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Was bringt uns 2008? Basisszenario und Anlagetrends für die Finanzmärkte

Kategorie: Finanzen | Eingetragen am 10. Januar 2008 um 10:32 Uhr

Insgesamt liegt aus Investorensicht ein schwieriges Finanzjahr hinter uns. Im Bereich der Aktienmärkte war die Performance in den „Emerging Markets“ überdurchschnittlich. In den reifen Märkten, insbesondere der Schweiz, blieben die Märkte hinter den Erwartungen zurück. Der Hauptgrund dafür lag in der „subprime“- Krise, welche seit August die Finanzmärkte in Atem hielt. Besonders betroffen waren die Finanzindustrie und damit der schweizerische und englische Aktienmarkt, wo Banken und Versicherungen einen bedeutenden Teil des Marktes ausmachen. In der Schweiz werden die Unternehmensgewinne, vor allem aufgrund der Verluste der Grossbanken, insgesamt das erste mal seit fünf Jahren wieder geringer als im Vorjahr ausfallen, in den USA werden sie ungefähr gleich hoch sein. Für 2008 gehen wir davon aus, dass die US-Hypothekenkrise und damit die Vertrauenskrise noch einige Zeit andauern und damit die Volatilität an den Aktienmärkten hoch bleiben wird. Entscheidend wird der Zeitpunkt sein, zu welchem sich die US-Immobilienpreise zumindest stabilisieren. Dies dürfte aufgrund des noch immer vorhandenen Überangebots an Einfamilienhäusern bis mindestens in die zweite Jahreshälfte andauern.

Welches sind die zentralen Anlagethemen für das Jahr 2008?

1. Aktien schlagen Obligationen

Trotz anhaltender Vertrauenskrise erwarten wir, dass die Aktienmärkte für das Gesamtjahr 2008 insgesamt eine ansprechende Rendite abwerfen werden, dies allerdings bei hoher Volatilität. Wir erwarten, dass die zweite Jahreshälfte eine bessere Performance aufweisen wird als die erste. Die Verunsicherung hinsichtlich der US-Hypothekenkrise dürfte in den ersten Monaten besonders ausgeprägt sein, wenn die Unternehmen ihre Gewinne für 2007 bekannt geben. Für 2008 dürfte das Unternehmensgewinnwachstum in der Schweiz zwar hoch ausfallen, allerdings nur aufgrund der sehr tiefen Gewinnbasis 2007. Ähnliches gilt in den USA und abgeschwächt auch in Europa. Einzig in Asien und in ausgewählten Emerging Markets werden 2008 deutlich höhere Gewinne erwartet. Dies macht die Region auch 2008 wieder zu einem Favoriten. Kleinkapitalisierte Schweizer Unternehmen dürften in der ersten Jahreshälfte nochmals die Nase vorne haben, anschliessend erwarten wir ein Comeback der gross kapitalisierten Firmen. Die US-Wahlen im November dürften für die Aktien grundsätzlich positiv sein. Bei den Obligationen lassen die wiedererwachten Inflationssorgen aufgrund gestiegener Rohwarenpreise höhere Zinsen an den Obligationenmärkten erwarten, was diese im Vergleich zu anderen Anlageklassen nicht besonders attraktiv erscheinen lässt. Wichtig ist auch 2008, dass nur in erstklassige Bonität investiert wird. Obligationen bleiben in unseren Depots insgesamt untergewichtet.

2. Rohwaren bleiben ein Investmentthema

Die Entwicklung der Rohwarenpreise verlief 2007 zwar uneinheitlich, dennoch waren sie dominiert von einem nahezu verdoppelten Ölpreis. Beim Öl erwarten wir im Zuge der Beruhigung der globalen Nachfrage und der vollen Lager vorerst eine Beruhigung des Preises. Der mittelfristige Trend bleibt jedoch nach oben gerichtet, da die Produktion kaum mehr erhöht werden kann. Hingegen dürfte der Preistrend der „soft commodities“ wie Weizen oder Mais aufgrund der hohen Nachfrage nach oben gerichtet bleiben. Ein schwacher US-Dollar dürfte zudem den Goldpreis hoch halten.

3. Alternative Energien bleiben im Rampenlicht

Der generelle Trend zu höheren Energiepreisen und das weiter an Bedeutung gewonnene Thema der Klimaerwärmung halten das Thema der alternativen Energien im Scheinwerferlicht. Mit Aktienengagements wie etwa im Vontobel Fund Global Trend New Power waren hohe zweistellige Renditen zu erwirtschaften. Wir erwarten, dass das Thema auch 2008 weiter an Bedeutung gewinnen wird und durch weitere politische Aktivitäten gefördert werden wird.

4. Portfolio Diversifikation gewinnt weiter an Bedeutung

Zeiten hoher Verunsicherung sind dadurch gekennzeichnet, dass eine Anlageklasse, die gerade noch unter Druck geraten war, plötzlich zu den Gewinnern gehört und umgekehrt. Ein weiteres Merkmal ist eine gestiegene Wahrscheinlichkeit, dass nicht das Hauptszenario, sondern eine andere Entwicklung eintritt. Wichtig ist in solchen Zeiten, dass die Portfolios so gestaltet sind, dass sie auch möglichst gut performen, wenn die Marktentwicklung sich eben nicht gemäss Hauptszenario entwickeln sollte. Unsere ausgewogenen Anlageprodukte wie „MACS“, „DACR“ oder „classic VV“ sind hierfür besonders geeignet.

5. Wo liegen die Risiken für Konjunktur und Finanzmärkte 2008?

Entscheidend wird sein, dass das Vertrauen der Investoren in die Banken und das Vertrauen der Banken untereinander möglichst rasch wieder hergestellt wird. Sollte dies nicht im Laufe dieses Jahres geschehen, wäre dies ein grosses Risiko für die Konjunktur. Sollten sich die US-Häuserpreise nicht stabilisieren und die Immobilienkrise auf den Rest der Welt überschwappen, wäre die Entwicklung negativer als von uns erwartet.

Quelle: Vontobel



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