- Absichtserklärung (MoU) zwischen ABB und Rolls-Royce SMR zielt darauf ab, die Entwicklung und den Einsatz standardisierter, werkseitig gefertigter kleiner modularer Reaktoren (SMRs) voranzutreiben, von denen jeder 470 MW CO₂-armen Strom erzeugen kann
- Automatisierungs- und Elektrifizierungslösungen von ABB unterstützen die effiziente Umsetzung und den Ausbau künftiger Small-Modular-Reactor-Projekte
- Gemäss der Internationalen Energieagentur könnte die weltweite SMR-Kapazität bei unveränderten politischen Rahmenbedingungen bis 2050 auf 40 Gigawatt ansteigen
ABB und Rolls-Royce SMR haben ein Memorandum of Understanding (MoU) zur Zusammenarbeit bei künftigen SMR-Projekten unterzeichnet. Die von Rolls-Royce SMR entwickelte Small-Modular-Reactor-Technologie zielt darauf ab, Projektrisiken zu senken, Liefer- und Versorgungssicherheit zu gewährleisten sowie weltweit eine kosteneffiziente und kohlenstoffarme Stromerzeugung mit kurzer Realisierungszeit zu ermöglichen.
Im Rahmen der Vereinbarung werden ABB und Rolls-Royce SMR potenzielle Kooperationsmöglichkeiten für die geplante SMR-Flotte von Rolls-Royce SMR evaluieren. Jeder Reaktor soll eine elektrische Leistung von 470 MW bereitstellen und damit über einen Betriebszeitraum von 60 Jahren1 rund eine Million Haushalte mit zuverlässiger, kohlenstoffarmer Energie versorgen können. ABB wird hierzu die Einsatzmöglichkeiten seiner Lösungen in den Bereichen Automatisierung, Elektrifizierung, Instrumentierung sowie industrielle Kommunikation über alle relevanten Geschäftsbereiche hinweg analysieren. Ziel ist es, durch den gezielten Einsatz bewährter Technologien die Standardisierung, Skalierbarkeit und Effizienz der SMR-Projekte zu erhöhen und deren Umsetzung sowie Markteinführung zu beschleunigen.
Rolls-Royce SMR hat bereits mit standortspezifischen Planungs- und Umsetzungsaktivitäten für die ersten Small Modular Reactors in Grossbritannien begonnen. Geplant sind zunächst drei Reaktoreinheiten in Nordwales. Das Projekt soll mehrere Tausend Arbeitsplätze schaffen und regionale Lieferketten stärken.
Das Unternehmen arbeitet ausserdem mit ČEZ zusammen für den Einsatz von Rolls-Royce-SMR am Standort Temelín. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, weitere Einheiten in Tušimice und Dětmarovice zu errichten. Kürzlich wurde das Unternehmen zudem von Videberg Kraft ausgewählt, drei SMRs auf der schwedischen Värö-Halbinsel zu liefern.
Die im Rahmen der Absichtserklärung vereinbarte Zusammenarbeit wird über die britische Niederlassung von ABB mit Sitz in Warrington umgesetzt. ABB beschäftigt weltweit rund 110 000 Mitarbeitende, darunter auch an Standorten in Schweden und der Tschechischen Republik.
«Rolls-Royce SMR revolutioniert die Art und Weise, wie Kernkraftprojekte umgesetzt werden, um durch einen standardisierten, werkseitig vorgefertigten Ansatz mehr Kosten- und Terminsicherheit zu gewährleisten», sagte Stacy O’Brien, Leiterin des Bereichs Procurement Enterprise bei Rolls-Royce SMR. «ABB kann auf eine lange und beeindruckende Erfolgsbilanz bei Automatisierungs- und Elektrifizierungslösungen für Energieinfrastrukturprojekte zurückblicken, und diese Vereinbarung bietet die Gelegenheit, zu prüfen, wie wir unser Portfolio gemeinsam mit Rolls-Royce SMR erweitern können.»
Nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) besitzen Small Modular Reactors das Potenzial, die Entwicklung des Energiesektors massgeblich zu beschleunigen, sofern sie durch geeignete politische Massnahmen und innovative Geschäftsmodelle unterstützt werden. Auf Basis der aktuellen politischen Rahmenbedingungen prognostiziert die IEA eine weltweite SMR-Gesamtkapazität von 40 Gigawatt bis 2050. Durch gezielte politische Unterstützung für Kernenergie, optimierte Regulierungsverfahren für SMRs sowie die erfolgreiche industrielle Umsetzung neuer Reaktordesigns könnte die Kapazität auf bis zu 120 Gigawatt ausgebaut werden1.
«Wir freuen uns, Rolls-Royce SMR bei der Entwicklung einer globalen SMR-Flotte zu unterstützen. Damit können zusätzliche Kapazitäten für eine zuverlässige und kosteneffiziente Grundlaststromversorgung geschaffen und der weltweit steigende Bedarf an kohlenstoffarmer Energie gedeckt werden», sagte Per Erik Holsten, Leiter der Division Energy Industries von ABB. «Zusammenarbeit ist dabei ein entscheidender Erfolgsfaktor – kein einzelnes Unternehmen und kein Land kann den für die Zukunft erforderlichen Ausbau und die Transformation der Energieversorgung allein bewältigen. Partnerschaften entlang der gesamten energiewirtschaftlichen Wertschöpfungskette sind entscheidend, um die Markteinführung moderner und fortschrittlicher Kernenergietechnologien zu beschleunigen.»
Kernstück jedes Rolls-Royce-SMR ist ein Druckwasserreaktor, der auf einer weltweit bewährten Technologie beruht, die bereits in Hunderten von Kernreaktoren im Einsatz ist. Bei dem Reaktor von Rolls-Royce SMR handelt es sich um einen symmetrisch angeordneten Druckwasserreaktor mit drei Primärkreisläufen und kompakter Bauweise. Mehrstufige Sicherheits- und Redundanzkonzepte sowie zusätzliche Backup-Systeme sorgen für ein Höchstmass an Sicherheit und Zuverlässigkeit.
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ABB ist ein führendes globales Technologieunternehmen in den Bereichen Elektrifizierung und Automation, das eine nachhaltigere und ressourceneffizientere Zukunft ermöglicht. Durch die Verbindung von technischer Expertise und Digitalisierung sorgt ABB dafür, dass Industrien hohe Leistungen erbringen und gleichzeitig effizienter, produktiver und nachhaltiger werden, um ihre Ziele zu übertreffen. Bei ABB nennen wir das «Engineered to Outrun». Das Unternehmen blickt auf eine über 140-jährige Geschichte zurück und beschäftigt rund 110 000 Mitarbeitende weltweit. Die Aktien von ABB sind an der SIX Swiss Exchange (ABBN) und an der Nasdaq Stockholm (ABB) kotiert.
1] https://www.rolls-royce-smr.com/
2] https://www.iea.org/reports/the-path-to-a-new-era-for-nuclear-energy/executive-summary
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Quelle:
ABB Ltd
abb.com
