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Entwicklungen im Portfolio

Kategorie: Wirtschaft | Eingetragen am 30. Januar 2009 um 14:30 Uhr

Die Einzeltitelauswahl und Gewichtungen in Taiwan und Südkorea verhalfen dem Vontobel Fund – Far East Equity im vierten Quartal 2008 seine Benchmark zu übertreffen. Der Fonds rentierte im Berichtsquartal -19.1 %, der Index MSCI-AC Far East (ex-Japan) dagegen -20.4%. Trotz der outperformance war die absolute Rendite des Fonds sehr enttäuschend.

Im Gesamtjahr trugen die Gewichtungen in Thailand, Taiwan und Südkorea dazu bei, dass der Fonds auf relativer Basis die Benchmark übertreffen konnte. 2008 rentierte der Fonds -48.4%, der Index MSCI-AC Far East ex-Japan dagegen -50.6%.

Ziel unseres disziplinierten Anlagekonzepts ist eine Risikominderung, indem die Auswirkung negativer Marktentwicklungen auf das Vermögen der Anleger begrenzt wird. Negative absolute Renditen sind zwar schwer hinzunehmen, jedoch muss man sich bewusst sein, dass sich unsere Strategie in einem äusserst schwierigen Umfeld bewährt hat; Der Fonds konnte zumutbare relative Renditen erzielen und die Auswirkungen der Marktbaisse auf das Anlagevermögen begrenzen. Die Begrenzung von Wertverlusten ist für den langfristigen Anlageerfolg mindestens ebenso wichtig wie das Partizipieren an Kursaufschwüngen.

Devisenabsicherungsgeschäfte leisteten sowohl im Berichtsquartal als auch im Gesamtjahr einen Beitrag zur relativen Fondsperformance. Wir überwachen und steuern ständig die Exposure des Fonds gegenüber Wechselkursschwankungen. In der zweiten Jahreshälfte 2008, in der der USDollar fester tendierte, reduzierten die Hedge-Positionen des Fonds das Risiko und stützten die Performance.

Marktentwicklungen

Die weltweite Wirtschaftskrise spart auch Asien nicht aus. Japan, Hongkong und Singapur befinden sich in einer Rezession. In China, Indien und anderen ostasiatischen Ländern hat sich das Wirtschaftswachstum deutlich verlangsamt. Es wird einige Zeit in Anspruch nehmen, bis diese Länder zu ihrem schnellen Wirtschaftswachstum zurückfinden werden, aber sie könnten gegebenenfalls früher eine Konjunkturerholung verzeichnen als eine Vielzahl der klassischen Industrienationen. Im Allgemeinen sind asiatische Länder gemessen am BIP weniger verschuldet als viele Industrienationen, und die meisten Regierungen der Schwellenländer verfolgen aktiv eine Politik der Konjunkturbelebung. So haben China, Indien, Taiwan und andere Länder im vierten Quartal ihre Leitzinsen gesenkt, und Südkorea sowie Thailand kündigten fiskalpolitische Massnahmen an. Auch wenn die sinkende Nachfrage aus dem Ausland die asiatischen Volkswirtschaften belasten wird, so haben sie doch nicht die gleichen strukturellen Probleme, die anderswo das Wirtschaftswachstum eine ganze Zeit abzuwürgen drohen.

Nun scheint sich ein neuer Trend abzuzeichnen, der unserem Anlagestil zugute kommt. Nach Jahren deutlich unterdurchschnittlicher Kursentwicklung begannen Aktien hochwertiger Unternehmen im August 2008 den Markt zu überflügeln. Wir gehen davon aus, dass sich dieser Trend fortsetzen und dem Fonds Rückenwind bringen wird. Die Aktien hochwertiger Unternehmen schneiden in der Regel vergleichsweise besser ab. Im Zeitraum von 2005 bis 2008 entwickelten sich ihre Kurse jedoch weltweit und auch im Fernen Osten ohne Japan unterdurchschnittlich. Im vergangenen Sommer, als die Preise für Rohstoffe ihren Höhepunkt erreichten, gerieten zyklische Werte unter Druck, zumal die Anfälligkeit des Systems «Bretton Woods II» deutlich wurde. Chinesische Unternehmen geringerer Qualität, die ein kräftiges Wachstum verzeichnet hatten, gehörten seitdem zu den sich am schlechtesten entwickelnden Titeln im Markt. Wir gehen davon aus, dass Werte geringerer Qualität noch eine ganze Weile unterdurchschnittlich abschneiden werden; zum Teil aus dem Grund, dass die bisherige Rentabilität stark der sehr hohen Kapazitätsauslastung zu verdanken war, die ihrerseits vom wachsenden Konsum und Investitionsaufwand in den USA, in China, im Nahen Osten, in Osteuropa und anderen Regionen abhing. Dieses Wachstum basierte auf einer stetigen Zunahme der Verschuldung. Da die Verschuldung nun abgebaut werden muss, werden diese Unternehmen Kosten einsparen müssen, um ihre Rentabilität zu verbessern. Und das wird seine Zeit in Anspruch nehmen. Qualitätstitel, die in den vergangenen Jahren verschiedentlich unter Druck geraten sind, dürften unserer Ansicht nach künftig vergleichsweise bessere relative Renditen erzielen.

Regionale Entwicklungen

Taiwan
Geschickte Einzeltitelauswahl und gelungene Gewichtungen sorgten dafür, dass Taiwan sowohl im Berichtsquartal als auch im Gesamtjahr einen positiven Beitrag zur relativen Fondsperformance leistete. Taiwan Secom, das grösste taiwanesische Unternehmen im Bereich Sicherheitssysteme und -dienstleistungen, trug im vierten Quartal absolut und relativ positiv zur Fondsperformance bei. Im Gesamtjahr leisteten unsere Positionen in Taiwan Secom und HTC Corp einen positiven Beitrag zur relativen Performance.

Südkorea
Die Konjunkturschwäche war in Südkorea deutlich spürbar. Dennoch sorgten die Untergewichtung dieser Region verglichen mit dem Index und die geschickte Einzeltitelauswahl dafür, dass Südkorea sowohl im Berichtsquartal als auch im Gesamtjahr einen positiven Beitrag zur relativen Fondsperformance leistete. Die Position im südkoreanischen Pharma- und Chemieunternehmen Yuhan Corp. trug im vierten Quartal sowohl absolut als auch relativ erfolgreich zur Performance bei. Die Engagements in S1 Corp., einem Anbieter von Sicherheitssystemen für Gebäude, und im Kosmetikunternehmen Amorepacific lieferten positive Beiträge zur relativen Wertentwicklung des Fonds. Im Gesamtjahr trugen in erster Linie die Positionen in Yuhan, im Tabakunternehmen KT&G Corp. und in S1 Corp. positiv zur relativen Fondsperformance bei.

Indien
Die indische Börse geriet im vierten Quartal unter Druck. Die Anschlagsserie in Mumbai belastete die langfristige Performance zwar kaum. Die Aufdeckung des massiven Betrugs beim Technologie-Outsourcing-Unternehmen Satyam Computer Services Company, in dem der Fonds keine Position hält, weckte jedoch Befürchtungen in Bezug auf die Corporate Governance in Indien. Einige indische führende Unternehmer sprechen sich für die Anwendung weltweit anerkannter Rechnungslegungsgrundsätze aus. Diese kämen Unternehmen zugute, die ausländische Finanzierungsquellen erschliessen wollen, und böten Anlegern Sicherheit hinsichtlich der Qualität der Corporate Governance. Wir werden die Geschehnisse in Indien im Auge behalten.

Auch wenn unsere Positionen in Indien in den vorigen Quartalen wichtige Performancebeiträge geliefert haben, belasteten unsere Engagements in nicht im Index vertretenen indischen Titeln doch die Wertentwicklung des Fonds im vierten Quartal und im Gesamtjahr. Trotz der kurzfristig schwachen Performance bleiben wir bei unserer Überzeugung, dass die Rezession in den klassischen Industrienationen die indische Volkswirtschaft weniger in Mitleidenschaft ziehen wird als andere Länder des Fernen Ostens. Die Exporte machen rund 22% des indischen BIP aus. In China sind es hingegen 37%.

China
Unsere Untergewichtung Chinas belastete die relative Wertentwicklung des Fonds im vierten Quartal und im Gesamtjahr. Wir halten weiterhin nach Chancen in China Ausschau. Dass die Politik in einer Rezessionsphase Einfluss auf die Corporate Governance zu nehmen droht, erschwert allerdings die Suche nach attraktiven Anlagechancen.
Sowohl im Berichtsquartal als auch im Gesamtjahr trug unsere Position in CNOOC positiv zur relativen Wertentwicklung des Fonds bei.

Sektorentwicklung

Basiskonsumgüter
Der Fonds übergewichtet weiterhin den Basiskonsumgütersektor, der im Berichtsquartal einen erheblichen positiven Beitrag zur relativen Fondsperformance beisteuerte. Wie bereits erwähnt, entwickelt sich dieser Sektor in Zeiten der Unsicherheit in der Regel überdurchschnittlich. So auch im vierten Quartal. British American Tobacco Malaysia leistete positive Performancebeiträge, und zwar sowohl absolut als auch relativ. Coca Cola Amatil und Hindustan Unilever trugen zur relativen Fondsperformance positiv bei.

Im Hinblick auf die positiven Beiträge zur relativen Performance nahmen die Engagements in Basiskonsumwerten 2008 Rang zwei ein.

Energie
Unsere Anlagestrategie für den Energiesektor wurde 2008 mehrfach auf die Probe gestellt: Der Ölpreis kletterte von 90 US-Dollar zu Jahresbeginn auf ein Rekordhoch von 140 US-Dollar pro Barrel und fiel dann bis unter die Marke von 40 US-Dollar zurück. Auch wenn wir die Nachfrageschwäche auf kurze Sicht unterschätzt haben, bleiben wir von der Richtigkeit unserer Anlagestrategie für den Öl- und Energiesektor überzeugt. Das Ausmass des aktuell weltweiten Abschwungs war im Voraus schwer abzuschätzen. Daher reduzierten wir im Laufe des Jahres 2008 unsere sehr aggressive Position im Energiesektor und sind nun am Jahresende ungefähr dem Vergleichsindex entsprechend positioniert. Wir rechnen weiterhin damit, dass die Ölpreise auf längere Sicht steigen werden. Nötig ist dazu lediglich eine Stabilisierung der Nachfrage aus China, Russland und dem Nahen Osten. Der Nachfragerückgang in den USA bereitet uns weniger Sorgen, da dieser nahezu gänzlich durch die Verknappung der Reserven der meisten Ölfelder kompensiert wird.

Wir haben im vierten Quartal viele Positionen in Öl-Anlagenbauunternehmen und -Beratungsdienstleistern sowie in einigen anderen Energietiteln verkauft und die Erlöse in bessere Gelegenheiten am Markt investiert.

Veränderungen im Portfolio

Neue/aufgestockte Positionen

Sun Pharmaceuticals (Gesundheitswesen – Indien): Sun Pharmaceuticals ist Marktführer im Generikabereich. Das Unternehmen hat eine Spitzenposition im Marktsegment Neuro-/CNSTherapie und profitiert von der hohen Markentreue. Ferner steht eine ganze Reihe von Produkten kurz vor ihrer Markteinführung in den USA und in anderen wichtigen Märkten.

Lion Nathan (Basiskonsumgüter – Australien): Lion Nathan ist in Australien und Neuseeland ein führender Bierbrauer. Gut 90% der Produktkategorien des Unternehmens zielen auf das mittlere Marktsegment oder auf den Massenmarkt, und das Unternehmen operiert in einem Duopol- Markt. Wir sind der Auffassung, dass das Unternehmen mit moderaten Preisannahmen und ein paar Kosteneinsparungsinitiativen ein zugrunde liegendes Gewinnwachstum von 6% pro Jahr und eine Dividendenrendite von 5,5% erzielen kann.

Tanjong (Versorger – Malaysia): Tanjong ist in Malaysia ein führender Lotteriespielbetreiber. Das Unternehmen betreibt aber auch asiatische Stromkraftwerke. Viele asiatische Länder werden erheblich in ihre Stromversorgungsinfrastruktur investieren müssen. Tanjong ist gut positioniert, um dieser Nachfrage begegnen und von ihr profitieren zu können.

Verkaufte oder reduzierte Positionen
Wir haben im Berichtsquartal, vor allem in den Sektoren Energie und Rohstoffe, einige kleinere Positionen verkauft, da sich Gelegenheiten boten, das Kapital zu günstigen Kursen auf hochwertige Titel umzuschichten.

Wir haben ferner Standard Chartered veräussert. Nach aktueller Einschätzung des Managements sei die Kapitalausstattung dieses Unternehmens nicht ausreichend. Als das Unternehmen am Markt auftrat, um neue Mittel zu beschaffen, beurteilten wir unsere Position neu und entschlossen uns, sie zu veräussern und die Erlöse in bessere Anlagechancen zu investieren.

Performanceanalyse

Positive Performancebeiträge

Die grössten positiven Performancebeiträge lieferten im Berichtsquartal u.a. China Mobile, Yuhan, Tanjong und BAT Malaysia.

Negative Performancebeiträge

Die grössten Belastungsfaktoren für die Fondsperformance waren im Berichtsquartal Standard Chartered, Worley Parsons und Housing Development Finance.

Ausblick

Viele asiatische Länder hängen zwar recht stark von den Exporten in die reichen westlichen Länder ab, aber sie teilen nicht die tiefen strukturellen Probleme, die in den klassischen Industrienationen eine Konjunkturerholung verzögern könnten. Es wäre daher möglich, dass sich erstere Volkswirtschaften relativ schnell erholen und ihren Anteil am weltweiten Wirtschaftswachstum vergrössern werden.

Wir konnten unsere Anlagen im Laufe des Jahres 2008 auf eine sehr attraktive Gruppe hochwertiger Unternehmen konzentrieren, die nachhaltige Geschäftsmodelle verfolgen und über eine gute Marktposition sowie ein ausgezeichnetes Management verfügen. Die Finanzkraft dieser Unternehmen ist ausreichend, um in schwachen Märkten reagieren zu können. Sie haben daher das Potential, aus dem Konjunkturabschwung stärker hervorzugehen als ihre Konkurrenten.

Wir haben gemeinsam ein sehr schwieriges Jahr überstanden. Natürlich bietet eine relativ bessere Performance nur einen schwachen Trost für eine Wertentwicklung, die absolut gesehen rote Zahlen schreibt. Allerdings sind wir davon überzeugt, dass – anders als beim Vergleichsindex – die in unserem Fonds vertretenen Unternehmen ihre Gewinne weiter steigern können. Und dies dürfte dazu beitragen, dass der Fonds auf längere Sicht überdurchschnittlich abschneiden wird.

Quelle: Vontobel Asset Management



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