Schweiz.biz

Schweiz.biz

Wirtschaftsinformationsdienst für die Schweiz

Schweiz.biz – Wirtschaftsinformationsdienst für die Schweiz » Solider Leistungsausweis der Zürcher Kantonalbank



Reiseführer kostenlos anfordern!

Solider Leistungsausweis der Zürcher Kantonalbank

Kategorie: Finanzen, Wirtschaft | Eingetragen am 8. Februar 2013 um 16:25 Uhr

Die Zürcher Kantonalbank hat sich im zurückliegenden Geschäftsjahr 2012 gut geschlagen. Der Betriebsertrag übertrifft das Vorjahr um 1,2% und beziffert sich auf 2,1 Mrd. Franken. Der betriebliche Konzerngewinn liegt mit 744 Mio. Franken leicht unter dem Vorjahr (-3,3%). Dank dieses erfreulichen Resultats bleibt die Ausschüttung an den Kanton und die politischen Gemeinden mit 374 Mio. Franken unverändert hoch. In den letzten 10 Jahren wurden insgesamt 3,2 Mrd. Franken ausgeschüttet. Aufgrund des Gewinnrückbehalts hat sich der Substanzwert der Zürcher Kantonalbank im selben Zeitraum zudem um 4,0 Mrd. Franken erhöht. Die Eigenkapitalbasis ist mit einer Eigenkapital-Ratio von 15,2% per Ende 2012 solide.

Trotz einer Verlangsamung der Konjunktur, zurückhaltenden Anlegern und weiterhin tiefen Zinsen hat sich die Zürcher Kantonalbank im Geschäftsjahr 2012 ein sehr respektables Ergebnis erarbeitet. Gegenüber dem Vorjahr nahm der Betriebsertrag um 25 Mio. auf 2,1 Mrd. Franken zu (+1,2%). Die Ertragsstruktur ist breit abgestützt. Zum Gesamtergebnis trugen das Zinsengeschäft 54% (Vorjahr 56%), das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft wie im Vorjahr 25% und das Handelsgeschäft 18% bei (Vorjahr 17%).

Solider Zinsertrag
Der Erfolg aus dem Zinsengeschäft konnte mit 1,2 Mrd. Franken auf einem hohen Stand gehalten werden (-2,3%). Vor allem die Passivmarge blieb durch das ausserordentlich tiefe Zinsniveau stark unter Druck. Die angekündigten strengeren Liquiditätsvorschriften werden schon heute antizipiert, indem die Bank ihren Liquiditätspuffer sukzessive erhöht. Dieser Puffer besteht vor allem aus unverzinsten Anlagen bei der Schweizerischen Nationalbank.

Sehr erfreulicher Kommissionsertrag
Das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft, in welchem ein Viertel aller Erträge anfallen, ist bei der Zürcher Kantonalbank zu einem wichtigen Ertragsstandbein geworden. Hauptertragsquelle war im Berichtsjahr erneut das Anlage- und Vermögensverwaltungsgeschäft, das sich trotz der unverändert vorherrschenden Abwartehaltung der Kundschaft sehr positiv entwickelt hat. Das gilt auch für den Kommissionsertrag aus dem Kreditgeschäft, der ebenfalls erfreulich gesteigert werden konnte. Insgesamt belief sich der Kommissions- und Dienstleistungsertrag auf 536 Mio. Franken (+2,0%) – ein Rekordergebnis.

Verlässliches Handelsgeschäft
Die Zürcher Kantonalbank gehört zu den schweizweit führenden Anbieterinnen von Handelsprodukten. Ihre Handelsaktivitäten basieren auf einem klaren Kundenfokus und unterliegen strengen risikopolitischen Vorgaben. In der Berichtsperiode konnte ein Handelserfolg von 379 Mio. Franken erwirtschaftet werden (+6,4%). Das ist das drittbeste je erzielte Ergebnis. Die Marktrisiken im Handelsbuch (Value-at-Risk mit Haltedauer 10 Tage) gingen von durchschnittlich 26 Mio. Franken (2011) auf im Mittel 21 Mio. Franken zurück. Zum Gesamterfolg im Handelsgeschäft trugen der Devisen-, Noten- und Edelmetallhandel 133 Mio. Franken bei, der Handel mit Obligationen, Zins- und Kreditderivaten 104 Mio. Franken, der Handel mit Aktien und Aktienderivaten 14 Mio. Franken und der übrige Handelserfolg, zu welchem das Geschäft mit strukturierten Produkten sowie der Bereich Securities Lending und Borrowing gehört, 127 Mio. Franken.

Der übrige Erfolg bezifferte sich auf 54 Mio. Franken (2011: 35 Mio. Franken). Der Mehrertrag ist in erster Linie auf Veräusserungserfolge von Finanzanlagen zurückzuführen.

Höherer Geschäftsaufwand
Der Geschäftsaufwand nahm um 21 Mio. auf 1,3 Mrd. Franken zu (+1,7%). Der Personalaufwand belief sich auf 870 Mio. Franken (-0,4%). Die leichte Abnahme liegt in tieferen variablen Lohnbestandteilen begründet. Ende 2012 beschäftigte die Zürcher Kantonalbank 5’068 Mitarbeitende (teilzeitbereinigt). Das sind 33 Vollzeitstellen weniger als im Vorjahr (-0,7%).

Der Sachaufwand stieg gegenüber dem Vorjahr um 6,6% auf 396 Mio. Franken an. Infolge des Umbaus des Hauptsitzes der Zürcher Kantonalbank hat nicht zuletzt der Raumaufwand deutlich zugenommen. Die Cost/Income-Ratio (Geschäftsaufwand und Abschreibungen auf Anlagevermögen in Prozenten des Betriebsertrages) lag mit 64,4% (Vorjahr 63,5%) leicht über dem von der Bank definierten Zielband (58 bis 64%). Weil sich die Erträge über die letzten Jahre tendenziell seitwärts bewegt haben, während die Kosten sukzessive anstiegen, hat die Geschäftsleitung im September 2012 beschlossen, mit einem Effizienzsteigerungsprogramm Gegensteuer zu geben. Die Bank will in der Produkt- und Leistungserbringung, im Vertrieb wie auch in der Abwicklung einfacher und effektiver werden. Durch optimierte Prozesse sollen die Kosten markant gesenkt werden. Als Sofortmassnahme wurde ein Einstellungsstopp verfügt.

Moderater Wertberichtigungs- und Rückstellungsaufwand
Der betriebliche Bruttogewinn für das Geschäftsjahr 2012 bewegt sich mit 856 Mio. Franken auf Vorjahresniveau (2011: 852 Mio. Franken). Die Abschreibungen auf dem Anlagevermögen beliefen sich auf 100 Mio. Franken (2011: 88 Mio. Franken). Grund für die Zunahme sind höhere Abschreibungen auf Beteiligungen. Für Wertberichtigungen, Rückstellungen und Verluste ergab sich ein Aufwand von 46 Mio. Franken (2011: 29 Mio. Franken). Bei den Kreditrisiken (Ausfallrisiken) übertrafen die Auflösungen von Wertberichtigungen die notwendigen Neubildungen. Dies spricht für die Qualität des Kreditportefeuilles der Zürcher Kantonalbank. Schliesslich resultierte im Berichtsjahr ein ausserordentlicher Ertrag von 33 Mio. Franken (2011: 34 Mio. Franken), der wie im Vorjahr vor allem durch die Auflösung nicht beanspruchter Wertberichtigungen zustande kam.

Die Zürcher Kantonalbank beurteilt nebst den Ausfallrisiken auch alle anderen am Bilanzstichtag erkennbaren Risiken und bildet wo nötig und quantifizier- und beurteilbar entsprechende Rückstellungen. Die Bank hat Kenntnis davon, dass das U.S. Department of Justice (DOJ) und der U.S. Internal Revenue Service (IRS) das grenzüberschreitende Geschäft der Zürcher Kantonalbank mit US-Kunden untersuchen. Die Zürcher Kantonalbank kooperiert mit den US-Behörden. Zurzeit lässt sich nicht beurteilen, ob und gegebenenfalls zu welchem Zeitpunkt und in welcher Höhe für die Zürcher Kantonalbank in diesem Zusammenhang finanzielle Verbindlichkeiten anfallen werden.

Bezüglich des Retrozessionsentscheids des Bundesgerichts vom 30. Oktober 2012 hat die Zürcher Kantonalbank eine umfassende Risikoanalyse durchgeführt und dabei geprüft, auf welche Geschäftsbeziehungen das höchstrichterliche Urteil Auswirkungen hat. Die Bank hat ihre vertraglichen Regelungen in der Vergangenheit stets nach den einschlägigen Vorgaben erfüllt und ihre Kunden transparent informiert. Die Zürcher Kantonalbank beurteilt das Risiko, für vergangene Geschäftsjahre nachträglich Rückvergütungen ausrichten zu müssen, daher als wenig wahrscheinlich.

Leichter Gewinnrückgang
Der betriebliche Konzerngewinn lag mit 744 Mio. Franken (Vorjahr 769 Mio. Franken) nur unwesentlich unter dem Vorjahr (-3,3%) *1.

Solide Refinanzierung
Die Bilanzsumme ist im Berichtsjahr um 16,7 Mrd. Franken gewachsen und belief sich per 31. Dezember 2012 auf 150,7 Mrd. Franken (+12,5%). Mehr als die Hälfte der Aktiven entfielen auf Kundenausleihungen. Die Kundengelder machten nahezu zwei Drittel der Bilanzsumme aus und überstiegen die Kundenausleihungen um 20% – eine solide Refinanzierungsstruktur.

Abgeschwächtes Hypothekarwachstum
Die Kundenausleihungen, die sich per 31. Dezember 2012 auf 78,6 Mrd. Franken bezifferten (Vorjahr 73,9 Mrd. Franken), setzen sich aus Hypothekarforderungen sowie Forderungen gegenüber Kunden zusammen.

Letztere erhöhten sich um 2,3 Mrd. auf 11,2 Mrd. Franken (+26,6%). Die starke Zunahme erklärt sich dadurch, dass die Zürcher Kantonalbank bei Securities Lending & Borrowing-Geschäften vermehrt auch Bargeld statt Wertschriften-Sicherheiten leistet, die als Forderungen gegenüber Kunden bilanziert werden. Der Bestand an Hypothekarforderungen nahm 2012 um 2,3 Mrd. auf 67,4 Mrd. Franken zu (+3,6%). Gegenüber dem Vorjahr, in dem eine Zuwachsrate von 4,9% verzeichnet wurde, fiel das Wachstum 2012 moderater aus. Die Zürcher Kantonalbank verfolgt eine sehr zurückhaltende Ausleihungspolitik und schenkt der Qualität der Ausleihungen grösste Aufmerksamkeit. Angesichts latenter Zinsänderungsrisiken errechnet die Bank die Tragbarkeit einer Liegenschaft für den Kunden nach wie vor mit einem kalkulatorischen Hypothekarzins von 5%. Die Kunden setzten auch in der Berichtsperiode klar auf Hypotheken mit fester Laufzeit. Dabei hat sich der Trend zum Abschluss von Hypotheken mit langfristigen Laufzeiten im zweiten Semester akzentuiert. Gemessen am Gesamthypothekarbestand hat sich der Anteil Hypotheken ohne feste Laufzeit von 4% auf 2% zurückgebildet.

Die Zürcher Kantonalbank ist die Referenzadresse im Kreditgeschäft für Unternehmen im Wirtschaftsraum Zürich. Im Berichtsjahr konnte das Volumen der Kreditengagements im Firmenkundenportefeuille der Bank um 2,4 Mrd. auf 39,9 Mrd. Franken ausgeweitet werden (+6,3%). 2012 hat die Bank 76 Jungunternehmen in traditionellen Branchen mit 15 Mio. Franken unterstützt und 11 Mio. Franken in 36 innovative Start-ups investiert. Das Kreditportefeuille der Zürcher Kantonalbank ist von unverändert hoher Qualität. Das beweist unter anderem auch das äusserst tiefe Volumen überfälliger Forderungen (Non-performing Loans) von 236 Mio. Franken (Vorjahr 245 Mio. Franken).

Hohe Giroguthaben
Der Bestand an flüssigen Mitteln erhöhte sich signifikant um 17,5 Mrd. auf 26,1 Mrd. Franken. Dabei handelt es sich vornehmlich um Giroguthaben bei der Schweizerischen Nationalbank. Die Forderungen gegenüber Banken gingen auf 17,2 Mrd. Franken zurück (-1,6%), während die Verpflichtungen gegenüber Banken um 5,8 Mrd. auf 31,8 Mrd. Franken anstiegen (+22,1%). Interbankengeschäfte der Zürcher Kantonalbank sind überwiegend durch Wertschriften oder liquide Mittel besichert.

Der Handelsbestand in Wertschriften und Edelmetallen belief sich per 31. Dezember 2012 auf 14,5 Mrd. Franken (Vorjahr 14,1 Mrd. Franken). Davon entfielen 2,1 Mrd. Franken auf Edelmetalle (Vorjahr 1,1 Mrd. Franken). Die Finanzanlagen reduzierten sich um 3,3 Mrd. auf 3,7 Mrd. Franken (-47,5%). Der Rückgang erklärt sich mit fälligen Finanzanlagen, die nicht mit angemessener Rendite erneuert werden konnten.

Starker Zufluss an Kundengeldern
Angesichts der fragilen Weltwirtschaft und der zahlreichen Unwägbarkeiten über die weitere Konjunkturentwicklung war Anlagekompetenz und Sicherheit bei den Kundinnen und Kunden besonders gefragt. Davon hat die Zürcher Kantonalbank profitiert, die von den grossen Rating-Agenturen Fitch, Moody’s und Standard & Poor’s unverändert erstklassig mit der Bestnote AAA bzw. Aaa bewertet wird. Die bilanzierten Kundengelder verzeichneten ein entsprechend starkes Wachstum um 12,8 Mrd. auf 94,2 Mrd. Franken (+15,8%). Die Verpflichtungen gegenüber Kunden in Spar- und Anlageform erhöhten sich um 2,7 Mrd. auf 44,5 Mrd. Franken (+6,5%). Der Bestand an übrigen Verpflichtungen gegenüber Kunden nahm um 8,3 Mrd. auf 36,5 Mrd. Franken zu (+29,5%), wobei der Zuwachs vor allem Sichteinlagen betraf. Die Nachfrage nach Kassenobligationen war wie schon in den Vorjahren gering, so dass sich der Bestand um 0,3 Mrd. auf 0,6 Mrd. Franken zurückbildete (-29,1%). Zur Sicherstellung der langfristigen Refinanzierung wurden die Obligationenanleihen und Pfandbriefdarlehen um je 1 Mrd. Franken auf 7,6 Mrd. Franken bzw. 5,1 Mrd. Franken aufgestockt.

Erfreulicher Netto-Neugeldzufluss
In einem sehr herausfordernden Marktumfeld ist es der Zürcher Kantonalbank gelungen, ihre Kundenvermögen um 14,8 Mrd. auf die beachtliche Marke von 191,4 Mrd. Franken zu steigern (+8.4%). Die Zürcher Kantonalbank gehört damit zu den fünf grössten Vermögensverwaltern der Schweiz. An Netto-Neugeld verzeichnete die Bank 8,3 Mrd. Franken (Vorjahr 12,3 Mrd. Franken). Institutionelle Anleger und Unternehmen führten der Bank 5,8 Mrd. Franken zu und 2,5 Mrd. Franken stammten von Privatanlegern.

Gesunde Eigenkapitalbasis
Per 31. Dezember 2012 stehen den erforderlichen Eigenmitteln von 4,7 Mrd. Franken anrechenbare Eigenmittel von 8,9 Mrd. Franken gegenüber. Der Eigenmitteldeckungsgrad stieg auf 190,3% (Vorjahr 175,2%). Die Eigenkapital-Ratio (Tier 1, Basel II.5) lag bei 15,2% (2011: 13,4%). Bereits per 1. Januar 2013 wurden jedoch weitere Neuerungen aus dem Regelwerk „Basel III“ wirksam, welche die Ratio um 0,5 Prozentpunkte auf 14,7% zurückgehen lassen. Die Eigenkapitalrendite (RoE) beziffert sich auf 9,0%.

Unverändert hohe Gewinnausschüttung
Das erfreuliche Geschäftsergebnis 2012 ermöglicht der Zürcher Kantonalbank, die Gewinnausschüttung auf hohem Niveau zu halten. Dem Kanton und den politischen Gemeinden des Kantons Zürich fliessen wie in den vergangenen drei Jahren 330 Mio. Franken zu. Davon gehen 220 Mio. Franken an den Kanton und 110 Mio. Franken an die 171 Gemeinden. Zusätzlich wird dem Kanton das Dotationskapital zu Selbstkosten abgegolten, womit weitere 44 Mio. Franken in die Staatskasse gelangen (2011: 47 Mio. Franken). Insgesamt beträgt die Gewinnausschüttung für das zurückliegende Geschäftsjahr 374 Mio. Franken. In den letzten 10 Jahren wurden total 3,2 Mrd. Franken ausgeschüttet. Aufgrund des Gewinnrückbehalts hat sich der Substanzwert der Zürcher Kantonalbank im selben Zeitraum zudem um 4 Mrd. Franken erhöht.

Durchzogener Ausblick
Obwohl in der Schweiz für 2013 eine leicht verbesserte Konjunkturdynamik erwartet wird, ist für die Zürcher Kantonalbank eine nachhaltige wirtschaftliche Erholung mit klar positiven Wachstumsraten nicht in Sicht. Die Bank rechnet daher für das laufende Geschäftsjahr bei einer anhaltend hohen Kostenintensität mit stagnierenden Erlösen und geht von einem gegenüber 2012 tieferen Geschäftsergebnis aus.

*1 In diesem Gewinnausweis ist der einmalige Aufwand von 150 Mio. Franken für die Pensionskasse im Zusammenhang mit der Senkung des technischen Zinssatzes von 3,5% auf 3,0% per 1. Januar 2013 nicht berücksichtigt. Wie in der Semesterberichterstattung per 30. Juni 2012 bereits erwähnt, hat der Bankrat im ersten Halbjahr 2012 entschieden, die Kosten der Zinssatzsenkung im Sinne einer nachhaltigen Personalpolitik zulasten des Personalaufwands zu übernehmen.

Quelle: Zürcher Kantonalbank, www.zkb.ch



Einen Kommentar hinterlassen - nur für registrierte Benutzer.