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Medienmitteilung zu den Halbjahreszahlen 2012 der Forbo-Gruppe

Kategorie: Dienstleister, Finanzen | Eingetragen am 14. August 2012 um 09:14 Uhr

Sparmassnahmen der öffentlichen Hand und anhaltend starker Schweizer Franken führen zu leichtem Umsatzrückgang – Strategie- und Strukturanpassungen kompensieren teilweise Ertragsrückgang – Ausserordentlicher Ertrag aus dem Verkauf der Industrieklebstoffe erhöht Konzernergebnis

Die Forbo-Gruppe – führender Hersteller von Bodenbelägen, Bauklebstoffen sowie Antriebs- und Leichtfördertechnik – erreichte im ersten Halbjahr 2012 einen Nettoumsatz von CHF 603,1 Mio, was in Lokalwährungen einem leichten Rückgang von 0,9% (in Konzernwährung: –2,7%) gegenüber der Vorjahresperiode entspricht. Auch in dieser Berichtsperiode belasteten negative Währungseinflüsse die erzielten Ergebnisse der Forbo-Gruppe. Die EBIT-Marge betrug 9,2% (Vergleichsperiode Vorjahr: 10,9%). Das Betriebsergebnis (EBIT) betrug CHF 55,2 Mio (Vergleichsperiode Vorjahr: CHF 67,5 Mio), was einem Rückgang
von 18,2% entspricht. Das Konzernergebnis aus dem operativen Geschäft der fortgeführten Geschäftsbereiche belief sich auf CHF 40,3 Mio (Vergleichsperiode Vorjahr: CHF 44,7 Mio), was einem Rückgang von 9,8% entspricht. Zusätzlich wurde ein ausserordentlicher Nettoertrag von CHF 73,1 Mio in Zusammenhang
mit dem Verkauf der Aktivität der Industrieklebstoffe erzielt, womit insgesamt ein Konzernergebnis von CHF 113,4 Mio resultierte.

Baar, 14. August 2012
Das erste Halbjahr 2012 war von einem schwierigen Marktumfeld, einem anhaltend starken Schweizer Franken und den Auswirkungen der staatlichen Sparmassnahmen geprägt.

Insbesondere war der Geschäftsbereich Flooring Systems davon betroffen, dessen Umsatz mit Schulen, Krankenhäusern, Altersheimen und öffentlichen Gebäuden zu einem überwiegenden Teil direkt oder indirekt von den öffentlichen Ausgaben abhängt.

Der Verkauf der Aktivität der Industrieklebstoffe, inklusive synthetischer Polymere, konnte mit einem ausserordentlichen Gewinn
erfolgreich abgeschlossen werden. Die Aktivität der Bauklebstoffe, mit einem überwiegenden Umsatzanteil in den Benelux-Staaten, verzeichnete aufgrund der rückläufigen Bauindustrie in dieser Region einen leichten Rückgang beim Umsatz und beim Ertrag.

Der Geschäftsbereich Movement Systems verzeichnete eine leichte Umsatzsteigerung. Die Projekte und Investitionen in Wachstumsmärkte, die Forbo trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen weiterführt, führten jedoch zu einem leicht rückläufigen Ertrag.

Dank eines innovativen Produktportfolios, der in der Vergangenheit getätigten strategischen und nachhaltigen Investitionen in Wachstumsmärkte sowie in Marktsegmente ausserhalb des öffentlichen Bereichs und der konsequenten Anpassungen der Strukturen konnten die Auswirkungen der schwierigen wirtschaftlichen Situation im ersten Halbjahr 2012 weitgehend kompensiert werden.

Verhaltene Umsatzentwicklung
Im ersten Halbjahr 2012 erwirtschaftete Forbo mit CHF 603,1 Mio (Vorjahresperiode: CHF 619,9 Mio) einen gegenüber der Vorjahresperiode in Lokalwährungen um 0,9% leicht tieferen Nettoumsatz, der durch den starken Schweizer Franken nochmals um 1,8% gemindert wurde, sodass in Konzernwährung ein Umsatzrückgang von 2,7% resultierte. Die sich bereits im zweiten Halbjahr 2011 abzeichnende verhaltene Umsatzentwicklung hat sich weiter verstärkt. Movement Systems wies in Lokalwährungen ein moderates Wachstum von 1,3% aus, während Flooring Systems und die Aktivität der Bauklebstoffe mit 1,7% respektive 0,5% einen leichten Umsatzrückgang verzeichneten.

Ergebnissituation durch schwierige wirtschaftliche Rahmenbedingungen beeinflusst
Der leichte Umsatzrückgang, in Kombination mit den strategischen Investitionen in Wachstumsmärkte und in ein innovatives Produktportfolio, führte in allen Bereichen zu geringeren Erträgen als im ersten Halbjahr 2011. Das Betriebsergebnis vor Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) betrug CHF 78,9
Mio (Vorjahresperiode: CHF 88,3 Mio), was einem Rückgang von 10,6% entspricht. Das Betriebsergebnis (EBIT), das ein Impairment bei Flooring Systems von CHF 4,0 Mio beinhaltet, betrug CHF 55,2 Mio gegenüber CHF 67,5 Mio in der Vergleichsperiode im Vorjahr, was einem Rückgang von 18,2% entspricht. Die einzelnen Geschäftsbereiche entwickelten sich unterschiedlich. Movement Systems verzeichnete nur einen leichten Ertragsrückgang, während die Aktivitäten von Flooring Systems und der Bauklebstoffe einen stärkeren Rückgang des Betriebsergebnisses (EBIT) verbuchten, insbesondere aufgrund der Umsatzrückgänge als Folge der massiven Kürzungen von Staatsausgaben sowie der rückläufigen Bautätigkeiten in vielen für Forbo relevanten Märkten.

Margen von Umsatzrückgang leicht geschmälert
Die leicht rückläufige Umsatzentwicklung und der anhaltend starke Schweizer Franken beeinflussten die Betriebsgewinnmargen im ersten Halbjahr 2012 leicht negativ. Die EBITDAMarge reduzierte sich gegenüber der Vorjahresperiode von 14,2% auf 13,1% und die EBITMarge von 10,9% auf 9,2%. Während bei
Movement Systems der Margenrückgang nur gering ausfiel, betrug der Rückgang bei Flooring Systems sowie bei den Bauklebstoffen jeweils rund zwei Prozentpunkte.

Rückläufiges Konzernergebnis aus operativem Geschäft
Aufgrund der deutlich tieferen Steuerquote von 18,0% (Vorjahresperiode: 24,9%) belief sich das Konzernergebnis aus dem operativen Geschäft der fortgeführten Geschäftsbereiche auf CHF 40,3 Mio, was einen Rückgang von 9,8% gegenüber der Vorjahresperiode von CHF 44,7 Mio bedeutet. Zusätzlich wurde ein ausserordentlicher Nettoertrag von CHF 73,1 Mio in Zusammenhang mit dem Verkauf der Aktivität der Industrieklebstoffe erzielt. Dies führte in
der Berichtsperiode zu einem Konzerngewinn von insgesamt CHF 113,4 Mio. In der Vorjahresperiode resultierte ein Konzernergebnis von CHF 74,6 Mio, inklusive eines ausserordentlichen Finanzertrags aus dem Verkauf von Rieter-Aktien von CHF 22,4 Mio nach Steuern. Ein Vergleich auf der Stufe des Konzernergebnisses
ist deshalb nicht sinnvoll.

Starke Bilanz erlaubt weitere Wertsteigerung
Forbo setzt seine Strategie mit verstärkten Aktivitäten in Wachstumsmärkten, einem innovativen Produktportfolio und kundenspezifischen Dienstleistungsangeboten
weiterhin konsequent fort. Forbos Marktpositionen, eine starke Bilanz und die bewährte Strategie erlauben es, den Aufbau in Wachstumsmärkten zu verstärken und auch externe Wachstumsmöglichkeiten wahrzunehmen, um die Position zu stärken. Forbo wird jedoch Akquisitionen nur dann tätigen, wenn damit ein Mehrwert für die Aktionäre geschaffen werden kann. Die liquiden Mittel hält Forbo vorerst als strategische Reserve.

Entwicklung der Geschäftsbereiche
Der Geschäftsbereich Forbo Flooring Systems erzielte im ersten Semester 2012 einen Umsatz von CHF 401,9 Mio (Vorjahresperiode: CHF 418,3 Mio), was in Lokalwährungen einem leichten Rückgang gegenüber der Vorjahresperiode von 1,7% (in Schweizer Franken jedoch einem Umsatzrückgang von 3,9%) entspricht.
Mit Schulen, Krankenhäusern, Altersheimen und öffentlichen Gebäuden als überwiegende Kundensegmente von Flooring Systems ist dieser Geschäftsbereich stark abhängig von den Ausgaben der öffentlichen Hand. Aufgrund der massiven Kürzung von Staatsausgaben in vielen für Forbo relevanten Märkten werden Investitionen,
aber auch Renovationen verschoben oder auch ganz gestrichen. Diese restriktive Ausgabenpolitik dürfte sich weiter akzentuieren. Forbo hat sich an dieses veränderte Umfeld angepasst, indem die Vertriebsstrukturen verstärkt und neue Kundensegmente wie Ladenbau, Büroräumlichkeiten, Hotels oder Gastronomie erschlossen werden. Diese Massnahmen werden jedoch erst mittelfristig Früchte tragen. Das Betriebsergebnis (EBIT), das ein Impairment von CHF 4,0 Mio beinhaltet, hat sich um 19,3% auf CHF 40,5 Mio gegenüber der Vorjahresperiode von CHF 50,2 Mio reduziert. Die EBIT-Marge reduzierte sich von 12,0% in der Vorjahresperiode auf 10,1%.
Der Fokus liegt in den nächsten Monaten weiterhin auf zielgerichteten Marketing- und Vertriebsaktivitäten, dem weiteren Ausbau von neuen Kundensegmenten ausserhalb der öffentlichen Hand und dem verstärkten Aufbau in Wachstumsmärkten.

Aufgrund der anhaltend rückläufigen Bautätigkeit in den Benelux-Staaten reduzierte sich der Umsatz der Aktivität der Bauklebstoffe (fortgeführter Geschäftsbereich Forbo Bonding Systems) im ersten Halbjahr 2012 von CHF 41,9 Mio in der Vorjahresperiode auf CHF 39,5 Mio, was in Lokalwährungen einen leichten Rückgang
gegenüber der Vorjahresperiode von 0,5% (in Schweizer Franken einen Rückgang von 5,7%) bedeutet. Der Umsatzrückgang in den Benelux-Staaten konnte teilweise durch das starke Wachstum im russischen Markt dank der Erschliessung des privaten Wohnmarkts kompensiert werden. Das Betriebsergebnis (EBIT) hat sich um 14,7% auf CHF 8,1 Mio reduziert (Vorjahresperiode: CHF 9,5 Mio). Die EBIT-Marge verringerte sich von 22,7% auf 20,5%. Für die Aktivität der Bauklebstoffe steht im zweiten Halbjahr 2012 die Weiterentwicklung des russischen Markts sowie in Osteuropa im Vordergrund.

Der Geschäftsbereich Forbo Movement Systems erzielte in der ersten Jahreshälfte 2012 einen Umsatz von CHF 161,7 Mio (Vorjahresperiode: CHF 159,7 Mio), was sowohl in Lokalwährungen als auch in Konzernwährung einem Umsatzwachstum gegenüber der Vorjahresperiode von 1,3% entspricht. Der Nachfragetrend im zweiten
Halbjahr 2011 setzte sich auch 2012 fort: Während die Nachfrage in Europa sehr verhalten ist, weisen einzelne Länder der Region Asien Pazifik teilweise zweistellige Wachstumsraten aus. In den grössten Forbo-Märkten China und Japan hat sich die Nachfrage jedoch leicht abgeschwächt. In Nordamerika setzt sich
der positive Umsatztrend fort. Das Betriebsergebnis (EBIT) reduzierte sich leicht um 3,3% auf CHF 14,7 Mio im Vergleich zur Vorjahresperiode von CHF 15,2 Mio. Die EBIT-Marge sank leicht von 9,5% auf 9,1%. Auch im zweiten Halbjahr stehen der Ausbau der Aktivitäten in den Wachstumsmärkten sowie die weltweite Vermarktung des Angebots der Plastikmodulbänder im Vordergrund.

Ausblick 2012
Forbo erwartet, dass die Kürzungen der Ausgaben der öffentlichen Hand anhalten werden und sich die Auswirkungen auf das Geschäft, insbesondere bei Neubauten und Renovationen, leicht verstärken werden. Die strategischen Massnahmen zur Reduktion der Abhängigkeit von der öffentlichen Hand durch die Erschliessung neuer Marktsegmente sind seit Längerem eingeleitet und in der Umsetzung und werden mittelfristig den Umsatzrückgang aus der öffentlichen Nachfrage kompensieren
können. Sofern sich die übrigen Rahmenbedingungen nicht wesentlich ändern, erwartet Forbo im zweiten Halbjahr 2012 ein etwas höheres Konzernergebnis aus dem operativen Geschäft der fortgeführten Geschäftsbereiche als im ersten Semester 2012.

Quelle: Forbo-Gruppe



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