Power



Reiseführer kostenlos anfordern!

Vontobel Fund – Global Trend New Power

Kategorie: Finanzen | Eingetragen am 26. Januar 2009 um 16:57 Uhr

Marktentwicklungen
Die erste Hälfte des abgelaufenen Quartals war sowohl für die weltweite Aktienmärkte als auch für das Thema neue Energien eine weitere schwierige Phase, die von einer enormen Volatilität geprägt war. Das Übergreifen der globalen Kreditkrise auf die Realwirtschaft und die darauf folgenden koordinierten Massnahmen der Regierungen mit umfangreichen Rettungspaketen für den Finanzsektor beherrschten die Entwicklungen an den Märkten. Hinzu kam die Sorge, dass die Themen saubere Energie und Klimawandel der Finanzkrise zum Opfer fallen würden, während gleichzeitig der psychologische Effekt fallender Ölpreise die Anleger beunruhigte.

Im Quartalsverlauf verlagerte sich dann jedoch der Fokus weg von den düsteren Konjunkturdaten, und die Hoffnung auf noch grössere Konjunkturpakete gab den Märkten weltweit Auftrieb. Man setzte in zunehmendem Masse Erwartungen in die neue Regierung des designierten Präsidenten Obama und hoffte, dass diese durch antizyklische staatliche Investitionen Infrastruktur, umweltfreundliche Energieformen und Energieeffizienz fördern und ihre Politik auf erneuerbare Energien statt wie bisher auf die Ölindustrie ausrichten werde. Investitionen in erneuerbare Energien, effizientere Stromerzeugung und die seit langem überfällige Modernisierung des Übertragungsnetzes sind bereits im Gespräch. Wir glauben, dass die gesunkenen Energiepreise die Konjunktur ebenso positiv beeinflussen werden wie kurzfristige Steuererleichterungen, während die Aussicht auf einen signifikanten Anstieg der Rohstoffpreise mittelfristig für Investitionen in diesen Bereich sorgen wird.

Trotz der Konjunkturkrise bestätigten die Regierungen der Europäischen Union ihr Ziel, bis 2020 eine Reduzierung der Treibhausgasemissionen um mindestens 20% zu erreichen. Man einigte sich ausserdem auf Richtlinien für den Verkauf von CO2-Emissionsrechten im Wert von EUR 360 Mrd. von 2013 bis 2020. Über 80% dieser Kosten sollen vom Stromsektor getragen werden. Damit würden den Regierungen mit rund EUR 300 Mrd. ausreichend Mittel zur Verfügung stehen, um Subventionen für den Windenergiesektor zu finanzieren und zur Einhaltung der EU-Ziele für erneuerbare Energien beizutragen.

Weitere politische Unterstützung kam von der Internationalen Energieagentur, die eine der optimistischsten Prognosen ihrer Geschichte für kohlenstoffarme Energietechnologien wie Wind, Solarenergie, Biokraftstoffe und die Abscheidung und Speicherung von CO2 (Carbon Capture Storage) abgab. Die Agentur verdoppelte ihre Schätzung des jährlichen Beitrags der Solarenergie auf 352 TWh. Sie betonte, dass die Kreditklemme und die mangelnden Investitionen in die Ölexploration und – bedingt durch die gesunkenen Energiepreise – möglicherweise auch in erneuerbare Energien die bevorstehende Verknappung des Energieangebotes noch verschärfen würden. Sie wies ausserdem darauf hin, dass noch höhere Investitionen in kohlenstoffarme Energien als in ihrem Basisszenario vorgesehen erforderlich seien, um dem Besorgnis erregenden Emissionstrend durch den wachsenden Anteil von Kohlekraftwerken zu begegnen.

Sektorentwicklung
Zu Beginn des Quartals mussten die Anleger befürchten, dass ein Teil der Wind- und Solarenergieprojekte finanzschwächerer Unternehmen in den kommenden Monaten aufgrund des begrenzten Kreditangebots und der steigenden Finanzierungskosten in Schwierigkeiten geraten könnte. Eine Reihe neuer Auftragseingänge von Windturbinenherstellern und die Tatsache, dass bei den Regierungen Windenergie aufgrund ihres möglichen Beitrags zur Erreichung der Zielvorgaben für erneuerbare Energien zunehmend in den Mittelpunkt des Interesses rückt, liessen die Anleger jedoch wieder etwas aufatmen. Der Aufruf des designierten amerikanischen Präsidenten Obama, den Anteil erneuerbarer Energien im Energiemix des Landes zu verdoppeln, ist vor allem für die Windbranche ein positives Signal. Diese Technologie ist nämlich ausgereifter als die Solartechnologie und weniger kontrovers als die erste Generation der Biokraftstoffe. Somit weist sie bei der Umsetzung dieser Ziele das grösste Potenzial auf.
Im Solarsektor wurde der Boom in Spanien, der durch die überhöhten Subventionen der vergangenen Jahre ausgelöst worden war, gebremst, und der überhitzte Markt erlebte eine Abkühlung. Die Regierung beschloss eine Begrenzung der subventionierten Strommenge ab 2009. Zuletzt war der spanische Markt mit Solarmodulen aus aller Welt, vor allem aus China, überschwemmt worden. Diese Anbieter haben nun auch durch den steigenden Dollar einen Wettbewerbsnachteil, und wir werden uns bevorzugt in der Energieerzeugung und in integrierten europäischen und US-amerikanischen Unternehmen engagieren. Die sinkende Nachfrage, die Flucht in Qualitätswerte und die starke Ausweitung der Produktionskapazitäten beeinflussen innerhalb der Wertkette des Solarsektors die Preisverhandlungen für das neue Jahr. Wir erwarten für den Solarmarkt mittel- und langfristig weiterhin ein starkes Wachstum, doch die kommenden Monate dürften noch von einem kurzfristigen Überangebot und einer schwachen Nachfrage geprägt sein.

Veränderungen im Portfolio
Der Fondsmanager engagierte sich mit der Aufnahme des Komponentenherstellers für Hybridfahrzeuge Denso ins Portfolio auf der Nachfrageseite des Themas Energieeinsparung. Das Unternehmen wies nach einer kräftigen Kurskorrektur eine sehr attraktive Bewertung auf. Denso dürfte vom Trend zu Hybrid- und emissionsarmen Fahrzeugen profitieren. Ferner wurde eine neue Position in Anadarko Petroleum aufgebaut, einer Gesellschaft, die nicht-konventionelles Erdgas fördert. Dank der Kombination aus attraktiver Bewertung und solidem internen Cashflow wird das Unternehmen in der Lage sein, gegenüber der Vergleichsgruppe ein robustes Produktionswachstum zu erzielen. Der Fondsmanager baute ausserdem eine neue Position im Windparkentwickler Iberdrola Renovables auf. Iberdrola wird unserer Einschätzung nach von niedrigeren Preisen für Windturbinen profitieren, da hier ein leichtes Überangebot herrscht. Sinkende Rohstoffpreise werden ein Übriges tun. Auch die attraktive Bewertung (auf Basis des Buchwertes des Umlaufvermögens) sprach für die Aktie. Und schliesslich entschied sich der Fondsmanager für eine neue Position in Corn Products, einem Maisverarbeiter in den USA, der ein attraktives Geschäftsmodell aufweist und von der zunehmenden Nachfrage nach Biokraftstoffen profitiert. Die Aktie geriet unter Druck, als eine geplante Übernahme durch Bunge abgesagt wurde, und wir sahen hier Spielraum nach oben.

Performanceanalyse

Fondsperformance
Der Vontobel Fund – Global Trend New Power erlebte vor dem Hintergrund der allgemeinen Marktturbulenzen ein weiteres schwieriges Quartal. Erst im Dezember ging die Volatilität schliesslich zurück. In einer Phase hoher Volatilität verlor der Fonds 30.4%, während der MSCI World Index 21.0% abgab.

Positive Performancebeiträge
Unsere grösste Position im Biokraftstoffsegment, Archer Daniels Midland, setzte ihren kräftigen Aufwärtstrend fort und leistete den grössten positiven Beitrag zur Fondsperformance. Der Getreideverarbeiter profitiert von seinem robusten Geschäftsmodell sowohl bei fallenden Rohstoffpreisen als auch bei steigenden Biokraftstoffpreisen. Auch unsere Beteiligung an Tokyo Gas, die wir im September angesichts des wachsenden weltweiten Handels mit LNG, der sinkenden Gaspreise und des steigenden Yen eingegangen waren, zahlte sich aus, und die Aktie erwies sich als zweitbester Performer im Portfolio. FPL hat sich durch solide Ergebnisse und einen nüchternen Ausblick von seiner Vergleichsgruppe abgesetzt. Aufgrund der ungünstigen Finanzierungsbedingungen entschied sich das Unternehmen, einige seiner Windkraftprojekte zu verschieben. Wir gehen davon aus, dass FPL auch mittelfristig zu den Gewinnern der allmählichen Expansion des amerikanischen Windenergiemarktes gehören wird.

Negative Performancebeiträge
Die grössten negativen Beiträge kamen von den beiden führenden Windturbinenherstellern Vestas und Gamesa. Beide Unternehmen hatten im dritten Quartal erwartungsgemäss starke Ergebnisse erzielt. Die traditionell vorsichtige Unternehmensleitung von Gamesa zog es dann inmitten des Finanzmarktgewitters vor, für 2009 keine Prognosen abzugeben, um diese nicht später revidieren zu müssen. Dies verschreckte die Anleger. Vestas dagegen bestätigte seine Wachstums- und Gewinnziele. Dennoch gelang es dem Unternehmen nicht, die Märkte gänzlich zu beruhigen, und es geriet ebenfalls in den Abwärtssog.

Trotz der Möglichkeit einer gewissen kurzfristigen Volatilität des Aktienkurses ist der Anlagegrundsatz für den Windenergiesektor und für diese beiden führenden Anbieter nach wie vor intakt, da der Sektor sich der Rentabilität nähert. Windenergie kann wesentlich zur Verbesserung der Unabhängigkeit in der Energieversorgung sowie zur Umsetzung der von den Regierungen weltweit gesetzten Ziele für den Energie-Mix beitragen. Diese Fähigkeit stellt einen langfristigen Wachstumstreiber dar.
Wellstream, ein Hersteller flexibler Rohrleitungen für den Einsatz in der Tiefsee-Ölförderung, litt unter den fallenden Ölpreisen und der Erwartung, dass die Ölgesellschaften die Explorationstätigkeit reduzieren würden. Das Unternehmen beruhigte kürzlich die Anleger hinsichtlich seiner aktuellen Geschäfts- und Auftragslage, und wir sind überzeugt, dass die Fundamentaldaten der Offshore-Projekte in Brasilien weiterhin positiv sind. Wir erachten daher die aktuelle Bewertung als attraktiv.
Unsere Position in Solarworld schmälerte ebenfalls die Performance des Fonds. Nach dem überraschenden Übernahmeangebot für die GM-Tochtergesellschaft Opel kamen bei den Anlegern Zweifel am Urteilsvermögen der Unternehmensführung auf. Solarworld wollte mit diesem Schritt den ersten Öko-Automobilhersteller ins Leben rufen. Wir haben angesichts der mit einem solchen Schritt verbundenen Risiken unser Engagement reduziert. Wir sind jedoch weiterhin von der Fähigkeit des Unternehmens überzeugt, von seinem integrierten Geschäftsmodell im Solarsektor zu profitieren.

Ausblick
Wir sehen in den angekündigten neuen Massnahmen zur Nachfragestimulierung durch die neue US-Regierung und andere Regierungen weltweit eine positive Dynamik für die Sektoren erneuerbare Energien und Energieeffizienz. Diese Massnahmen dürften zum einen durch die Schaffung von Arbeitsplätzen die Konjunktur ankurbeln und den Energieverbrauchern greifbare Vorteile bringen und zum anderen die Akzeptanz alternativer Technologien für Energiegewinnung und Energieeffizienz steigern.

Die jüngsten Entwicklungen in Europa haben gezeigt, dass trotz der wirtschaftlichen Probleme das Bekenntnis zu den Zielen im Bereich erneuerbare Energien nachhaltig ist. Zunehmende geopolitische Spannungen und der jüngste Gasstreit zeigen ebenfalls, wie wichtig Strategien sind, die auf eine verlässliche heimische Energieerzeugung abzielen.

Angesichts der historisch niedrigen Bewertungen rechnen wir mit attraktiven Anlagegelegenheiten.

Quelle: Vontobel



Einen Kommentar hinterlassen - nur für registrierte Benutzer.