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Zwischenbilanz: Kulturaustausch mit China

Kategorie: Kultur | Eingetragen am 12. Oktober 2009 um 09:08 Uhr

Im Herbst 2008 lancierte die Schweizer Kulturstiftung ihr Programm «Swiss Chinese Cultural Explorations» und blickt nunmehr auf ein Jahr intensiver Zusammenarbeit mit dem Reich der Mitte zurück. Während das Programm in der Volksrepublik seinem Höhepunkt entgegensteuert, nimmt ein China-Festival in der Schweiz Form an. Im Rahmen von «Culturescapes 2010» werden Projekte aus dem Programm und weitere 30 chinesische Produktionen in der ganzen Schweiz zu sehen sein. Das chinesische Kulturministerium sowie vier Regionen Chinas haben ihre Partnerschaft und Unterstützung zugesagt.

Ein Jahr nach dem Start zeigt sich: «Swiss Chinese Cultural Explorations» befindet sich auf Kurs. Das Programm, im Herbst 08 mit einem Budget von 3 Mio. CHF lanciert, will langfristige Partnerschaften mit chinesischen Veranstaltern aufbauen und das Reich der Mitte für Schweizer Künstlerinnen und Künstler zugänglich machen. Im Zentrum stehen schweizerisch-chinesische Koproduktionen.

Programmentwicklung in China
In den vergangenen Monaten konnten zehn Projekte – von Film, Literatur und Visueller Kunst bis zu Theater, Tanz und Esskultur – in China realisiert werden. So lockte unter anderem «Synthetic Times», eine gross angelegte Ausstellung zu elektronischer Kunst mit starker Schweizer Beteiligung im vergangenen Sommer 60’000 Besucher nach Peking. Und auch der «Sommernachtstraum», gemeinsam vom Zürcher Ballett, chinesischen Schauspielern und dem Shanghai Symphony Orchestra einstudiert, kam beim chinesischen Publikum sehr gut an – die Vorstellungen waren ausverkauft.
Jetzt auf Herbst 2009 präsentieren sich gleich 14 weitere Produktionen in China. Bei «Multilingual Typography» dreht sich alles rund um Schriftzeichen, in den Festivalkinos in Beijing und Nanjing laufen Schweizer Filme und die Designausstellung «Criss & Cross» tourt durch vier Städte. Weiter verknüpft «Crosslink Musik» die Kulturen beider Länder und begegnen sich chinesische und Schweizer Medienkünstler in «Timelapse». In einer letzten Staffel werden im ersten Halbjahr 2010 15 weitere Produktionen in China realisiert, bevor das vielfältige Programm mit der Eröffnung der Expo in Shanghai Ende Mai 2010 abschliesst.

Rückspiel in die Schweiz
Nicht nur im fernen China, auch in der hiesigen Schweiz soll das Publikum in den Genuss der facettenreichen Projekte kommen. Dank einer Vereinbarung zwischen Pro Helvetia und dem Festival «Culturescapes» in Basel wird dieser Wunsch Wirklichkeit. Die Zusammen-arbeit ermöglicht es, 15 Koproduktionen und weitere 30 chinesische Projekte im Herbst 2010 in der ganzen Schweiz zu präsentieren. Im Rahmen des Festivals werden u.a. das Theaterprojekt «The Mystery» über Heilkräfte in beiden Kulturen zu sehen und die schweizerisch-chinesische Jazzgruppe «Sonic Calligraphy» zu hören sein. Dass auch die chinesischen Partner grosses Interesse an der Zusammenarbeit haben, beweist die Zusage zur offiziellen Partnerschaft seitens des chinesischen Kulturministeriums sowie von vier Regionen der Volksrepublik. Die chinesische Seite bekräftigt mit der Übernahme von Reise-, Transport-, Visa- und Versicherungskosten für die chinesischen Künstler sein wachsendes Engagement für die Förderung von zeitgenössischem chinesischem Kulturschaffen.

Chancen und Grenzen der Zusammenarbeit
Chinas zeitgenössische Kulturszene hat in den letzten Jahren eine rasante Entwicklung erlebt. Neue Räume für Kultur, Festivals und Kulturzentren sind entstanden und das Interesse der chinesischen Kulturschaffenden am Experiment und an neuen Kunstformen ist gross. Das dynamische Umfeld wirkt sich auch auf die Kreativität der Schweizer Künstler aus: Alles scheint möglich, Flexibilität ist ein Muss. Neben aufwändigen Bewilligungsverfahren für Veranstaltungen stellt sich bei jedem Projekt die Frage der Machbarkeit und der Zensur. Zudem treten immer wieder organisatorische Hürden auf. «Es zeigt sich, dass die Pro-Helvetia-Teams in Shanghai und Beijing für den Aufbau neuer Beziehungen unabdingbar sind. Sie unterstützen die Schweizer Kulturschaffenden bei Recherchen, beraten bei kulturellen und sprachlichen Missverständnissen. Sie pflegen die Beziehungen zu unseren chinesischen Partnern, vermitteln in heiklen Situationen und helfen, Krisen zu bewältigen», fasst Angela Wettstein, Leiterin des Programms, zusammen.

Über die Weiterführung des Programmbüros in China als Aussenstelle von Pro Helvetia ab Sommer 2010 entscheidet der Stiftungsrat Ende 2009.

Weitere Informationen zum Programm finden Sie auf der Internetseite von Pro Helvetia: www.prohelvetia.ch/Swiss-Chinese-Explorations

Quelle: Pro Helvetia



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