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Schulthess Group – Halbjahresbericht 2011

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Liebe Aktionärinnen und Aktionäre
Die Schulthess Group konnte sich, nach einem Übergangsjahr in 2010, im ersten Semester dieses Jahres positiv entwickeln und steigerte die Rentabilität deutlich. Die Restrukturierung der Kältetechniksparte sowie Effizienzsteigerungsprogramme und ein freundlicheres Marktumfeld in der Wärmetechnik führten, trotz negativen Währungseinflüssen, zu einer wesentlichen Verbesserung der Ertragskraft.

Der Umsatz der Gruppe lag mit CHF 139.6 Mio. genau auf Vorjahreshöhe. Der Umsatzverlust infolge des Ausstiegs aus dem Kälte-Anlagenbau betrug CHF 5.8 Mio. Der negative Währungseinfluss aufgrund des schwachen Euros im Vergleich zum Schweizer Franken betrug rund CHF 8.5 Mio. Beide Effekte konnten vollumfänglich durch das operative Geschäft kompensiert werden.

Das Betriebsergebnis EBIT stieg um CHF 11.1 Mio. von CHF 3.1 Mio. (inkl. Restrukturierungskosten) im Vorjahr auf CHF 14.2 Mio. an (inkl. Transaktionskosten von CHF 3.0 Mio. im Zusammenhang mit dem Übernahmeangebot von NIBE). Die EBIT-Marge verbesserte sich von 2.2 % auf 10.2 %. Der Halbjahresgewinn betrug CHF 8.5 Mio., ein Plus von CHF 7.6 Mio. (Vorjahr 0.9 Mio.). Restrukturierungskosten fielen in 2011 keine an (Vorjahr CHF 6.6 Mio.).

Am 11. April 2011 teilte die Leitung der Schulthess Group den geplanten Zusammenschluss der beiden Firmen Nibe Industrier AB und Schulthess Group AG mit. Beide Unternehmen ergänzen sich hinsichtlich des Produktsortiments, sowie hinsichtlich der Vertriebskanäle und geografischen Präsenz sehr gut, und können so vom starken Trend im Bereich der erneuerbaren Energien profitieren.

Nach erfolgreichem Abschluss der Transaktion am 29. Juli/9. August 2011 wird die neue Gruppe einen Umsatz in der Grössenordnung von über CHF 1.2 Mia. erreichen. Der Verwaltungsrat der Schulthess Group AG ist überzeugt, dass beide Unternehmen gemeinsam das Potenzial der Nachfrage nach ressourcenschonenden Energielösungen optimal ausschöpfen können.

Höhere Exportzahlen und verbesserte Ertragsmargen in der Waschtechnik
In der Sparte Waschtechnik entwickelte sich das Geschäft im ersten Halbjahr stabil. Der Umsatz belief sich auf CHF 54.4 Mio., das ist ein leichtes Minus von 1.0 % (Vorjahr CHF 54.9 Mio.).

Der Maschinenumsatz konnte gegenüber Vorjahr um 1.7 % gesteigert werden. Sowohl im Haushalt wie im Gewerbebereich wurde ein Wachstum verbucht. Der Umsatz im Ersatzteil- und Kundendienstgeschäft ging aufgrund der neuen Gerätegenerationen und der in den letzten Jahren weiter verbesserten Produktqualität leicht zurück. Der Export zog, nach den schwachen vergangenen zwei Jahren, in diesem Jahr wieder um erfreuliche 21 % an. Insbesondere in unseren Zielmärkten Schweden und UK hat sich die Nachfrage markant erholt.
Das Betriebsergebnis EBIT verbesserte sich von CHF 8.8 Mio. auf CHF 9.4 Mio. (+6.8 %). Trotz anhaltendem Preisdruck am Markt konnte der Materialkosteneinsatz um 1.5 %-Punkte gesenkt werden. Ein wesentlicher Teil der Verbesserung resultierte aus vorteilhaften Wechselkursen beim Rohmaterialeinkauf aus dem Euro-Raum. Die erzielte EBIT-Marge betrug im ersten Halbjahr 17.3 % gegenüber 16.0 % im ersten Halbjahr 2010.

Die ersten sechs Monate standen in der Waschtechnik im Zeichen erhöhter Anstrengungen zur Gewinnung von Marktanteilen sowie der Entwicklung einer neuen Generation von Wärmepumpen-Wäschetrocknern für den Haushalt, die im Herbst 2011 im Markt lanciert wird. Die Geräte sind nach modernsten Kriterien konzipiert und garantieren gegenüber herkömmlichen Trocknern einen bis zu 60 % geringeren Energieverbrauch und sehr kurze Trocknungszeiten.

Wärmetechnik zurück auf steilem und profitablem Wachstumspfad
Die Wärmetechniksparte konnte von der sich erholenden Nachfrage nach Wärmepumpen und Comfort-Lüftungs-anlagen profitieren und erzielte im ersten Halbjahr, trotz negativem Währungseinfluss, ein Umsatzplus von 11.4 %. Der Umsatz stieg von CHF 66.0 Mio. auf CHF 73.6 Mio. an. Der Bestellungsbestand im Werk für Wärmepumpen lag zum Halbjahresende um 64 % über dem Vorjahresbestand. Die Einsparungsprogramme bei den Personal- und Sachkosten aus dem Jahr 2010 sowie die gute Auftragssituation bewirkten eine wesentliche Rentabilitätsverbesserung. Der EBIT stieg von CHF 3.4 Mio. auf CHF 9.3 Mio. an (+172 %). Die Marge verbesserte sich von 5.2 % auf 12.7 %.

Die grössten Wachstumsraten konnten in unseren Kernmärkten Deutschland, Österreich und der Schweiz verzeichnet werden. Überaus positiv entwickelte sich auch unsere strategische OEM-Partnerschaft mit einem führenden europäischen Heizkonzern. Eher enttäuschend waren erneut die Absätze in Frankreich. Der Markt für umwelteffiziente Wärmepumpen-Heizungen hat sich dort, im Gegensatz zu Deutschland, noch nicht ganz erholt.

Der Markt für Comfort-Lüftungen und Brauchwasser- Wärmepumpen, welcher von unserer Tochtergesellschaft Genvex in Dänemark bedient wird, ist weiterhin stark am steigen. Wir konnten ein Wachstum von über 30 % erzielen. Infolge des starken Preisdruckes sind allerdings unsere Renditeerwartungen noch nicht erfüllt, und es gilt, die Leistungsfähigkeit des Bereiches weiter zu optimieren.

Das erste Halbjahr stellte an die Spartenunternehmen vor allem grosse Herausforderungen in Bezug auf den zügigen Kapazitätsausbau in unseren Fertigungsstätten sowie die Weiterentwicklung der Produktsortimente hin zur Markteinführungsreife. In der zweiten Jahreshälfte sind mehrere Produkteinführungen geplant, die dem Geschäft in diesem und den Folgejahren einen zusätzlichen Impuls geben werden.

Kältetechnik: Nach der Restrukturierung in 2010 nun auf dem Weg nach vorne
Nach der Schliessung des Kältetechnik-Anlagenbaus und der Verlagerung des Gerätebaus nach Kasendorf ist die Tochterfirma KKT Kraus nun weitgehend in die Wärmetechniksparte integriert und dadurch langfristig stabilisiert. Die Führung und die Unternehmenssysteme sind vereinheitlich, so dass alle Synergien genutzt werden können.

Der Kältegeräte-Markt blieb robust, hat sich jedoch im ersten Halbjahr weniger prägnant nach oben entwickelt als der Wärmepumpenmarkt. Der Umsatz betrug CHF 11.7 Mio. und lag somit um CHF 7.0 Mio. tiefer (Vorjahr CHF 18.7 Mio.), wobei in der Vorjahresperiode noch ein Umsatz aus dem Anlagenbau von CHF 5.8 Mio. gebucht wurde, der dieses Jahr weg fiel.

Der EBIT lag bei CHF -0.7 Mio. (Vorjahr CHF -1.7 Mio., nach Restrukturierungskosten CHF -8.3 Mio.), was trotz der markanten Verbesserung unter unseren Erwartungen lag. Die Personal- und Sachkosten waren auf Planniveau und widerspiegeln die nachhaltige Wirksamkeit der strukturellen Neuausrichtung.

Ausblick
Die gesamteuropäische Konjunktur hat sich im ersten Halbjahr 2011 günstig entwickelt. Das zweite Halbjahr wird aus Sicht der Schulthess Group keine zentralen Veränderungen zeigen, obwohl sich bei einigen Industriezweigen bereits wieder Schwächesignale andeuten.

Die Waschtechnik wird sich bis Ende Jahr auf Plankurs weiterentwickeln und am Jahresende ein leichtes Wachstum bei verbesserter Rentabilität aufweisen können. Wir erwarten, dass sich der Schweizer Markt mittelfristig stabil zeigt und dass im Exportbereich, wie schon in der Vergangenheit, eine etwas geringere Stabilitätssicherheit angenommen werden muss.

Die Sparte Wärmetechnik wird auch in der zweiten Jahreshälfte einen freundlichen Markt sehen, wobei sich voraussichtlich eine leichte Abschwächung auf hohem Niveau zeigen wird. Der Basiseffekt des schwachen ersten Halbjahres in 2010 gegenüber 2011 wird in der zweiten Jahreshälfte geringer sein. Für das Gesamtjahr rechnen wir mit einem mindestens hohen einstelligen Umsatzwachstum sowie einer wesentlich höheren EBIT-Rendite als im Vorjahr.

In der Kältetechnik werden wir unsere Umsatzziele nur mit erheblicher Anstrengung erreichen. Hauptfokus bleibt die Erreichung eines ausgeglichenen EBIT-Ergebnisses, was im Vergleich zum Vorjahr mit CHF -9.4 Mio. ein deutlicher Schritt in Richtung Gesundung des Unternehmens bedeuten würde.

Gesamthaft wird die Schulthess Group in 2011 ihre prognostizierten Ziele erreichen können. Der Verwaltungsrat und das Management sind überzeugt, dass mit dem Zusammenschluss der beiden Unternehmen Schulthess und NIBE eine erfolgreiche Weiterentwicklung beider Firmen eingeleitet wurde.

Im Zuge der Straffung der Führungsstruktur der Schulthess Group hat Dr. Werner Karlen, neben seiner Funktion als CEO der Schulthess Group, per sofort die Geschäftssparte Wasch- und Haustechnik übernommen. Herr Christian Walker scheidet aus dem Unternehmen aus. Die Sparte Wärme- und Kältetechnik wird zukünftig von Herrn Clemens Dereschkewitz geführt.

(Sonstige Daten und Tabellen siehe Originaltext)

Quelle: Schulthess

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