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Spürbare Auswirkungen der Finanzkrise auf den Geschäftsgang unserer Unternehmung

Kategorie: Industrie | Eingetragen am 26. März 2009 um 07:03 Uhr

Nach einem positiven Verlauf des 1. Semesters 2008 gingen Bestellungseingänge und Abliefermengen in der 2. Jahreshälfte stark zurück. Bei sinkenden Rohmaterial- und Legierungskosten kamen gleichzeitig die Verkaufserlöse unter Druck. Ab dem 4. Quartal 2008 waren Massnahmen zur Reduktion der Kapazitäten unumgänglich. Die Umsatzerlöse erreichten EUR 4’091.9 Mio. (2007: EUR 4’247.3 Mio.). Das Betriebliche Ergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) beläuft sich auf EUR 233.9 Mio. (2007: EUR 416.8 Mio.) und das EBIT auf EUR 138.4 Mio. (2007: EUR 326.0 Mio.). Hierin sind EUR 134.5 Mio. Abwertungen auf Vorräte wegen gesunkener Preise für Schrott und Legierungselemente enthalten, die im 2.Semester anfielen. Das Konzernergebnis beträgt deshalb nur EUR 62.8 Mio. (2007: EUR 188.5 Mio.). Die Konzernrechnung per 31. Dezember 2008 wird erstmals auf Basis von IFRS (International Financial Reporting Standards) publiziert. Aufgrund der geringen Visibilität in den Märkten sind Aussagen über den weiteren Verlauf des Geschäftsganges im Jahre 2009 derzeit schwierig zu machen.

Die weltweite Finanzkrise und der dadurch ausgelöste Einbruch der Konjunktur hatte auch für unsere Unternehmung einen spürbaren Einfluss. Nach einem guten Verlauf des 1. Semesters 2008 schwächte sich die Nachfrage nach Stahlprodukten in vielen unserer Marktsegmente im 2. Halbjahr massiv ab. Den dramatischsten Rückgang verzeichneten wir bei unseren Kunden in der Automobil- und Automobilzulieferindustrie. Die Abnehmer reagierten auf die Abschwächung des Geschäftsganges mit dem Abbau von Lagerbeständen sowie der Reduktion, Stornierung und Verschiebung von Aufträgen. Dies zwang uns ab dem 4. Quartal zu Kapazitätsreduktionen in unseren Werken. Sie erfolgten durch den Abbau von Überzeit- und Gleitzeitsaldi, Ferienguthaben und die Reduktion von Leih- resp. Temporärmitarbeitern. Seit Januar 2009 mussten wir in diversen Werken zu Kurzarbeit übergehen. Es ist unser Ziel, die Stammbelegschaft wenn immer möglich zu behalten, um das vorhandene Know-how nicht zu verlieren.

Einen weiteren negativen Einfluss auf unsere Ertragssituation hatte die volatile Entwicklung der Rohstoff- und Legierungspreise. Die Schrottpreise halbierten sich bis Ende 2008 von ihren im Juni 2008 erreichten Höchstwerten, und die Preise für wichtige Legierungsmittel wie Nickel ermässigten sich in der 2. Jahreshälfte ebenfalls stark. Dies machte einen Wertberichtigungsbedarf in Höhe von insgesamt EUR 134.5 Mio. notwendig. Ungünstig verlief auch die Entwicklung der Währungen, speziell des Euro gegenüber dem Schweizer Franken und dem US-Dollar.

Die Rechnungslegung für das Geschäftsjahr 2008 wurde auf den internationalen Rechnungslegungsstandard IFRS (International Financial Reporting Standards) umgestellt. Damit soll die Konzernrechnung, die bisher nach den Swiss GAAP FER Richtlinien erstellt wurde, für den Kapitalmarkt noch transparenter und international vergleichbarer werden.

Kennzahlen
Die Umsatzerlöse des Konzerns liegen für 2008 bei EUR 4’091.9 Mio. (2007: EUR 4’247.3 Mio.). Das Betriebliche Ergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) nach Wertberichtigungen auf Vorräte in Höhe von EUR 134.5 Mio. beträgt EUR 233.9 Mio. (2007: EUR 416.8 Mio.). Das EBIT macht EUR 138.4 Mio. aus (2007: EUR 326.0 Mio.). Das Konzernergebnis (EAT) beläuft sich auf EUR 62.8 Mio. (2007: EUR 188.5 Mio.).

Finanzlage
Der Cash flow vor Erwerb von Konzerngesellschaften beträgt EUR 41.1 Mio. (2007: EUR – 45.5 Mio.). Die Bilanzsumme stabilisierte sich auf EUR 2’670.2 Mio. (2007: EUR 2’661.0 Mio.). Die Nettofinanzverbindlichkeiten stiegen leicht auf EUR 988.0 Mio. (2007: EUR 950.7 Mio.). Der Eigenkapitalanteil liegt bei 30.7% (2007: 27.4%). Zur Stärkung des Eigenkapitals trug die Aufnahme von hybridem Fremdkapital in der Höhe von EUR 80 Mio. bei, welches von den Hauptaktionären der SCHMOLZ+BICKENBACH AG, der SCHMOLZ+BICKENBACH Holding AG und der Gebuka AG, zur Verfügung gestellt wurde. Bereits im Mai 2008 haben wir einen Schuldschein über EUR 250 Mio. mit Tranchen von drei, fünf und sieben Jahren platziert, um unsere langfristige Finanzierung abzusichern. Zum gleichen Zeitpunkt bezahlten wir EUR 100 Mio. aus dem bestehenden Konsortialkredit zurück.

Antrag für Dividendenausschüttung
Der Verwaltungsrat beantragt der Generalversammlung die Ausschüttung einer Dividende von CHF 0.50 pro Aktie (2007: CHF 1.25 pro Aktie).

Investitionen
Wir haben mit EUR 221.4 Mio. (2007: EUR 243.4 Mio.) wiederum ein bedeutendes Investitionsvolumen umgesetzt. Dieses zielt auf eine weitere Steigerung der Effizienz unserer Werke und Vertriebsorganisationen sowie auf die Bereitstellung zusätzlicher, höherwertiger Produkte und Dienstleistungen. Das Hauptprojekt betrifft weiterhin den Neubau des Stahlwerkes von A. Finkl & Sons in Chicago. Grossakquisitionen wie in den Vorjahren wurden in 2008 nicht getätigt. Kleinere Vertriebsaktivitäten haben wir in Deutschland und Frankreich übernommen. Zudem konnten neue Stützpunkte in Indien und in Dubai errichtet werden.

Aussichten
Wir gehen davon aus, dass die Schwächetendenzen in den für uns wichtigen Marktsegmenten Automobil- und Maschinenbau weiter anhalten. Besser dürften sich die Bereiche Energiegewinnung und -erzeugung entwickeln. Wir können nach heutigem Erkenntnisstand frühestens im 2. Semester 2009 von einer gewissen Verbesserung der Auftrags- und damit der Auslastungssituation ausgehen. Bis zu diesem Zeitpunkt dürften die überhöhten Lagerbestände bei unseren Kunden bzw. in der gesamten Wertschöpfungskette abgebaut sein und damit ein entsprechender Bedarf ausgelöst werden. Wir rechnen damit, dass sich dieser auf einem tieferen Niveau als in den letzten Jahren bewegen wird. Wir erwarten für 2009 im Vergleich mit den Vorjahren aufgrund des schwierigen Marktumfeldes mit tieferen Umsatzerlösen und deutlich kleineren Ertragswerten. Aufgrund der vorgenommenen Beschäftigungs- und Kapazitätsanpassungen, eines straffen Kostencontrollings, eines strikten Working Capital Managements, der eingeleiteten Kostensenkungsund Finanzierungsmassnahmen und der in den letzten Jahren umgesetzten Investitionsprojekte sind wir überzeugt, dass wir mit unserer Aufstellung in den Bereichen Edelbau-, rostfreie und Werkzeugstähle gut gerüstet sind für die Herausforderungen des laufenden Jahres.

Quelle: SCHMOLZ+BICKENBACH AG



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