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Vor 50 Jahren wurde das Schindler Werk in Ebikon eröffnet

Kategorie: Industrie | Eingetragen am 21. September 2007 um 12:57 Uhr

Im Herbst 1957 zog Schindler mit rund 2000 Mitarbeitenden und 8000 Tonnen Material von der Luzerner «Sentimatt» auf die «grüne Wiese» in die Rontal-Ebene. Die Fabrik, von der Zürcher Architekten-Gemeinschaft Rohn, Weideli & Gattiker konzipiert, galt bei der Einweihung als die modernste ihrer Art in Europa.

Mit dem Bau der Werkanlage der Firma Schindler wurde im August 1954 begonnen. Damals erstreckte sich zwischen Ebikon und Root ein faste unberührtes, flaches Landwirtschaftsgebiet mit grünen Wiesen und Bauernhöfen.

Im August 1957 konnte Schindler die neuen Fabrikations- und Büroräume beziehen. Für die Fabrik wurde nur rund ein Drittel des Areals überbaut: 40 000 m2 wurden für die Fabrikationsräume, 32 000 m2 für Lager und Nebentriebe und 8 000 m2 für Büroräume beansprucht. Die gesamten Kosten der Verlegung (Umzug und Neubau) beliefen sich auf 44 Mio. Franken, eine für die damalige Zeit enorme Summe Geld.

An der Einweihungsfeier würdigte Alfred F. Schindler, Vizepräsident und Verwaltungsratsdelegerter des Unternehmens, das Werk: «Hier in Ebikon wollen wir eine fortschrittliche und leistungsfähige Industriegemeinschaft schaffen, die es uns ermöglicht, weiterhin erfolgreich im In- und Ausland zu bestehen.» Auch die Schweizer Presse feierte den Fabrikneubau. So schrieb «Die Tat» am 19. Dezember 1958: «Man darf wohl sagen, dass es sich in Bezug auf Organisation der Produktion um die modernste Anlage der Branche handelt. Darüber hinaus ist auch die architektonische Gestaltung überaus schön geworden.» Besonders der 60 Meter hohe Testturm sowie die ruhige horizontalbetonte Fassade des Bürotraktes machten Eindruck. Dazu die NZZ vom 19. Dezember 1958: «Durch die gut überdachte Gesamtdisposition entstand eine grosse, zusammenhängende Fabrikationsfläche…, die den Kern der ganzen Anlage bildet. Infolge ihres räumlichen Zusammenhanges erlaubt sie bei allfälliger Notwendigkeit eine relativ leichte Umstellung der maschinellen Anlagen. Ein besonders typisches, mit den ausgedehnten Hallen kontrastierendes Element bildet der ca. 60 m hohe Aufzugs-Prüfturm.»

Schindler hat 1952 mit dem Kauf von 200 000 m2 Land Weitblick bewiesen. Doch zur damals prognostizierten Erweiterung des Fabrikationsgebäudes kam es nie. Zwar wurden später noch weitere Gebäude auf dem Schindler-Areal gebaut: Der Versuchsturm M, die Schwerhalle, das Management-Gebäude, das Informatikgebäude, das R&D-Gebäude (Forschung), das Ausbildungszentrum, und die Sporthalle samt Sportanlagen. Die eigentliche Fabrikationsanlage von 1957 aber hat ihr ursprüngliches Aussehen bewahrt.

Vor sechs Jahren hat der Schindler Konzern den Entschluss gefasst, industriell nicht mehr benötigtes Land zu verkaufen. Davon betroffen sind auch die 120 000 m2, nie für die Fabrikerweiterung genutzen Landreserven am Hauptsitz in Ebikon. Bereits überbaut ist das Gebiet Mittlerfildern vis à vis des Bürogebäudes, wo die kantonale Lehrpensionskasse eine Wohnüberbauung realisierte. Auf dem Schindler Areal Süd sind Bürobauten mit einem integrierten neuen Personalrestaurant geplant, auf dem Areal Nord, neben dem geplanten Autobahnzubringer Buchrain, wird das Wellness- und Einkaufszentrum «Ebisquare» entstehen. Baubeginn dafür ist der Herbst 2008, die Eröffnung ist für den März 2011 geplant.



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