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Gewinnrückgang wegen Wertberichtigungen bei der VP Bank

Kategorie: Finanzen | Eingetragen am 23. Februar 2009 um 07:10 Uhr

Vaduz, 23. Februar 2009 – Die VP Bank Gruppe verzeichnete im vergangenen Geschäftsjahr einen erheblichen Rückgang des Konzerngewinnes. Infolge der Krise an den Finanzmärkten hat die Gruppe einen Wertberichtigungsbedarf auf den eigenen Finanzanlagen und stützt zu Gunsten der Kunden ihre Cash- & Geldmarktfonds. Trotz schwieriger Marktbedingungen lag die operative Ertragskraft nur leicht unter dem Vorjahreswert. Die Tier 1 Ratio liegt weiterhin auf hohem Niveau. Im Sinne der langfristigen Dividendenpolitik wird der Generalversammlung eine Dividendenzahlung vorgeschlagen.

Die Konzernrechnung 2008 der VP Bank Gruppe weist einen Verlust inklusive Minderheitsanteile von CHF 80.3 Mio. gemäss International Financial Reporting Standards (IFRS) aus. Infolge der Krise an den Finanzmärkten hat die Gruppe einen Wertberichtigungsbedarf auf den eigenen Finanzanlagen in Höhe von CHF 172.0 Mio. Hiervon belasten CHF 117.0 Mio. die Erfolgsrechnung (davon CHF 62.6 Mio. unter Wertberichtigungen verbucht) und CHF 55.3 Mio. die Eigenmittel der VP Bank Gruppe. Die eigenen Mittel der Aktionäre der Verwaltungs- und Privat-Bank Aktiengesellschaft beliefen sich per Ende 2008 auf CHF 828.2 Mio. (Ende 2007: CHF 1’057.0 Mio). Die Tier 1 Ratio erreichte per 31. Dezember 2008 über 13.5 Prozent (31. Dezember 2007: 16.0 Prozent). In einem schwierigen Jahr, in dem die Aktienmärkte zwischen 30 und 50 Prozent eingebüsst haben, lag das operative Geschäft der VP Bank Gruppe auf Stufe Bruttoerfolg, ohne übrigen ordentlichen Erfolg, nur um 3 Prozent tiefer als im Vorjahr (2008: CHF 330.7 Mio., 2007: CHF 342.2 Mio.). Der Geschäftsaufwand stieg im Vergleich zur Vorjahresperiode planungsgemäss um 11 Prozent auf CHF 196.7 Mio.
Unter diesen Umständen konnte die Cost/Income Ratio im Vergleich zur Vorjahresperiode (46.7 Prozent) nicht stabil gehalten werden und belief sich per Ende 2008 auf 67.8 Prozent.

Die Erfolgsrechnung der VP Bank Gruppe wird im Weiteren durch das Stützen der VP Bank Cash- & Geldmarktfonds belastet. Die VP Bank Cash- & Geldmarktfonds streben als Anlageziel hohe laufende Erträge unter Berücksichtigung der Sicherheit des Fondsvermögens an. Im Rahmen der Finanzmarktkrise wurde die Qualität und Sicherheit von gewissen Anlagen in diesen Fondsvermögen beeinträchtigt und entsprechen heute nicht mehr den von der Bank und ihren Kunden erwarteten Anlagezielen. Deshalb hat die Verwaltungs- und Privat-Bank Aktiengesellschaft in ihrer Funktion als Stammhaus der VP Bank Gruppe ohne Anerkennung einer Rechtspflicht eine Kapitalschutzzusicherung abgegeben. Diese Zusicherung führte zu einer Eventualverpflichtung von CHF 113.6 Mio. Am 19. Februar 2009 hat der Verwaltungsrat entschieden, gewisse Wertpapiere, welche den Qualitätsansprüchen nicht genügen, aus den VP Bank Cash- & Geldmarktfonds zum Buchwert in die eigenen Finanzanlagen zu übernehmen und den Fonds im Gegenwert von rund CHF 293.0 Mio. Liquidität zuzuführen. Dieser Entscheid belastet die Jahresrechnung 2008 mit einer zusätzlichen Rückstellung in Höhe von CHF 68.1 Mio., weil der Marktwert dieser Wertschriften zum Zeitpunkt der Übernahme in die Finanzanlagen nicht mehr dem bisherigen Buchwert entspricht.

Im Sinne der langfristigen Dividendenpolitik wird aufgrund des operativen Ergebnisses der Verwaltungsrat an der Generalversammlung vom 24. April 2009 eine Dividende von CHF 2.50 pro Inhaberaktie und CHF 0.25 pro Namenaktie (Vorjahr: CHF 11.00 pro Inhaberaktie und CHF 1.10 pro Namenaktie) beantragen.

Kostenreduktion und Effizienzsteigerung
Die VP Bank reagiert auf die negativen Marktentwicklungen mit einem Programm zur Kostensenkung und Effizienzsteigerung. Der Geschäftsaufwand wird damit 2009 um mindestens 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr entlastet. Die VP Bank ist von ihrem Geschäftsmodell überzeugt, agiert weiterhin auf einer soliden Eigenkapitalbasis und hält an ihren strategischen Vorgaben fest. Zurzeit werden zusätzlich alle Organisationseinheiten und Wachstumsprojekte der VP Bank Gruppe im Detail analysiert, um entsprechende Optimierungspotenziale zu identifizieren und auszuschöpfen.

Detaillierte Zahlen und nähere Informationen zu den getroffenen Massnahmen werden anlässlich der Bilanz-Medien- und Analystenkonferenz am 10. März 2009 bekannt gegeben. Bis zu diesem Zeitpunkt werden keine weiteren Auskünfte zum Geschäftsergebnis 2008 erteilt.

Quelle: Verwaltungs- und Privat-Bank Aktiengesellschaft



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