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Neue grenzüberschreitende Stromleitung eingeweiht

Kategorie: Energie/Versorger | Eingetragen am 5. Oktober 2009 um 14:14 Uhr

Rätia Energie, Edison und die Stadt Tirano haben heute die neue grenzüberschreitende 150-Kilovolt-Leitung zwischen Campocologno (Schweiz) und Tirano (Italien) eingeweiht. Die neue Verbindung erhöht die Nord-Süd-Transportkapazitäten und trägt zur Optimierung des grenzüberschreitenden Stromaustauschs bei.

Die neue Merchant line wurde von der Firma EL.IT.E S.p.a. (Mailand) realisiert, an der Rätia Energie 46,55%, Edison 48,45% und die Stadt Tirano 5% halten. Es handelt sich damit um ein gemeinsames Projekt von Stromunternehmungen beider Länder und der öffentlichen Hand. Die Leitung wurde heute im Rahmen einer Feier in Tirano und in Poschiavo unter Beisein von Behörden beider Länder offiziell eingeweiht. Dies, nachdem die 150-kV-Kabelleitung nach positiv verlaufenen Tests unter Einbezug der nationalen Übertragungsnetzbetreiber kurz zuvor ihren kommerziellen Betrieb aufgenommen hatte.

An der Eröffnungsfeier unterstrichen Vertreter der beteiligten Unternehmungen und der Behörden beider Länder die Bedeutung der neuen Verbindung, die als Pionierleistung im Rahmen neu geschaffenen europäischen Rechts erstellt wurde. Zudem betonten sie, das Projekt unterstreiche die engen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Beziehungen zwischen dem Kanton Graubünden und der Provinz Sondrio. EL.IT.E, Edison und Rätia Energie bedankten sich bei den zuständigen Behörden und bei den beteiligten Unternehmungen für die gute Zusammenarbeit.

17 Millionen Euro investiert
Die neue Verbindung verläuft vollständig unterirdisch und ist 4,4 Kilometer lang. Zum Projekt gehörten der Bau einer neuen Schaltanlage in Tirano und eines neuen Schaltfeldes in Campocologno wo die Verbindung zu den jeweiligen nationalen Netzen sichergestellt wird. In die Anlage wurden 17 Mio. € investiert.

Die Projektdauer inklusive Bewilligungsverfahren in beiden Ländern und Realisierung betrug nur 6 Jahre, davon entfallen 18 Monate auf die reine Bauzeit. Im November 2006 (Italien) bzw. im August 2009 (Schweiz) bewilligten die zuständigen Behörden der beiden Länder die erforderliche Ausnahme vom Netzzugang für Dritte und damit das exklusive Nutzungsrecht durch EL.IT.E S.p.a. für eine Kapazität von 150 MW und eine Dauer von 10 Jahren.

Die neue Verbindung trägt zur Erhöhung der grenzüberschreitenden Kapazitäten zwischen der Schweiz und Italien und damit auch zur Versorgungssicherheit bei. Mit der Marktöffnung wurden die Übertragungsnetze in nationale Netzgesellschaften überführt und die Transportrechte der Stromgesellschaften weitgehend aufgehoben. Rätia Energie und die beteiligten Partner sichern sich mit der neuen Verbindung für mindestens zehn Jahre ein exklusives Zugriffsrecht auf Transportkapazität zwischen der Schweiz und Italien; sie müssen sich diese Kapazität somit nicht im Rahmen von Auktionen beschaffen.

Über 100 Jahre Erfahrung im internationalen Stromaustausch
Rätia Energie profitierte bei der Realisierung des Projekts von ihrer strategisch günstigen Lage an der Grenze zu Italien. Sie verfügt zudem über mehr als 100 Jahre Erfahrung im grenzüberschreitenden Stromaustausch. Bereits 1907 wurde Strom aus Campocologno nach Italien exportiert. In den Jahren 1910, 1923, 1928, 1949, 1969 und 2005 realisierte Rätia Energie sukzessive neue Verbindungen und erhöhte die Transportkapazitäten. Insbesondere die 2005 in Betrieb genommene 380kV-Berninaleitung stärkte die Position der international tätigen Bündner Energieunternehmung im Stromhandel. Mit der Inbetriebnahme der neuen Merchant line wird diese Tradition, angepasst an die neuen Marktgegebenheiten, fortgesetzt.

Quelle: Rätia Energie AG



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