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Conzzeta muss sich dem Marktumfeld anpassen

Kategorie: Industrie | Eingetragen am 24. Juni 2009 um 07:44 Uhr

  • Die Conzzeta Gruppe ist im Maschinen- und Anlagenbau mit massiven Auftragseinbrüchen von über 60% konfrontiert, über die sie auch schon im Zwischenabschluss per 30. April 2009 informierte.
  • Die Geschäftsentwicklung in den von der Wirtschaftskrise betroffenen Bereichen hat sich seither nicht verbessert und ein Aufschwung ist nicht in Sicht. Conzzeta sieht sich deshalb gezwungen, ihre Kapazitäten auf ein tieferes Umsatzniveau anzupassen.
  • In den Geschäftsbereichen Systeme für Blechbearbeitung (Bystronic), Systeme für Glasbearbeitung (Bystronic glass), Automationssysteme (ixmation) und Schaumstoffe (FoamPartner) muss Conzzeta weltweit leider zirka 400 Stellen abbauen, rund die Hälfte davon in der Schweiz.
  • In den Geschäftsbereichen Sportartikel (Mammut Sports Group), Grafische Beschichtungen (Schmid Rhyner) und Immobilien (Plazza Immobilien) sind keine Anpassungen notwendig.
  • Die geplanten Massnahmen sollen grösstenteils bis Ende 2009 umgesetzt sein. Die einmaligen Kosten von rund CHF 30 Millionen werden im Geschäftsjahr 2009 verbucht.
  • Die solide Basis ermöglicht es der Conzzeta Gruppe, mit Augenmass auf den massiven Markteinbruch zu reagieren. Die geografische Marktabdeckung wird aufrechterhalten und Innovationsprojekte werden in allen Geschäftsbereichen intensiv weiter verfolgt. Auch werden Wachstumsmärkte gezielt ausgebaut.

Zürich, 24. Juni 2009. – Conzzeta ist mit Bystronic, Bystronic glass und ixmation im Maschinen- und Anlagenbau vertreten. Die Wirtschaftkrise prägt zurzeit stark den Geschäftsgang in diesen Bereichen. Der Auftragseingang ist im Vergleich zum Vorjahr auf einen Drittel zurückgegangen, mit entsprechend negativen Folgen für Umsatz und Ertrag. Seit Ende 2008 muss auch der Geschäftsbereich FoamPartner einen erheblichen Umsatzrückgang hinnehmen. Als Reaktion auf diese Entwicklungen hat Conzzeta bereits frühzeitig Aktionen zur vorübergehenden Kapazitätsanpassung und zur Kostenreduktion umgesetzt.

Die Geschäftsentwicklung hat sich nicht verbessert. Die Märkte für Maschinen- und Anlagenbau bleiben unverändert schwierig, auch weil die Finanzierungsmöglichkeiten in vielen Ländern angespannt sind. Ein nachhaltiger Aufschwung ist vor 2011 nicht zu erwarten und wird voraussichtlich nur langsam erfolgen. Die Conzzeta Gruppe muss sich für längere Zeit auf deutlich tiefere Auftragseingänge einstellen. Dafür reichen die bisher umgesetzten Kostensparmassnahmen und Kapazitätsanpassungen nicht aus.

Zur Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit sieht sich Conzzeta gezwungen, zusätzliche Massnahmen zu ergreifen und die Kapazitäten an die künftige Marktentwicklung anzupassen. Conzzeta geht in ihrer Planung davon aus, dass die Umsätze in den kommenden Jahren höher sein werden als aktuell im 2009, aber deutlich tiefer als in den Jahren 2007/2008.

Von den Kapazitätsanpassungen betroffen sind die Bereiche Maschinen- und Anlagebau (Bystronic, Bystronic glass und ixmation) sowie in geringerem Masse der Bereich Schaumstoffe (FoamPartner). Bei den Bereichen Sportartikel (Mammut Sports Group), Grafische Beschichtungen (Schmid Rhyner) sowie Immobilien (Plazza Immobilien) sind keine Anpassungen notwendig.

Mit dem geplanten Programm zur Kapazitätsanpassung wird die Conzzeta Gruppe weltweit ungefähr 400 Stellen abbauen (zirka 11 Prozent). Trotz bereits erhöhter Kurzarbeit, Abbau von Temporärpersonal, Pensionierungen und Ausnützen natürlicher Fluktuationen sind Kündigungen unvermeidlich. In der Schweiz wird es schätzungsweise zu rund 200 Kündigungen kommen. Die Arbeitnehmervertretungen werden im Rahmen der anlaufenden Konsultationsverfahren involviert. Conzzeta will den notwendigen Stellenabbau möglichst sozialverträglich gestalten. In den Geschäftsbereichen bestehen Sozialpläne oder sind in Arbeit. Diese Sozialpläne regeln unter anderem die Unterstützung bei der beruflichen Neuorientierung sowie weitere Massnahmen zugunsten der betroffenen Arbeitnehmer.

Conzzeta will das Programm zur Kapazitätsanpassung grösstenteils bis Ende 2009 umsetzen. Die einmaligen Kosten für diese Massnahmen belaufen sich auf rund CHF 30 Millionen und werden der Rechnung 2009 belastet. Bereits im Zwischenabschluss per 30. April 2009 hat Conzzeta für das Jahr 2009 einen Konzernverlust angekündigt. Mit den getroffenen Anpassungen wird die Kostenbasis der Conzzeta Gruppe um rund CHF 60 Millionen gesenkt.

Anhaltende Investitionen in Entwicklungsprojekte und Wachstumsmärkte

«Wir sind sehr betroffen, dass uns der Markteinbruch und die gedämpften Zukunftsaussichten dazu zwingen, in einigen Geschäftsbereichen zahlreiche Arbeitsstellen aufzuheben», sagt Robert Suter, Vorsitzender der Konzernleitung der Conzzeta Gruppe: «Diese Massnahmen sind leider notwendig, damit wir Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft erhalten können.»

Verwaltungsrat und Konzernleitung sind überzeugt, dass die gegenwärtige Struktur und geografische Marktabdeckung der Gruppe sinnvoll sind und damit eine gute Marktposition für den nächsten Aufschwung gehalten werden kann. Die Marktabdeckung bleibt unverändert und die Marktbearbeitung wird grundsätzlich in der heutigen Form weiter geführt. Conzzeta will ihre Innovationskraft beibehalten und investiert deshalb weiterhin kräftig in Entwicklungsprojekte. Ebenfalls weiter ausgebaut wird unsere Präsenz in wichtigen Wachstumsmärkten, wie zum Beispiel in China und im Servicegeschäft.

Die starken Auftragsrückgänge belasten zwar den weiteren Geschäftsverlauf von Conzzeta. «Wir sind aber zuversichtlich, dass Conzzeta gestärkt aus der gegenwärtigen Krise hervorgehen wird», betont der Vorsitzende der Konzernleitung, Robert Suter.

Auswirkungen auf die einzelnen Geschäftsbereiche
Der Geschäftsbereich Systeme für Blechbearbeitung (Bystronic) verzeichnete, wie berichtet, in den ersten vier Monaten des Geschäftsjahres 2009 einen massiven Nachfrageeinbruch, von dem alle Marktregionen und Produktgruppen betroffen waren. Der Nettoumsatz in Lokalwährung sank um 43,1% im Vergleich zur Vorjahresperiode. Da kein deutlicher Aufschwung absehbar ist, muss Bystronic die vorhandenen Kapazitäten anpassen. Davon ist auch der Schweizer Standort Niederönz (BE) betroffen, an dem 87 Kündigungen geplant sind. Ungeachtet der Kapazitätsanpassungen bleibt Bystronic in allen Märkten präsent und arbeitet mit Nachdruck weiter an Entwicklungsprojekten.

Der Geschäftsbereich Systeme für Glasbearbeitung (Bystronic glass) verzeichnete im 1. Tertial 2009 aufgrund fehlender Neuaufträge ebenfalls einen Umsatzeinbruch in allen Marktregionen und bei allen Produktgruppen. In Lokalwährung betrug der Rückgang 42,5% im Vergleich zur Vorjahresperiode. Die vorhandenen Kapazitäten müssen an die veränderte Auftragslage angepasst werden. Von den Massnahmen ist auch der Standort Bützberg (BE) in der Schweiz betroffen, wo 50 Kündigungen geplant sind. Am Standort Bützberg werden unter anderem Maschinen für die Bearbeitung von Automobilglas hergestellt.

Der Geschäftsbereich Automationssysteme (ixmation) ist vor allem in der Schweiz von der Wirtschaftskrise stark tangiert. Zusätzlich verändert sich der Markt für Systeme zur Produktionsautomation. Ixmation will sich deshalb in Zukunft auf die Produktion von Montageautomationssystemen fokussieren. Die Herstellung von Systemen zur Produktionsautomation für die Werkzeugmaschinenindustrie wird aufgegeben. Das hat zur Folge, dass ixmation die Produktion am Schweizer Standort Pieterlen (BE) einstellt und 54 Kündigungen plant. Der Standort Pieterlen ist auf Handling-Systeme für Werkzeugmaschinen und Systeme für Produktionsautomation spezialisiert. Zurzeit wird nach Lösungen für eine Weiterführung von Teilbereichen durch Kunden, Lieferanten oder Mitarbeiter gesucht. In der Schweiz verbleiben die Abteilungen Verkauf und Service sowie Teile der ixmation Geschäftsbereichsleitung.

Im Geschäftsbereich Schaumstoffe (FoamPartner) wird es ebenfalls zu Kapazitätsanpassungen kommen. An den Schweizer Standorten Wolfhausen (ZH) und Gontenschwil (AG) sind 5 Kündigungen geplant.

Die Geschäftsbereiche Sportartikel (Mammut Sports Group), Grafische Beschichtungen (Schmid Rhyner) und Immobilien (Plazza Immobilien) planen keine Kapazitätsanpassungen.

Quelle: Conzzeta AG



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