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SAY-ON-PAY-AKTIONÄRSANTRÄGE: ERFOLGREICHE ETHOS-KAMPAGNE

Kategorie: Wirtschaft | Eingetragen am 5. Mai 2009 um 13:43 Uhr

Genf, 5. Mai 2009 – Die von Ethos und acht öffentlichen Schweizer Pensionskassen bei den fünf grössten Unternehmen gestellten Say-on-Pay-Aktionärsanträge trugen Früchte: Vier der fünf Unternehmen (ABB, Credit Suisse Group, Nestlé et UBS) unterziehen die Vergütungen einer Abstimmung der Aktionärinnen und Aktionäre. Bei diesen Unternehmen konnte Ethos den Say-on-Pay-Antrag zurückziehen. Einzig Novartis ging nicht auf das Aktionärsanliegen ein und empfahl, den Aktionärsantrag abzulehnen. Allerdings stimmten 31 Prozent der Novartis-Aktionäre für den Ethos-Antrag: ein deutliches Zeichen an die Adresse des Verwaltungsrats.

Die Generalversammlungen von ABB, Credit Suisse Group, Nestlé et UBS konnten über den Vergütungsbericht oder das Vergütungssystem abstimmen. Ethos befand für alle vier Unternehmen, dass die Transparenz und die Struktur deren Vergütungssysteme nicht der internationalen Best Practice entsprechen. An den Generalversammlungen folgten zwischen acht und vierzehn Prozent der Stimmen Ethos und waren nicht bereit, dem Vergütungsbericht oder Vergütungssystem zuzustimmen. Auch dieses Resultat wurde von den Verwaltungsräten als Zeichen verstanden: Einige stellen bereits Verbesserungen des Vergütungssystems in Aussicht.

Die deutliche Unterstützung des Ethos-Aktionärsantrags bei Novartis sollte den Verwaltungsrat nun auffordern, der Generalversammlung des nächsten Jahres mehr Rechte im Bereich der Vergütungen einzuräumen. Anderenfalls ist es möglich, dass erneut ein Say-on-Pay-Aktionärsantrag gestellt wird und dieser eine noch grössere Unterstützung erhält. Denn die Konsultativabstimmung über den Vergütungsbericht wird bei Unternehmen zunehmend zur Norm.

Im Fall von ABB, Credit Suisse Group und Nestlé ermöglichte die Konsultativabstimmung einer wichtigen Minderheit von Aktionärinnen und Aktionären ihrer Unzufriedenheit mit dem Vergütungssystem oder –bericht Ausdruck zu geben: Zwischen acht und vierzehn Prozent der Aktionäre unterstützten den Verwaltungsrat nicht. Diese Ablehnung war ein genügend starkes Signal, dass die drei Unternehmen bereits Verbesserungen ihres Vergütungssystems angekündigt haben. Insbesondere sollen die Leistungskriterien bei den Beteiligungsplänen eingeführt oder verbessert werden. Ethos begrüsst diese Schritte und hofft, dass mit diesen Verbesserungen den Vergütungsberichten im nächsten Jahr zugestimmt werden kann.

Ethos erwartet, dass der an der letzten Generalversammlung teilerneuerte Verwaltungsrat von UBS die Ablehnung von Aktionärinnen und Aktionäre versteht: Offensichtlich wünschen viele Investoren ein Vergütungssystem mit einer Begrenzung der variablen Vergütung im Verhältnis zum Fixgehalt.

Ethos führt den engagierten Dialog mit den börsenkotierten Schweizer Unternehmen im Bereich der Management-Vergütungen in den kommenden Monaten fort. Wie bereits in den vergangenen Jahren wird Ethos anfangs Herbst eine Studie zu den Vergütungen 2008 veröffentlichen.

Quelle: Ethos Stiftung



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