Die Forbo-Gruppe führender Hersteller von Bodenbelägen, Klebstoffen sowie Antriebs- und Leichtfördertechnik erreichte im ersten Halbjahr 2011 einen Nettoumsatz von CHF 880,6 Mio, was in Lokalwährungen einem soliden Wachstum von 8,8% gegenüber der Vorjahresperiode entspricht. Währungseinflüsse belasteten auch in dieser Berichtsperiode die erzielten Ergebnisse der Forbo-Gruppe massiv. Zusätzlich haben die weiter angestiegenen Rohmaterial- preise die Margen negativ beeinflusst. Die EBIT-Marge betrug 8,6% (Vergleichs- periode Vorjahr: 9,1%). Das Betriebsergebnis (EBIT) betrug CHF 75,5 Mio (Vergleichsperiode Vorjahr: CHF 83,9 Mio), was einem Rückgang in Konzernwährung von 10,0% entspricht. Währungsbereinigt konnte das Betriebsergenis (EBIT) jedoch um 6,1% verbessert werden. Das Konzernergebnis aus dem operativen Geschäft belief sich auf CHF 52,2 Mio (Vergleichs periode Vorjahr: CHF 58,7 Mio), was einem Rückgang in Konzernwährung von 11,1% entspricht. Währungsbereinigt konnte jedoch eine Verbesserung von 6,1% erzielt werden. Zusätzlich wurde ein ausserordentlicher Finanzertrag von CHF 22,4 Mio nach Steuern aus dem Verkauf von Rieter-Aktien erzielt, womit ein Konzernergebnis von CHF 74,6 Mio resultierte (Vorjahresperiode: CHF 90,9 Mio, inklusive eines ausserordentlichen Finanzertrags aus dem Verkauf von Rieter- Aktien von CHF 32,2 Mio nach Steuern).
Sehr geehrte Aktionärinnen Sehr geehrte Aktionäre
Das erste Semester 2011 war geprägt vom starken Schweizer Franken und von weiter angestiegenen Roh materialpreisen. In Lokalwährungen wurden in den meisten Aktivitäten und Regionen ansprechende Ergebnisse erzielt. Der Schweizer Franken, der insbesondere gegenüber dem Euro, dem amerikanischen Dollar und dem britischen Pfund in der Berichtsperiode nochmals stärker wurde, hinterliess jedoch sowohl bei Umsatz als auch Ergebnis deutliche Spuren. Forbo ist eine globale Gruppe mit rund 98 Prozent seiner Aktivitäten ausserhalb der Schweiz. Rund 80 Prozent des Umsatzes werden im Euro, Dollar oder PfundWährungsraum produziert und verkauft. Da sich diese Währungen gegenüber dem Schweizer Franken massiv abgewertet haben, reduzierten sich sowohl Umsatz als auch Ergebnis bei der Umrechnung in die Konzernwährung. Die daraus entstandene Einbusse betrug beim Umsatz rund CHF 120 Mio und beim Betriebsergebnis (EBIT) rund CHF 13,5 Mio. Zusätzlich haben sich weitere markante Preiserhöhungen bei den Rohmaterialien negativ auf die Margen ausgewirkt. Trotz dem konnten währungsbereinigt sowohl Umsatz als auch Ergebnis einmal mehr gesteigert werden.
Stark negativer Währungseinfluss auf Umsatzwachstum
Im ersten Halbjahr 2011 erwirtschaftete Forbo mit CHF 880,6 Mio (Vorjahr: CHF 918,8 Mio) einen gegenüber der Vorjahresperiode in Lokalwährungen um 8,8% höheren Nettoumsatz, welcher allerdings durch den starken Schwei zer Franken um 13,0% gemindert wurde, sodass in Konzernwährung ein Umsatzrückgang von 4,2% resultierte. Bonding Systems und Movement Systems konnten in Lokalwährungen mit 14,3% respektive 9,5% deutlich zu legen, während Flooring Systems mit 4,7% ein moderateres Wachstum auswies.
Ergebnissituation durch negative Währungsentwicklung und höhere Rohmaterialpreise getrübt
Die schwachen Hauptwährungen Euro, amerikanischer Dollar und britisches Pfund sowie stark angestiegene Rohmaterialpreise haben das Ergebnis, trotz Steigerung des Umsatzes in Lokalwährungen, geschmälert. Das Betriebsergebnis vor Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) betrug CHF 101,5 Mio (Vorjahresperiode: CHF 113,6 Mio), was einem Rückgang in Konzernwährung von 10,7% entspricht. Währungsbereinigt ergibt sich jedoch ein Zuwachs von 4,0%. Das Betriebsergebnis (EBIT) betrug CHF 75,5 Mio gegenüber CHF 83,9 Mio in der Vergleichs periode im Vorjahr. Währungsbereinigt konnte das Betriebsergebnis (EBIT) um 6,1% gesteigert werden. Die einzelnen Geschäftsbereiche haben sich unterschiedlich entwickelt. Movement Systems und Bonding Systems konnten dank guten Umsatzwachstums währungsbereinigt das Betriebsergebnis (EBIT) steigern, während Flooring Systems aufgrund des verhaltenen Wachstums und der nur teilweise überwälzten Rohmaterialpreiserhöhungen einen Ergebnisrückgang erlitt.
Margen durch stark angestiegene Rohmaterialpreise beeinflusst
Die stark angestiegenen Rohmaterialpreise haben die Betriebsgewinnmargen im ersten Halbjahr 2011 negativ beeinflusst. Die EBITDAMarge reduzierte sich gegenüber der Vorjahresperiode von 12,4% auf 11,5% und die EBITMarge von 9,1% auf 8,6%. Bei Flooring Systems und bei Bonding Systems konnten die teilweise markanten Rohmaterialpreisanstiege nicht immer zeitnah auf die Kunden überwälzt werden, was zu einer leichten Margen reduktion führte. Movement Systems steigerte hingegen, aufgrund der in den Vorjahren angepassten Strukturen und der erfreulichen Nachfrage, die Marge deutlich.
Konzernergebnis aus operativem Geschäft währungsbereinigt gesteigert
Das Konzernergebnis aus dem operativen Geschäft belief sich auf CHF 52,2 Mio, was einen Rückgang von 11,1% gegenüber der Vorjahresperiode mit CHF 58,7 Mio bedeutet. Währungsbereinigt jedoch entspricht dies einer Zunahme von 6,1%. Zusätzlich wurde ein ausserordentlicher Finanzertrag von CHF 29,1 Mio vor Steuern (CHF 22,4 Mio nach Steuern) aus dem Verkauf von RieterAktien erzielt. Dies führte zu einem Konzerngewinn in der Berichtsperiode von insgesamt CHF 74,6 Mio (Vorjahresperiode: CHF 90,9 Mio, inklusive eines ausserordent lichen Finanzertrags aus dem Verkauf von RieterAktien von CHF 32,2 Mio nach Steuern).
Entwicklung der Geschäftsbereiche
Der Geschäftsbereich Forbo Flooring Systems erzielte im ersten Semester 2011 einen Umsatz von CHF 418,3 Mio (Vorjahresperiode: CHF 449,1 Mio), was in Lokalwährungen einer Steigerung gegenüber der Vorjahresperiode von 4,7% (in Schweizer Franken jedoch einem Umsatzrückgang von 6,9%) entspricht. Das Umsatzwachstum in Lokal währungen weist gegenüber dem Vorjahr eine steigende Tendenz auf, ist jedoch immer noch nicht auf dem erwarteten Niveau. Gründe dafür sind einerseits die noch nicht vollständig ausgeschöpften Synergieeffekte im Vertrieb des erweiterten Produktportfolios aus der getätigten Bonar Floors Akquisition vor rund zwei Jahren. Andererseits werden Investitionen der öffentlichen Hand in Krankenhäusern, Schulen und öffentlichen Gebäuden aufgrund der Staatsverschuldungen restriktiver gehandhabt. Generell ein gutes Umsatzwachstum zeigten Ame rika und Asien. In Europa entwickelte sich die Nachfrage unterschiedlich, da vereinzelte Länder nach wie vor von der abgeschwächten Baukonjunktur betroffen sind. Das Betriebsergebnis (EBIT) hat sich um 18,0% auf CHF 50,2 Mio reduziert (Vorjahresperiode: CHF 61,2 Mio), wobei drei Viertel dieser Abnahme auf Währungseinflüssen basieren. Ein Viertel des Rückgangs ist auf höhere Produktionskosten infolge der Rohmaterialpreiserhöhungen zurück zuführen. Die EBITMarge reduzierte sich auf 12,0% (Vorjahresperiode: 13,6%). Der Fokus in den nächsten Monaten liegt weiterhin auf Aktivitäten, die das Wachstum verbessern, sowie darauf, die Synergien als System anbieter für das Objektgeschäft besser auszuschöpfen.
Der Geschäftsbereich Forbo Bonding Systems erreichte im ersten Halbjahr 2011 einen Umsatz von CHF 302,6 Mio (Vorjahresperiode: CHF 304,6 Mio), was in Lokalwährungen eine Zunahme gegenüber der Vorjahresperiode von 14,3% (in Schweizer Franken einen leichten Umsatzrückgang von 0,7%) bedeutet. Zu diesem guten Wachstum beigetragen haben alle drei Bereiche (industrielle Klebstoffe, Bauklebstoffe sowie synthetische Polymere), wobei die industriellen Klebstoffe in allen Regionen ein zweistelliges Umsatzwachstum auswiesen. Der Bereich der Bauklebstoffe wuchs überdurchschnittlich in Deutschland und in Osteuropa, wogegen die Niederlande, unser Hauptmarkt, noch immer unter der schwachen Baukonjunktur leiden. Der Bereich der synthetischen Polymere in Amerika konnte den Umsatz mit der Expansion in neue Kundensegmente gut halten. Das Betriebsergebnis (EBIT) des gesamten Geschäftsbereichs hat sich um 12,5% auf CHF 17,5 Mio reduziert (Vorjahresperiode: CHF 20,0 Mio). Dieser Rückgang ist rein währungsbedingt, das Betriebsergebnis (EBIT) in Lokalwährungen wies eine Steigerung von 2,5% aus. Die massiven Preiserhöhungen bei Rohmaterialien konnten zu einem grossen Teil an die Kunden weitergegeben werden und die Engpässe bei der Versorgung mit Rohmaterialien wurden grösstenteils mittels neuer Formulierungen kompensiert. Die EBITMarge ging dennoch leicht von 6,6% auf 5,8% zurück. Für Bonding Systems steht im zweiten Halbjahr weiterhin die Ausrichtung auf internationale Grosskunden in den strategischen Marktsegmenten im Vordergrund.
Der Geschäftsbereich Forbo Movement Systems erzielte in der ersten Jahreshälfte 2011 einen Umsatz von CHF 159,7 Mio (Vorjahresperiode: CHF 165,1 Mio), was in Lokalwährungen einem Wachstum gegenüber der Vorjahresperiode von 9,5% (in Schweizer Franken einem Umsatzrückgang von 3,3%) entspricht. Dieser Umsatz zuwachs ist auf die Einführung neuer innovativer Produkte sowie einer erfreulichen Wirtschaftsentwicklung in den wichtigsten Kundensegmenten und Märkten zurückzuführen. Während sich in Europa insbesondere Deutschland gut entwickelte, ist die Nachfrage in Amerika sehr volatil. Trotz der Ereignisse in Japan im Frühjahr 2011 entwickelte sich der Umsatz in Asien insgesamt stabil. Nach einem kurzfristigen Rückgang in Japan hat sich dieser Markt weitgehend wieder erholt. Obwohl auch in diesem Geschäftsbereich die Rohmaterialpreise stark angestiegen sind, konnte das Betriebsergebnis (EBIT) in Konzernwährung dank der in den Vorjahren angepassten Strukturen und des starken Umsatzwachstums markant um 44,8% auf CHF 15,2 Mio (Vorjahres periode: CHF 10,5 Mio) gestei gert werden. Währungsbereinigt ist dieser Anstieg noch deutlicher ausgefallen. Die EBITMarge stieg deutlich von 6,4% auf 9,5%. Auch im zweiten Halbjahr stehen der Umbau in eine weltweit funktionale Organisation sowie der weitere Aufbau in Wachstumsmärkten im Vordergrund.
Ausblick 2011
Die sich nochmals deutlich verschlechterte Wechselkursentwicklung der vergangenen Wochen und die zu nehmende Volatilität an den Finanzmärkten mit den damit verbundenen Auswirkungen auf die Realwirtschaft erschweren eine zuverlässige Prognose für das Gesamtjahr 2011.
Wir gehen davon aus, dass sich die Nachfrage in allen drei Geschäftsbereichen verhalten und je nach Region und Kundensegment sehr unterschiedlich entwickeln wird. Der starke Anstieg der Rohmaterialpreise, die unsichere allgemeine Wirtschaftssituation und die Wechselkursentwicklung werden das Jahresergebnis 2011 stark prägen. Vorausgesetzt, dass sich diese Einflüsse im Vergleich zum ersten Halbjahr 2011 nicht wesentlich verändern, er warten wir aus dem operativen Geschäft im zweiten Halbjahr ein ähnliches Konzernergebnis wie im ersten Halbjahr 2011.
Konzernbilanz und Konzernerfolgsrechnung/Gesamterfolgsrechnung und Konzerneigenkapitalnachweis/Konzerngeldflussrechnung (Tabelle siehe Originaltext)
Anhang zur verkürzten konsolidierten Halbjahresrechnung (nicht geprüft)
01 Allgemeines
Dieser verkürzte konsolidierte Zwischenbericht umfasst die Sechsmonatsperiode vom 1. Januar 2011 bis 30. Juni 2011 (nachfolgend «Berichtsperiode») und wurde in Übereinstimmung mit dem International Accounting Standard 34 (IAS 34) «Zwischenberichterstattung» erstellt. Die konsolidierte Halbjahresrechnung umfasst nicht alle Angaben, wie sie in der konsolidierten Jahres rechnung enthalten sind, und sollte daher im Zusam menhang mit der Konzernrechnung per 31. Dezember 2010 gelesen werden.
Die konsolidierte Halbjahresrechnung wurde von der Revisionsstelle nicht geprüft. Sie wurde am 9. August 2011 vom Verwaltungsrat zur Veröffentlichung genehmigt.
02 Grundsätze der Konzernrechnungslegung
Die in der konsolidierten Halbjahresrechnung angewandten Rechnungslegungsgrundsätze entsprechen mit nachstehenden Ausnahmen den im Geschäftsbericht 2010 aufgeführten Grundsätzen der Konzern rechnungslegung.
Die folgenden, neuen und revidierten Standards und Interpretationen werden durch die ForboGruppe erstmals per 1. Januar 2011 angewendet:
– IAS 24 (überarbeitet), «Angaben über Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen»
– IAS 32 (überarbeitet), «Finanzinstrumente: Darstellung»
– IFRIC 14/IAS 19 (überarbeitet), «Die Begrenzung eines leistungsorientierten Vermögenswerts, Mindestfinanzierungsvorschriften und ihre Wechselwirkung»
– IFRIC 19 (neu), «Tilgung finanzieller Verbindlichkeiten durch Eigenkapitalinstrumente»
– Verbesserungen zu IFRS (veröffentlicht im Mai 2010).
Der IASB veröffentlichte seinen dritten Sammelstan dard zur Änderung verschiedener IFRS. Betroffen sind insgesamt sechs Standards und eine Interpretation, wobei es sich dabei der Idee der Sammelstandards entsprechend nicht um grundlegende Änderun gen der entsprechenden Vorschriften handelt. In einigen Fällen werden durch die Änderungen auch nur Inkonsistenzen beseitigt oder Formulierungen klargestellt.
Aus der Anwendung dieser neuen und überarbeiteten Standards und Interpretationen haben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf die vorliegende Halbjah resrechnung ergeben.
Veröffentlichte, aber noch nicht verpflichtend anzuwendende Standards, Interpretationen oder Änderungen hat die ForboGruppe nicht vorzeitig angewandt.
Die Erstellung der konsolidierten Halbjahresrechnung verlangt vom Management, Einschätzungen und Annahmen zu treffen, welche die ausgewiesenen Erträge, Aufwendungen, Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten zum Zeitpunkt der Bilanzierung beeinflussen. Wenn zu einem späteren Zeitpunkt derartige Einschätzungen und Annahmen, die vom Management zum Zeitpunkt der Bilanzierung nach bestem Wissen getroffen wurden, von den tatsächlichen Verhältnissen abweichen, werden die ursprünglichen Einschätzungen und Annahmen in jener Berichtsperiode entsprechend angepasst, in der sich die Gegebenheiten geändert haben.
In der konsolidierten Halbjahresrechnung wurden vom Management keine neuen Annahmen und Einschätzungen im Vergleich zur Konzernrechnung per 31. Dezember 2010 getroffen. Erträge und Aufwendungen, die nicht linear während des Geschäftsjahres anfallen, werden nur abgegrenzt, wenn eine entsprechende Abgrenzung am Jahresende gerechtfertigt wäre. Der Ertragssteueraufwand wird auf der Basis der durchschnittlichen effektiven Steuersätze des laufenden Geschäftsjahres geschätzt.
03 Änderungen im Konsolidierungskreis
In der Berichtsperiode gab es keine Änderungen im Konsolidierungskreis.
04 Segmentinformationen
Forbo ist weltweit in den Geschäftsbereichen Flooring Systems, Bonding Systems und Movement Systems tätig. Die Geschäftsbereiche entsprechen der internen Managementstruktur und werden separat geführt, weil sich die Produkte, die sie herstellen, vertreiben und verkaufen, in Produktion, Vertrieb und Marketing grundsätzlich unterscheiden.
Im Geschäftsbereich Flooring Systems entwickelt, pro duziert und vertreibt Forbo Linoleum, Vinylboden beläge, Schmutzschleusensysteme, Teppichfliesen und Nadelvliesbeläge sowie verschiedene Zubehörpro dukte, die für die Verlegung, Bearbeitung, Reinigung und Pflege von Bodenbelägen benötigt werden. Der Geschäftsbereich Bonding Systems umfasst die Entwicklung, die Herstellung und den Vertrieb von Klebstoffen für industrielle Anwendungen und die Bau industrie sowie von synthetischen Polymeren. Im Geschäftsbereich Movement Systems entwickelt, pro duziert und vertreibt Forbo hochwertige Antriebsriemen, Transport und Prozessbänder, KunststoffModulbänder sowie Zahn und Flachriemen aus synthetischen Materialien. Der Bereich Corporate umfasst die Kosten für die Konzernzentrale sowie Erträge und Aufwen dungen, die keinem Geschäftsbereich direkt zugeordnet werden können.
Die Geschäftsbereiche Flooring Systems, Bonding Systems, Movement Systems und Corporate stellen eigene berichtspflichtige Segmente dar. Die Identifikation der berichtspflichtigen Segmente basiert auf dem internen Management Reporting an den Chief Executive Officer der ForboGruppe und somit auf der Finanzinformation, aufgrund deren die Leistung der operativen Bereiche überprüft wird, um zu entscheiden, wie die Ressourcen zu verteilen sind.
(Tabelle siehe Originaltext)
Das Management Reporting basiert auf denselben Rechnungslegungsgrundsätzen wie das externe Reporting.
Der Chief Executive Officer beurteilt die Leistung der Segmente, basierend auf dem Betriebsergebnis (EBIT). Das Nettofinanzergebnis wird nicht auf die Segmente alloziert, da die Steuerung des Finanzergebnisses im Wesentlichen zentral durch das Corporate Treasury erfolgt. Die Umsätze zwischen den Geschäftsbereichen werden zu marktüblichen Bedingungen getätigt. Die Geschäftsbereiche befolgen dieselben Rechnungslegungsgrundsätze wie der Konzern. Die Drittumsätze, wie sie dem Chief Executive Officer rapportiert werden, sind mit den in der Erfolgsrechnung ausgewiesenen Umsätzen identisch.
05 Bilanz
Die Bilanzsumme per 30. Juni 2011 hat gegenüber dem Vorjahresende um CHF 99,4 Mio auf CHF 1 394,8 Mio abgenommen. Davon sind CHF 94,8 Mio auf die Verän derung der Wechselkurse gegenüber dem Vorjahresende zurückzuführen. Die währungsbereinigte Abnahme der Bilanzsumme betrug lediglich rund CHF 5 Mio, was sich wie folgt erklärt: Dem Rückgang der flüssigen Mittel um rund CHF 42 Mio und der Wertschriften um rund CHF 47 Mio stand ein wachstumsbedingter und stichtagbezogener Anstieg der Warenlager und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um rund CHF 109 Mio gegenüber. Da die Investitionen in Sachanlagen von rund CHF 12 Mio unter den Abschreibungen von rund CHF 25 Mio liegen, reduzierten sich die Sachanlagen um insgesamt rund CHF 13 Mio. Die Investitionen flossen vor allem in Ersatzbeschaffungen sowie in Projekte zur Effizienzsteigerung. Übrige Aktiv positionen nahmen währungsbereinigt kumuliert um rund CHF 12 Mio ab.
Die Bilanzposition «Personalvorsorgeverpflichtungen, Rückstellungen und latente Steuern» nahm gegenüber dem Vorjahresende um CHF 26,7 Mio auf CHF 137,6 Mio ab. Diese Abnahme ist im Wesentlichen auf die versicherungsmathematische Reduktion der Personalvorsorgeverpflichtungen zurückzuführen.
Das Eigenkapital hat sich gegenüber dem 31. Dezem ber 2010 um CHF 5,3 Mio auf CHF 724,4 Mio reduziert. Diese Reduktion ist in erster Linie auf die Verluste aus der Umrechnung der Halbjahresrechnungen der Tochter gesellschaften in die Konzernwährung zurückzuführen. Das erzielte Halbjahresergebnis 2011 in der Höhe von CHF 74,6 Mio konnte diesen negativen Effekt zwar überkompensieren, unter Berücksichtigung der an die Aktionäre der Forbo Holding AG ausbezahlten Dividende verringerte sich das Eigenkapital dennoch gering fügig. Die Eigenkapitalquote konnte im ersten Halbjahr 2011 weiter gesteigert werden und stand per 30. Juni 2011 bei 51,9%. Die Nettoverschuldung per 30. Juni 2011 betrug CHF 71,9 Mio. Dies entspricht einer Erhöhung gegenüber dem Jahresende 2010 um CHF 28,3 Mio. Das Gearing (Nettoverschuldung/Eigenkapital) belief sich per Ende Juni 2011 auf 9,9%.
06 Erfolgsrechnung
Das Betriebsergebnis (EBIT) der Berichtsperiode betrug CHF 75,5 Mio und liegt damit um CHF 8,4 Mio unter demjenigen der Vorjahresperiode. Der Einfluss der negativen Währungsentwicklungen durch die Umrechnung der Halbjahresrechnungen der Tochtergesellschaften in die Konzernwährung betrug auf EBITStufe CHF 13,5 Mio, so dass sich das Betriebsergebnis (EBIT) der Berichtsperiode im Vergleich zur Vorjahresperiode währungsbereinigt um CHF 5,1 Mio erhöhte.
Das Finanzergebnis betrug in der Berichtsperiode CHF 21,4 Mio. Darin enthalten sind im Wesentlichen CHF 29,1 Mio Finanzertrag aus dem Verkauf von Wertschriften und der Zinsaufwand im Zusammenhang mit der Finanzierung. Im ersten Halbjahr 2011 wurden die per 31. Dezember 2010 noch gehaltenen RieterAktien vollständig verkauft. Damit flossen der ForboGruppe insgesamt flüssige Mittel im Umfang von CHF 53,0 Mio zu und der realisierte Finanzertrag belief sich auf CHF 29,1 Mio vor Steuern.
Die Ertragssteuern beliefen sich auf CHF 22,3 Mio, was einer Steuerquote von 23% entspricht.
Das Konzernergebnis betrug CHF 74,6 Mio. Der Gewinnrückgang gegenüber der Vorjahresperiode von CHF 16,3 Mio erklärt sich einerseits dadurch, dass der im Konzernergebnis der Vorjahresperiode enthaltene Gewinn aus dem damaligen Verkauf von RieterAktien noch um rund CHF 10 Mio höher war als der aus dem Verkauf von RieterAktien realisierte Gewinn im ersten Halbjahr 2011. Andererseits wurde das Konzernergebnis des ersten Halbjahrs 2011 aufgrund der negativen Währungsentwicklungen durch die Umrechnung der Halbjahresrechnungen der Tochtergesellschaften in die Konzernwährung mit rund CHF 10 Mio belastet. Das unverwässerte Ergebnis pro Aktie betrug in der Berichtsperiode CHF 31,72. Das um den Verwässerungseffekt der ausstehenden Optionen bereinigte verwässerte Ergebnis pro Aktie betrug CHF 31,62.
07 Free Cashflow
Der in der Berichtsperiode erwirtschaftete Free Cashflow betrug CHF 43,7 Mio.
Der operative Cashflow nahm im Vergleich zur Vorjahresperiode um CHF 15,9 Mio ab und belief sich auf CHF 2,4 Mio. Die Reduktion ist einerseits auf das währungsbedingt tiefere Konzernergebnis, andererseits aber auch auf den weiteren Aufbau des Nettoumlaufvermögens zurückzuführen. Gründe dafür sind unter anderem die Finanzierung des Wachstums, aber auch die stark gestiegenen Rohmaterialpreise und der aufgrund erwarteter weiterer Preissteigerungen bewusst erfolgte Rohmateriallageraufbau. Der gegenüber der Vorjahresperiode stark reduzierte positive Cashflow aus Investitionstätigkeit ist auf die Verkäufe von Wertschriften zurückzuführen, durch die im ersten Halbjahr 2010 ein um CHF 39,4 Mio höherer Cashflow als im ersten Halbjahr 2011 erzielt wurde. Aufgrund des hohen Liquiditätsbestands wurden für den Abbau von Finanzverbindlichkeiten und die Zahlung der Dividende an die Aktionäre flüssige Mittel verwendet, die den erwirtschafteten Free Cashflow von CHF 43,7 Mio um CHF 41,6 Mio überstiegen.
08 Wichtigste verwendete Wechselkurse
Für die wichtigsten Währungen wurden folgende Umrechnungskurse verwendet:
(Tabelle siehe Originaltext)
09 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Die Aktionäre der Forbo Holding AG haben anlässlich der Generalversammlung vom 29. April 2011 beschlossen, das Aktienkapital von CHF 271 315,20 auf CHF 250 000 durch die Vernichtung der im Rahmen des von der Generalversammlung am 25. April 2008 genehmigten Aktienrückkaufprogramms zurückgekauften 213 152 Namenaktien herabzusetzen. Die Kapitalherabsetzung wurde mit dem Eintrag in das Handelsregister des Kantons Zug am 11. Juli 2011 vollzogen und wurde am 14. Juli 2011 im SHAB publiziert. Die Börsenumstellung erfolgte am selben Tag.
Quelle: Forbo