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Jahresergebnis der VP Bank Gruppe: Bewertungsverluste auf den Wertschriften bei stabiler operativer Ertragskraft

Kategorie: Finanzen | Eingetragen am 10. März 2009 um 07:10 Uhr

Vaduz, 10. März 2009 – Die VP Bank Gruppe kämpfte im vergangenen Geschäftsjahr mit den Folgen der Krise auf den Finanzmärkten und musste einen Konzernverlust hinnehmen. Trotz der schwierigen Marktbedingungen hält sich die operative Ertragskraft stabil und kommt nur leicht unter dem Vorjahreswert zu stehen. Die VP Bank hatte wegen des wirtschaftlichen Umfelds einen Wertberichtigungsbedarf auf den eigenen Finanzanlagen. Die Eigenkapitalbasis ist weiterhin gesund, und die Tier 1 Ratio liegt auf hohem Niveau. Massnahmen zur Kostensenkung und Ertragssteigerung wurden bereits initiiert.

Die wichtigsten Zahlen in Kürze

  • Konzernverlust von CHF 80.3 Mio. (2007: Konzerngewinn von CHF 161.5 Mio.)
  • Kundenvermögen Ende 2008 von CHF 35.1 Mrd. (2007: CHF 41.9 Mrd.)
  • Netto-Neugeldabfluss von CHF 1.3 Mrd. (2007: Netto-Neugeldzufluss von CHF 3.0 Mrd.)
  • Cost/Income Ratio von 67.8 Prozent (2007: 46.7 Prozent)
  • Tier 1 Ratio von 13.6 Prozent (2007: 16.0 Prozent)

Die Konzernrechnung 2008 der VP Bank Gruppe weist einen Konzernverlust inklusive Minderheitsanteile von CHF 80.3 Mio. aus. Im Vergleich zum Konzerngewinn 2007 von CHF 161.5 Mio. entspricht dies einem deutlichen Gewinneinbruch.
Die Wertberichtigungen auf den eigenen Anlagen in Höhe von CHF 171.9 Mio., die das Konzernergebnis massgeblich beeinflussten, belasten mit CHF 116.6 Mio. direkt die Erfolgsrechnung (davon CHF 62.6 Mio. unter Wertberichtigungen verbucht) und mit CHF 55.3 Mio. die eigenen Mittel der VP Bank Gruppe. Es wurden zu Jahresbeginn Absicherungsmassnahmen zugunsten der eigenen Mittel getroffen, welche das Risiko der Anlagen erheblich reduzieren. In diesem Zuge wurde auch die Aktienquote dem Risiko angepasst und auf 10 Prozent reduziert. Die Erfolgsrechnung der VP Bank Gruppe wurde im Weiteren durch die Stützung der VP Bank Cash- & Geldmarktfonds belastet. Die VP Bank hat im Februar 2009 entschieden, Wertpapiere mit einem Buchwert von CHF 293 Mio. in die eigenen Finanzanlagen zu übernehmen und den Fonds Liquidität im entsprechenden Gegenwert zuzuführen. Dieser Entscheid belastete die Jahresrechnung 2008 mit einer zusätzlichen Rückstellung in Höhe von CHF 68.1 Mio.

Gute operative Ertragskraft
Aus operativer Sicht fiel der Ertrag der VP Bank bis auf Stufe Bruttoerfolg (ohne Übrigen ordentlichen Erfolg) mit 3 Prozent oder 11.5 Mio. nur leicht geringer aus als 2007. Der Geschäftsaufwand stieg im Vergleich zur Vorjahresperiode erwartungsgemäss um 11 Prozent auf CHF 196.7 Mio. Die Cost/Income Ratio konnte nicht auf dem Niveau der Vorjahresperiode (46.6 Prozent) gehalten werden und belief sich per Ende 2008 auf 67.8 Prozent. Diese Erhöhung steht im Zeichen des strategischen Geschäftsausbaus in Dubai, Hongkong und Singapur. Die Kundenvermögen standen Ende 2008 bei CHF 35.1 Mrd., was einer Reduktion von CHF 6.8 Mrd. oder 16 Prozent entspricht. Dabei verzeichnete die VP Bank Gruppe einen Netto- Neugeldabfluss in der Höhe von CHF 1.3 Mrd. Die Bilanzsumme weitete sich 2008 um 9 Prozent oder CHF 0.9 Mrd. auf CHF 11.4 Mrd. aus. Das Eigenkapital verringerte sich gegenüber dem Vorjahr auf CHF 845.5 Mio. Die Eigenkapitalquote betrug im Berichtsjahr 7 Prozent.

2008 ein kostenintensives Jahr
Das vergangene Jahr unterzog auch das Geschäftsmodell der VP Bank einem Stresstest. Diesen hat es operativ gut bestanden. Das Jahr 2008 war von der Kostenseite her ein besonderes Jahr: Der Aufbau neuer Märkte, insbesondere die Errichtung der neuen Bank in Singapur, bildete einen wesentlichen Kostenfaktor. Ebenfalls belasteten Kosten im Zusammenhang mit der Einführung der neuen Bankensoftware Avaloq das Geschäftsergebnis. Beide Projekte sind Investitionen in die Zukunft, einerseits auf der Akquisitionsseite, andererseits im Hinblick auf die Gewinnung von Synergien und die Verbesserung der Dienstleistungsqualität. Die VP Bank hat auf der Ertragsseite eine ausgewogene Verteilung und ist flexibel genug, die Kostenseite den Erfordernissen anzupassen.

Einschnitte auf der Kostenseite
Die VP Bank reagiert auf die negative Marktentwicklung mit dem Projekt FOCUS. In einem ersten Schritt wurde im Rahmen von Sofortmassnahmen bereits eine signifikante Kostenentlastung der Jahresplanung 2009 durchgeführt. So wurde der geplante Geschäftsaufwand gegenüber dem Vorjahr um 10 Prozent entlastet. Neben diversen Kürzungen im Sachaufwand gibt es auch Handlungsbedarf auf der Personalebene: Zur Entlastung des Personalaufwandes werden bei der VP Bank Gruppe weltweit rund 50 der 775.7 Stellen, grösstenteils über Fluktuation, Umbesetzungen und Frühpensionierungen, abgebaut.
Auf der Ertragsseite werden alle Organisationseinheiten und Wachstumsprojekte der VP Bank Gruppe im Detail analysiert und entsprechende Optimierungspotenziale zur nachhaltigen Effizienzsteigerung und Kostensenkung realisiert, die zur Ertragssteigerung beitragen.

Dividendenzahlung beantragt
Der Verwaltungsrat beantragt der Generalversammlung vom 24. April 2009, eine Dividende von CHF 2.50 pro Inhaberaktie und CHF 0.25 pro Namenaktie (Vorjahr: CHF 11.00 pro Inhaberaktie und CHF 1.10 pro Namenaktie) auszugeben. Hans Brunhart, Präsident des Verwaltungsrates: «Der Antrag liegt einerseits in der Zielsetzung der Kontinuität der Dividendenausschüttung und andererseits in der stabilen operativen Ertragskraft der VP Bank Gruppe begründet.»

Umbruch auf dem Finanzplatz Liechtenstein
Die traditionellen Offshore-Finanzplätze wie Liechtenstein und die Schweiz standen 2008 vor besonderen Herausforderungen: Nach dem Abschluss entsprechender Abkommen mit den USA, der Aushandlung des Betrugsbekämpfungsabkommens mit der EU und aufgrund von Kontakten mit der OECD sind die Fakten klar und unterscheiden sich nicht wesentlich von dem, was seit längerem erwartet werden konnte. Adolf E. Real, Chief Executive Officer der VP Bank Gruppe, kommentiert die Veränderungen wie folgt: «Die VP Bank hat sich in ihrer Strategie auf die sich ändernden Gegebenheiten ausgerichtet. Wir haben unsere Aktivitäten in neuen Märkten verstärkt und unterstützen die Politik der liechtensteinischen Regierung im Hinblick auf die vermehrte Kooperation in Steuerfragen. Ich bin der Auffassung, dass dadurch längerfristig die Interessen des Finanzplatzes Liechtenstein gewahrt werden können. Dabei werden wir dem Schutz der Privatsphäre unserer Kunden weiterhin eine hohe Stellung einräumen. Gleichzeitig müssen wir die veränderten rechtlichen Bedingungen in den Domizilländern unserer Kunden bei der Beratung und Vermögensverwaltung berücksichtigen.» Es ist davon auszugehen, dass im Hinblick auf den Status des Finanzplatzes Liechtenstein im Jahr 2009 wichtige Entscheidungen fallen.

Konsolidierung im 2009
Die VP Bank hat sich 2009 zum Ziel gesetzt, die Abwärtsspirale zu durchbrechen, und strebt eine Konsolidierung an. Adolf E. Real, CEO der VP Bank Gruppe, präzisiert die Ziele der VP Bank: «Neben der geplanten Kostenreduktion streben wir 2009 trotz schwierigem Marktumfeld eine Festigung und einen Ausbau unserer Marktposition an.» Als Ziele nennt Adolf E. Real eine gleichbleibende Bruttomarge von gegen 100 Basispunkten, eine Cost/Income Ratio von 60 Prozent und eine Tier 1 Ratio von 13.5 Prozent.

Ausblick 2009
Auch das Jahr 2009 wird schwierig werden. Die Negativspirale der Entwicklung an den Finanzmärkten und in den Volkswirtschaften ist noch nicht an ihr Ende gelangt. Die VP Bank Gruppe ist aufgrund ihrer geografischen und angebotsseitigen Diversifikation gut aufgestellt, um diese Herausforderungen erfolgreich zu bewältigen. Trotzdem werden grosse Anstrengungen erforderlich sein, um sich auf die neuen Bedingungen und die daraus resultierenden Erfordernisse einzustellen.

Quelle: Verwaltungs- und Privat-Bank Aktiengesellschaft



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