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Roche: neues Programm, um Entwicklungsländern Zugang zu Tamiflu zu erleichtern

Kategorie: Pharma/Medizin | Eingetragen am 1. Juli 2009 um 17:04 Uhr

Einrichtung des Tamiflu-Reservierungsprogramms als Pandemie-Versicherung für Entwicklungsländer

Roche hat heute die Einführung des Tamiflu-Reservierungsprogramms (TRP) für Entwicklungsländer bekannt gegeben. Das Programm, das mit unverzüglicher Wirkung in Kraft tritt, wird gewährleisten, dass Regierungen und Patienten vieler Entwicklungsländer Zugang zu Tamiflu (Oseltamivir) haben, wenn von der World Health Organization (WHO) eine Grippepandemie* ausgerufen wird, bzw. zur Behandlung eines neuen Grippestamms, der nach den Angaben der WHO zurzeit ein signifikantes Pandemiepotenzial besitzt.

Unter dem TRP-Programm wird Roche Tamiflu-Vorräte für bestimmte Entwicklungsländer herstellen und lagern, und zwar zu deutlich reduzierten Kosten, die über mehrere Jahre verteilt werden können. Wenn eine Grippepandemie ausgerufen wird oder im Falle einer öffentlichen Gesundheitsnotlage wird Roche die Vorräte an die Regierungen der betroffenen Länder verschicken. Die Länder können ihre Option zum Kauf des Medikaments jederzeit in Anspruch nehmen.

„Dieses neue Programm ist eine weitere Ergänzung zu den von Roche bereits ergriffenen Initiativen in Bezug auf den Zugang zu Tamiflu“, kommentierte William M. Burns, CEO Der Division Pharma von Roche. „Wir bieten der WHO das Tamiflu-Programm an, was aber nicht bedeutet, dass Roche einen Exklusivitätsanspruch auf das Programm erhebt. Dies gibt der WHO die Möglichkeit, seine Grundsätze auch auf andere Virostatika, Impfstoffe und medizinischen Bedarf anzuwenden“.

Der volle Preis von 10 Tamiflu-Kapseln beträgt ohne lokale Steuern, Gebühren oder Abgaben:

  • 5 bis 6 Euro pro Packung à 75 mg,
  • 3 bis 3,65 Euro pro Packung à 45 mg, und
  • 2 bis 2,55 Euro pro Packung à 30 mg.

Zur Gewährleistung der Qualität und Sicherheit des Medikaments würden die Tamiflu-Vorräte bis zum Zeitpunkt der Auslieferung unter kontrollierten Bedingungen von Roche gelagert. Der genaue Preis innerhalb der oben genannten Preisspanne wird von der seitens der jeweiligen Regierung oder UN-Organisation gewünschten Lagerdauer abhängen.

„Zurzeit haben nur sechs der als einkommensschwach geltenden Länder einen Tamiflu-Vorrat. Das sind 0,02% der einkommensschwachen Länder“, so David Reddy, Leiter der Taskforce für Globale Pandemiebereitschaft. „Dieses Programm versetzt die Länder in die Lage, Tamiflu im Rahmen ihrer Pandemie-Vorbereitungen für die Bevölkerung zu reservieren, und zwar zu signifikant niedrigeren Kosten, die über die Lagerdauer des Produkts verteilt werden können. Auf diese Weise versuchen wir, auf kostengünstige Weise Zugang zu dem Präparat zu ermöglichen. Das Programm geht ferner auf die Problematik der kontrollierten Lagerung und Sicherheit des Medikaments ein, da dies in Entwicklungsländern möglicherweise ein Problem darstellen könnte.“

Die Länder, die zur Teilnahme an diesem Programm in Frage kommen, sind die Mitgliedsländer der Global Alliance for Vaccines and Immunization (GAVI), ausgenommen Indien**/***. Roche führt zurzeit Gespräche mit verschiedenen Agenturen in Bezug darauf, wie die Bestellung des Medikaments von einer UN-Partneragentur wie der WHO oder UNICEF koordiniert werden könnte. Potenzielle Finanzierungsquellen wären die Weltbank, Spendenorganisationen, Stiftungen und die Länder selbst.

Zusätzlich zum TRP hat Roche eine Reihe von Schritten unternommen, um den weltweiten Zugang zu Tamiflu zu fördern. Dazu gehören:

* Auffüllung der an die WHO gespendeten 5,65 Millionen Packungen Tamiflu
* Gestaffelte Preise für Tamiflu, wobei Unterschiede bei den Preisen für Industrienationen und Entwicklungsländer gemacht werden
* Die Erteilung von Unterlizenzen zur Herstellung von Oseltamivir an Hetero in Indien, Shanghai Pharma und HEC in China sowie ein Technologietransfer an Aspen Pharmaceuticals in Südafrika
* Eine Unternehmenspolitik, derzufolge in den am wenigsten entwickelten Ländern keine Patente für Tamiflu angemeldet oder durchgesetzt werden, was den Ländern die Möglichkeit gibt, eigene Maßnahmen zur Beschaffung von Virostatika zu ergreifen.

Alle erwähnten Markennamen sind gesetzlich geschützt.

Quelle: F. Hoffmann-La Roche AG



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