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Roche übernimmt das Biotechnologie-Unternehmen Piramed

Kategorie: Bildung und Forschung, Pharma/Medizin | Eingetragen am 15. April 2008 um 07:32 Uhr

  • Roche erhält Zugang zu wichtigem onkologischem Angriffspunkt mit Potenzial für die Behandlung weitverbreiteter Krebserkrankungen wie Brust- und Lungenkrebs: erster Arzneimittelkandidat in Phase I
  • Zweites Forschungsprogramm mit möglichem Ansatzpunkt bei entzündlichen Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis

Roche übernimmt Piramed Limited, ein britisches Unternehmen, das sich auf Therapien konzentriert, die gezielt an der PI3-Kinase (PI3-K) ansetzen. Der PI3-K-Signalweg spielt eine wichtige Rolle beim Fortschreiten der Erkrankung und bei der Resistenz von Krebszellen gegen Chemotherapeutika. Präklinische Studien haben die Wirksamkeit von PI3-K-Hemmern bei einem breiten Spektrum von Tumoren wie Brust- und Lungenkrebs sowie ihre mögliche Bedeutung bei der Behandlung entzündlicher Krankheiten wie z.B. rheumatoide Arthritis gezeigt.

Mit dieser Übernahme stärkt Roche ihre Forschungs- und Entwicklungspipeline durch die beiden grossen Forschungsprogramme von Piramed mit PI3-K-alpha in der Onkologie und PI3-K-delta bei Entzündungskrankheiten. Das PI3-K-alpha-Programm hat eine Substanz in der Phase I der klinischen Entwicklung und wird zurzeit in Zusammenarbeit mit Genentech, an dem Roche eine Mehrheitsbeteiligung hält, weiterentwickelt. Das bisher ohne Partner durchgeführte Entwicklungsprogramm mit PI3-K-delta befindet sich noch im vorklinischen Stadium und wird in das umfangreiche F&E-Portfolio der Roche-Gruppe im Bereich der Entzündungskrankheiten integriert.

„Die Integration der vielversprechenden Forschung und Entwicklung von Piramed festigt die führende Stellung von Roche in der Onkologie“, sagte William M. Burns, CEO der Division Pharma von Roche. „Innovative Medikamente haben die Krebsbehandlung zweifellos radikal verändert, doch Krebs ist nach wie vor eine der Haupttodesursachen. Daher setzen wir weiterhin auf Investitionen in die Entwicklung neuer Behandlungsmöglichkeiten. Zudem ergänzt diese Übernahme unsere Forschungsaktivitäten im Bereich behindernder entzündlicher Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis“.

Michael Moore, CEO von Piramed, sagte: „Seit der Gründung von Piramed 2003 haben wir eine bedeutende Lizenzvereinbarung mit Genentech getroffen und unser sehr vielversprechendes erstes Onkologieprodukt in die klinische Phase vorangebracht. Die heutige Übernahme durch Roche unterstreicht den Wert unserer Pipeline und ist ein Beweis für die wissenschaftliche Qualität der Arbeit unseres Teams. Mit der unbestrittenen Exzellenz von Roche in Onkologie und Entzündungskrankheiten hat Piramed eine sichere langfristige Heimat für seine Forschung von internationalem Rang gefunden.“

Die Vereinbarung
Gemäss der Vereinbarung wird Roche 100% der Aktien von Piramed für 160 Millionen US-Dollar erwerben. Dazu kommen noch 15 Millionen US-Dollar für das Erreichen des ersten Etappenziels, die bei Beginn von klinischen Phase-II-Studien im Rahmen des Onkologieprogramms fällig werden. Der endgültige Transaktionswert ergibt sich aus der verbleibenden Nettoliquidität nach Abschluss der Transaktion, die noch von den Wettbewerbsbehörden geprüft werden muss. Die Übernahme wird voraussichtlich im Laufe des zweiten Quartals 2008 abgeschlossen.

Über die PI3-K-Programme
PI3-Kinasen spielen sowohl bei Krebs als auch bei entzündlichen Immunkrankheiten eine Rolle. Bei Krebs ist die Hochregulierung des PI3-K-Signalwegs ein sehr häufiges charakteristisches Merkmal, und verschiedene Komponenten dieses Signalwegs sind an der Entwicklung von Krebs beteiligt. Darüber hinaus hat sich gezeigt, dass die anhaltende Aktivierung des PI3-K-Signalwegs ein Hauptmechanismus der Resistenz gegen potenzielle Chemotherapeutika ist, die gezielt am epidermalen Wachstumsfaktorrezeptor angreifen. Präklinische Daten weisen klar auf den möglichen breiten Nutzen von Krebsmedikamenten hin, die diesen Signalweg auf der Ebene von PI3-K blockieren, insbesondere die Alpha-Isoform. Solche Wirkstoffe hemmen vermutlich die Vermehrung von Krebszellen und überwinden die Resistenz der Krebszellen gegen zytoxoxische Medikamente.

Die Delta-Isoform von PI3-K spielt eine wichtige Rolle bei entzündlichen Immunkrankheiten, vor allem solchen, die durch das erworbene Immunsystem verursacht werden. Inhibitoren von PI3-K-delta regulieren bestimmte Funktionen von B- und T-Zellen, Mastzellen und Neutrophilen herunter und haben eine wesentliche Aktivität in verschiedenen Versuchsmodellen menschlicher immunbedingter Entzündungskrankheiten gezeigt. Diese Daten deuten auf einen möglichen breiten klinischen Nutzen als neue Therapeutika in diesem vielfältigen Krankheitsgebiet hin.

Über Piramed
Piramed ist ein biotechnologisches Unternehmen, das neue Medikamente vorwiegend zur Behandlung von Krebs und immunbedingten Entzündungskrankheiten wie Arthritis und Asthma erforscht und entwickelt. Piramed ist führend in der Entwicklung hochselektiver Wirkstoffe, die verschiedene Isoformen des Enzyms PI3-K hemmen, deren Schlüsselrolle bei einem breiten Spektrum von Krankheitsprozessen zunehmend erkannt wird. Die führende Position des Unternehmens auf diesem Gebiet wurde 2005 anerkannt, als es eine Zusammenarbeit mit Genentech zur Weiterentwicklung seines PI3-K-alpha-Programms vereinbarte. Ausserdem verfolgt das Unternehmen in Eigenregie weitere Entwicklungsprogramme mit der Isoform PI3-K-delta als Angriffspunkt, die sich im Spätstadium der vorklinischen Entwicklung befinden, sowie einige Programme in früheren Phasen mit verschiedenen molekularen Ansatzpunkten. Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.piramed.com.

Über Roche
Roche mit Hauptsitz in Basel, Schweiz, ist ein global führendes, forschungsorientiertes Healthcare-Unternehmen in den Bereichen Pharma und Diagnostika. Als weltweit grösstes Biotech-Unternehmen trägt Roche mit innovativen Produkten und Dienstleistungen, die der Früherkennung, Prävention, Diagnose und Behandlung von Krankheiten dienen, auf breiter Basis zur Verbesserung der Gesundheit und Lebensqualität von Menschen bei. Roche ist der weltweit bedeutendste Anbieter von In-vitro-Diagnostika sowie von Krebs- und Transplantationsmedikamenten, nimmt in der Virologie eine Spitzenposition ein und ist ferner auf weiteren wichtigen therapeutischen Gebieten aktiv, darunter Autoimmun-, Entzündungs- und Stoffwechselkrankheiten sowie Erkrankungen des Zentralnervensystems. 2007 erzielte die Division Pharma einen Umsatz von 36,8 Milliarden Franken und die Division Diagnostics Verkäufe von 9,3 Milliarden Franken. Roche unterhält Forschungs- und Entwicklungskooperationen und strategische Allianzen mit zahlreichen Partnern – hierzu gehören auch Mehrheitsbeteiligungen an Genentech und Chugai – und hat 2007 über 8 Milliarden Franken in die Forschung und Entwicklung investiert. Roche beschäftigt rund 79’000 Mitarbeitende. Weitere Informationen finden sich im Internet unter www.roche.com.

Alle in dieser Pressemitteilung erwähnten Markennamen sind gesetzlich geschützt.

Quelle: Roche AG



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