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2 medias in res. Kulturwissenschaftliche Positionen der Medienforschung

Kategorie: Bildung und Forschung | Eingetragen am 16. Juni 2008 um 14:27 Uhr

Die Tagung befasst sich mit der Entwicklung der relativ jungen universitären Disziplin der Medienwissenschaft und konzentriert sich dabei besonders auf die Konstituierung einer kulturwissenschaftlich ausgerichteten Medienforschung in den letzten zehn Jahren. Fokussiert wird kein rein technischer, kommunikationswissenschaftlicher oder journalistischer, sondern ein offener, kulturwissenschaftlicher Medienbegriff und mit ihm Theorien, Gegenstände und relevante Forschungsfragen der kulturwissenschaftlichen Medienforschung.

Die Sektionen der Tagung sind Schnittfeldern gewidmet, in denen sich kulturwissenschaftlich bedeutsame Entwicklungen ergeben haben, die das Fach in den letzten Jahren geprägt haben: Die Sektion «Medialität. Grenzgänge zwischen Philosophie und Theorie der Medien» spricht die Schnittmenge der Medientheorie mit der Philosophie an, «Das Imaginäre und die Imagination» referiert auf die wichtigen Einflüsse des psychoanalytischen Diskurses auf die Medienforschung, «Dispositive der Medienästhetik» thematisiert die Schnittmenge der Medienwissenschaft mit der in Deutschland schon älteren Filmwissenschaft und auch mit den Forschungen der neueren Kunstgeschichte. Die Sektion «Wissensordnungen und Medienumbrüche» eröffnet das Gespräch über die Entwicklungen der aus der Literatur-, Sprachwissenschaft und Wissenschaftsgeschichte kommenden Einflüsse auf die Medienforschung, die sich vor allem an den Begriffen «Wissen» und «Diskurs» aufzeigen lassen. – Ein schillerndes Spektrum, das in seiner Vielfalt vorgeführt und auf seine gemeinsamen Aufgaben hin befragt werden soll.

Die Tagung wird sich also einerseits dem komplexen Prozess der Konstituierung eines neuen wissenschaftlichen Forschungsfeldes widmen und die aktuelle Relevanz kulturwissenschaftlicher Fragen an medialen Prozessen und Ereignissen aufzeigen. Sie beginnt ihr Vorhaben mit dem zentralen Herzstück der Disziplin. Die Veranstalter haben sich für den Titel der Tagung nämlich von der Begriffsgeschichte des Wortes «medium» = «zwischen/Mittel» anregen lassen und zugleich das Sprichwort «in medias res» zitiert, das als rhetorische Figur für ein «in die Sache springen», «in die Mitte hinein», «ohne Umschweife» steht.

Zur Tagung sind renommierte Medienwissenschaftler aus den USA und Europa eingeladen. Unter anderem referiert der Psychoanalytiker Prof. Dr. Laurence Arthur Rickels (University of California) über populäre Medien, über Science-Fiction und Unsterblichkeitsphantasien, die Kultur- und Medienwissenschaftlerin Prof. Dr. Avital Ronell (New York University) über die Geschichte und Zukunft der Medientechnologie im Kontext der Aids-Kampagnen und der staatlichen Überwachung. Der deutsche Medien- und Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Manfred Schneider (Ruhr-Universität Bochum) thematisiert aus medienarchäologischer Perspektive über das Internet-Satellitenprogramm Google Earth und die Medienwissenschaftlerin und Philosophin Prof. Dr. Sybille Krämer (FU Berlin) referiert über eine grundlegende Figur der Medienforschung, über «Boten», also über die Figuren der «Übertragung» – von Engeln über Zeugen bis hin zu Viren.

Die Tagung leitet Prof. Dr. Christoph Tholen in Kooperation mit Dr. Anna Tuschling (beide Universität Basel, ifm) und Dr. Anne von der Heiden (Universität Zürich / Universität Basel, ifm). Sie findet am 11. Juli 2008 in der Aula des Kollegienhauses der Universität Basel und am 12. und 13. Juli 2008 im Tagungshaus «Bildungszentrum Mission21» statt.

Detailierte Tagungsprogramm

Quelle: Universität Basel



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