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Peak Gas im Jahr 2020 – lässt den Ständerat kalt

Kategorie: Energie/Versorger | Eingetragen am 10. Juni 2009 um 16:08 Uhr

Der Erdgasexperte Dr. Werner Zittel zeigte heute an einer Veranstaltung der Parlamentarischen Gruppe Peak Oil und der Schweizerische Energie-Stiftung SES die Gefahren einer Erdgasstrategie auf. Wie Uran kann auch Erdgas keine langfristige Versorgungssicherheit bieten. Das scheint der Ständerat noch nicht begriffen zu haben. Er hat heute seiner Kommission eine Grosskraftwerksplanung in Auftrag gegeben, welche genau auf diesen Energieträgern basiert.

Nachdem das Energieforum Schweiz in der Frühlingssession über eine ihrer Meinung nach langfristig gesicherte Gasversorgung referierte, ist es der SES ein Anliegen hier notwendige Aufklärungsarbeit zu leisten. Werner Zittel legte heute in Bern mit eindrücklichen Zahlen dar, dass die europaweit vorhandene Erdgas-Euphorie ein riskantes Spiel mit der Energiesicherheit darstellt.

Das sind die Erdgas-Facts: Die europäische Erdgasförderung geht bereits zurück. Bis 2020 muss Europa etwa 200 – 250 Mrd. m³/Jahr zusätzlich importieren. Russland wird dieses Gas nicht liefern können, die russische Gasförderung wird vor 2020 nachlassen. Viele VerbraucherInnen konkurrieren um das noch verbleibende Gas im Persischen Golf, zunehmend auch die aufstrebenden Schwellenländer China und Indien. Die weltweite Gasförderung wird um 2020 ihren Höhepunkt erleben. Mögliche Versorgungsengpässe können auch kurzfristig nicht ausgeschlossen werden. Die bald zurückgehende Erdölförderung wird einen zusätzlichen Druck auf den Gasmarkt erzeugen.

Der Ständerat ist heute einem Vorschlag des Axpo-Verwaltungsrates Pankraz Freitag gefolgt. Statt über die CO2-Kosten von Gaskraftwerken zu entscheiden, hat der Rat seine Kommission mit einer Grosskraftwerksplanung beauftragt. Damit hat Freitag erreicht, dass sich in Sachen Gaskombikraftwerks-Bedingungen nichts ändert. Das bedeutet, dass die Gaskraftprojekte der Axpo-Konkurrentinnen Alpiq (Chavalon) und BKW (Utzenstorf) ökonomisch uninteressant bleiben. Das ist aus helvetischer Klima-Sicht nur zu begrüssen, wird aber die Investitionen von Axpo, Alpiq und BKW in fossile Kraftwerke im Ausland umso mehr stimulieren.

Die versorgungs- und klimapolitischen Fakten sprechen gegen eine Stromproduktion mit Gaskraftwerken. Aus denselben Gründen und mit zusätzlichen ökonomischen Risiken verbunden scheidet auch die Atomenergie aus. Eine zukunftsgerichtete Energiepolitik setzt deshalb auf Energieeffizienz und erneuerbare Energien. Nur sie können uns eine langfristige Versorgungssicherheit bieten.

Quelle: Schweizerische Energie-Stiftung SES



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