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Erfolgreiches Geschäftsjahr 2013 der Zürcher Kantonalbank

Kategorie: Finanzen, Wirtschaft | Eingetragen am 7. Februar 2014 um 14:29 Uhr

Die Zürcher Kantonalbank hat sich im Geschäftsjahr 2013 gut behauptet. Der Bruttogewinn erhöhte sich um 2,5% auf 877 Mio. Franken, der Konzerngewinn um 7,2% auf 797 Mio. Franken. Dieses erfreuliche Jahresergebnis gestattet es der Bank, eine Gewinnausschüttung an den Kanton und die politischen Gemeinden von insgesamt 369 Mio. Franken vorzunehmen und die Eigenkapitalbasis mit einem Gewinnrückbehalt von 428 Mio. Franken weiter zu stärken. Mit anrechenbaren Eigenmitteln von 9,4 Mrd. Franken erreichte die Zürcher Kantonalbank Ende 2013 eine Kernkapitalquote (Tier 1) von 16,2%.

Die Zürcher Kantonalbank erwirtschaftete 2013 wie im Vorjahr einen Betriebsertrag von 2,1 Mrd. Franken. Die Ertragsstruktur ist breit abgestützt. Mit 53% bleibt das Zinsengeschäft die Hauptertragsquelle. Das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft steuerte 26%, das Handelsgeschäft 16% und der übrige Erfolg 5% zum guten Gesamtergebnis bei.

Gegenläufige Entwicklungen im Zinsengeschäft
Mit 1,1 Mrd. Franken blieb der Zinserfolg 3,2% hinter dem Vorjahresergebnis zurück. Während das Aktivgeschäft einen positiven Einfluss auf den Zinsensaldo hatte (+4%), sank der übrige Zinserlös aufgrund des anhaltend tiefen Zinsniveaus deutlich (-19%).

Kommissionsertrag auf Höchststand
Die Bemühungen der Zürcher Kantonalbank, ihr Anlagegeschäft kontinuierlich auszubauen, tragen Früchte. Die Erträge im Wertschriften- und Anlagegeschäft konnten um 5% gesteigert werden. Mit 551 Mio. Franken (+2,8%) erreichte das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft einen neuen Höchststand.

Respektabler Handelserfolg
Seit der Neuausrichtung des Handelsgeschäfts 2007/2008 zeichnen sich die Handelsergebnisse durch eine hohe Kontinuität aus. Im Berichtsjahr bezifferte sich der Handelserfolg auf 340 Mio. Franken (-10,1%). Zu diesem ansprechenden Resultat trugen der Devisen-, Sorten- und Edelmetallhandel 129 Mio. Franken bei, der Handel mit Obligationen, Zins- und Kreditderivaten 107 Mio. Franken, der Handel mit Aktien und Aktienderivaten 21 Mio. Franken und der übrige Handelserfolg 83 Mio. Franken. Letzterer beinhaltet den Handel mit strukturierten Produkten sowie den Bereich Securities Lending und Borrowing, der gegenüber 2012 etwas weniger stark nachgefragt wurde. Sämtliche Handelsaktivitäten der Zürcher Kantonalbank orientieren sich an Kundenbedürfnissen und erfolgen nach klaren risikopolitischen Vorgaben. Vom allozierten ökonomischen Risikokapital entfallen rund 8% auf das Handelsgeschäft.

Übriger ordentlicher Ertrag mit starkem Wachstum
Der übrige ordentliche Ertrag erfuhr gegenüber 2012 annähernd eine Verdoppelung auf 109 Mio. Franken. Der Mehrertrag ist in erster Linie auf die Veräusserung einer Aktienbeteiligung an der Ascom Holding AG zurückzuführen, die seit 2007 als Finanzanlage in den Büchern gehalten wurde.

Wirksame Kostenbremse
Der Geschäftsaufwand konnte auf 1,2 Mrd. Franken gesenkt werden (-2%). Die Cost/Income-Ratio (Geschäftsaufwand und Abschreibungen auf Anlagevermögen in Prozenten des Betriebsertrages) hat sich von 64,4% auf 62,7% verbessert und liegt wieder im von der Bank definierten Zielband von 58 bis 64%. Bei den Personalkosten von 851 Mio. Franken (-2%) zeigte der von der Bank per 1.09.2012 verfügte Personalstopp Wirkung. Der teilzeitbereinigte Personalbestand ging von 5’068 auf 4’818 per Ende 2013 zurück (-4,9%). Keine Abstriche macht die Zürcher Kantonalbank bei Lehrlingen und Praktikanten. Sie beschäftigt 352 Lernende und Praktikanten (Vorjahr 349) und gehört damit zu den wichtigsten Ausbildungsstätten für kaufmännische Berufe im Kanton.
Beim Sachaufwand, der sich auf 390 Mio. Franken belief, konnten dank Prozessoptimierungen und Ausgabendisziplin ebenfalls Einsparungen erzielt werden (-2%).

Höherer Bruttogewinn
Dank einem Betriebsertrag auf Vorjahreshöhe und geringerem Geschäftsaufwand erhöhte sich der Bruttogewinn auf 877 Mio. Franken, womit das Vorjahresergebnis um 2,5% übertroffen wurde.

Erfreulicher Konzerngewinn
Ausserordentliche Erträge aus Liegenschaftenverkäufen sowie Auflösungen von nicht mehr beanspruchten Wertberichtigungen und Rückstellungen einerseits und Aufwendungen für neue Wertberichtigungen und Rückstellungen andererseits halten sich praktisch die Waage, so dass dank tieferen Abschreibungen (-12,8%) ein Konzerngewinn von 797 Mio. Franken resultiert (+7,2%).

Zurückhaltung im Hypothekargeschäft
Die Bilanzsumme hat sich im vergangenen Jahr um rund 1 Mrd. Franken verringert und belief sich per 31. Dezember 2013 auf 149,7 Mrd. Franken (-0,7%). Die Refinanzierungsstruktur präsentiert sich unverändert solide: Mehr als die Hälfte der Aktiven entfielen auf Kundenausleihungen, hauptsächlich im Hypothekargeschäft. Auf der Passivseite der Bilanz machten die Kundengelder nahezu zwei Drittel der Bilanzsumme aus, womit sie die Kundenausleihungen um 19% überstiegen.

Die Kundenausleihungen, bestehend aus Hypothekarforderungen und Forderungen gegenüber Kunden, erhöhten sich auf 80,4 Mrd. Franken (+2,4%). Der Bestand an Hypothekarforderungen belief sich auf 69,7 Mrd. Franken. In ihrer Kreditvergabepolitik hat sich die Bank grösste Zurückhaltung auferlegt. Der Zuwachs von 2,3 Mrd. Franken entspricht exakt dem Vorjahr und liegt mit 3,4% unter dem Marktwachstum. Bei der Tragbarkeitsberechnung für die Kunden macht die Zürcher Kantonalbank angesichts latenter Zinsänderungsrisiken keine Konzessionen und geht von einem kalkulatorischen Hypothekarzins von 5% aus.

Die Forderungen gegenüber Kunden gingen auf 10,8 Mrd. Franken zurück (-3,7%). Die Bestandesabnahme erklärt sich mit einem Rückgang der festen Vorschüsse per 31. Dezember 2013.

Gefragte Exportfinanzierungen
Mit der Entwicklung ihres Firmenkundengeschäfts ist die Bank zufrieden. Das Volumen der Kreditengagements für Firmenkunden konnte um 0,2 Mrd. Franken (Vorjahr 2,4 Mrd. Franken) auf 40,1 Mrd. Franken ausgeweitet werden (+0,5%). Darüber hinaus hat die Bank 77 Jungunternehmer in traditionellen Branchen mit 28,8 Mio. Franken unterstützt und 12,5 Mio. Franken in 34 innovative Start-ups investiert. Die Qualität des Kreditportefeuilles ist hoch, wie das geringe Volumen überfälliger Forderungen (Non performing Loans) von 176 Mio. Franken (Vorjahr 236 Mio. Franken) verdeutlicht. Eine wichtige Rolle nimmt die Zürcher Kantonalbank im Exportgeschäft ein. Der Bestand an Exportfinanzierungsgeschäften erhöhte sich 2013 auf 1,3 Mrd. Franken (Vorjahr 0,9 Mrd. Franken).

Bedeutende Liquiditätspuffer
Um für strengere Liquiditätsvorschriften schon jetzt gerüstet zu sein, hat die Zürcher Kantonalbank im 2013 zusätzliche Liquidität aufgebaut. Die flüssigen Mittel erhöhten sich auf 29,5 Mrd. Franken (+13,3%). Dabei handelt es sich vor allem um unverzinste Einlagen (Giroguthaben) bei der Schweizerischen Nationalbank.

Die Forderungen gegenüber Banken bildeten sich auf 14,6 Mrd. Franken zurück (-15%), während die Verpflichtungen gegenüber Banken mit 31,8 Mrd. Franken nahezu unverändert blieben (-0,1%). Das Interbankengeschäft der Zürcher Kantonalbank ist in wesentlichem Umfang durch Wertschriften oder liquide Mittel besichert.

Der Handelsbestand in Wertschriften und Edelmetallen bezifferte sich per Ende 2013 auf 13,3 Mrd. Franken (2012: 14,5 Mrd. Franken). Auf Edelmetalle entfielen 1,9 Mrd. Franken (Vorjahr 2,1 Mrd. Franken).

Umbau des Hauptsitzes der Zürcher Kantonalbank
Sachanlagen sind mit 698 Mio. Franken bilanziert (+4,1%). In der Berichtsperiode wurden 122 Mio. Franken investiert. Das für die Bank aktuell wichtigste Bauprojekt ist der Umbau ihres Hauptsitzes an der Zürcher Bahnhofstrasse. In die Modernisierung dieses Gebäudes werden bis 2015 über 200 Mio. Franken investiert.

Stolzer Bestand an bilanzierten Kundengeldern
Der Bestand an traditionellen Kundengeldern, bestehend aus Verpflichtungen gegenüber Kunden in Spar- und Anlageform, übrigen Verpflichtungen gegenüber Kunden, Kassenobligationen, Obligationenanleihen sowie Pfandbriefen, nähert sich der 100-Milliarden-Marke. 2013 konnte der Bestand um weitere 1,7 Mrd. Franken auf 95,9 Mrd. Franken gesteigert werden (+1,8%). In Spar- und Anlageform sind der Bank 44 Mrd. Franken anvertraut – praktisch gleich viel wie im Vorjahr (-1%). Die übrigen Verpflichtungen nahmen auf 37,1 Mrd. Franken zu (+1,8%). Dagegen bildete sich der Bestand an Kassenobligationen auf 460 Mio. Franken zurück (-28,3%). Der Bestand an Obligationenanleihen von 8,1 Mrd. Franken und Pfandbriefdarlehen von 6,2 Mrd. Franken wurde im Interesse der langfristigen Refinanzierung der Bank um 547 Mio. Franken (+7,2%) bzw. 1,1 Mrd. Franken (+22,2%) aufgestockt. Die Durchschnittszinssätze mittel- und langfristiger Refinanzierungen sind 2013 nochmals gesunken und lagen für Kassenobligationen Ende Jahr bei 1,49%, für Obligationenanleihen bei 1,67% und für Pfandbriefdarlehen bei 1,38%.

Insgesamt beliefen sich die Kundenvermögen Ende 2013 auf 191,9 Mrd. Franken (2012: 191,8 Mrd. Franken). Infolge des sinkenden Goldpreises verzeichneten die Gold-ETFs Rückzüge von 2,7 Mrd. Franken. Im Private Banking International führten die Fokussierung auf wenige Kernmärkte und die konsequente Ausrichtung auf Steuerkonformität zu Vermögensabflüssen von rund 1,4 Mrd. Franken. Gleichzeitig verzeichnete die Bank aber auch steuerkonforme Neugelder aus Kernmärkten von 0,8 Mrd. Franken. Die Performance auf den verwalteten Vermögen sowie Zuflüsse von Firmen und institutionellen Anlegern sorgten für einen positiven Beitrag von rund 7,2 Mrd. Franken.

Angemessene Risikovorsorge
Der Bestand an Wertberichtigungen und Rückstellungen erhöhte sich um 72 Mio. Franken auf 688 Mio. Franken. Dies unterstreicht die gute Qualität der Aktivseite der Bilanz und das moderate Risikoprofil der Bank. Mit der Neubildung von Wertberichtigungen und Rückstellungen wird erkenn- und bezifferbaren Kredit-, Abwicklungs-, Prozess- und anderen Geschäftsrisiken Rechnung getragen. Ihre Risiken beurteilt die Zürcher Kantonalbank laufend. Das gilt auch für die Risiken in Bezug auf die Untersuchung des Department of Justice (DoJ) im US-Steuerstreit. Soweit erforderlich, trifft die Bank eine entsprechende Risikovorsorge.

Solide Eigenkapitalbasis
Die Zürcher Kantonalbank verfügt per 31. Dezember 2013 über anrechenbare Eigenmittel von 9,4 Mrd. Franken (Vorjahr 8,9 Mrd. Franken). Dank des Gewinnrückbehalts aus dem Jahresergebnis 2013 von 428 Mio. Franken und tieferen Kreditrisiken konnte die Eigenkapitaldecke weiter verstärkt werden. Ende 2013 erreichte die Bank eine Kernkapital-Quote (Tier 1) von 16,2%. Die aktuelle Eigenmittelzielgrösse des Regulators (inkl. antizyklischem Puffer) von 13,4% wurde damit um 2,8 Prozentpunkte übertroffen. Die Eigenkapitalrendite verbesserte sich auf 9,2% (2012: 9%). Die Zürcher Kantonalbank ist das einzige Schweizer Finanzinstitut, das von den drei grossen Ratingagenturen Fitch, Standard & Poor’s und Moody’s mit einem AAA bzw. Aaa bewertet worden ist. Wesentliche Argumente waren die starke Eigenkapitalbasis der Bank, die solide Ertragslage, das moderate Risikoprofil und last but not least auch die Staatsgarantie.

Die Zürcher Kantonalbank erwartet eine weitere Verschärfung der Eigenmittelregulation. Nachdem der Bundesrat einer Erhöhung des antizyklischen Puffers für Wohnbauhypotheken von 1 auf 2% im Januar 2014 zugestimmt hat, werden die Eigenmittelanforderungen des Regulators bereits per Mitte 2014 um weitere 0,4 Prozentpunkte steigen. Auf Antrag der Nationalbank kann dieser Kapitalpuffer durch den Bundesrat jederzeit weiter verstärkt werden. Fest steht, dass die Eigenmittelerfordernisse für die Zürcher Kantonalbank nach Ablauf der Übergangsfrist Ende 2016 um 0,6 Prozentpunkte und aufgrund der Systemrelevanz der Bank Ende 2018 um zusätzliche 0,4 Prozentpunkte erhöht werden. Die Abschaffung des Schweizer Standardansatzes (SA-CH) bis 2018 und mögliche Änderungen in der Eigenmittelunterlegung des Handelsbuches, welche von der FINMA zurzeit geprüft werden, sind weitere Faktoren, die in naher Zukunft zu einem steigenden Eigenmittelbedarf führen könnten. Damit besteht die reale Möglichkeit, dass sich die regulatorischen Eigenmittelanforderungen innerhalb der nächsten fünf Jahre bis zu 3 Prozentpunkte verschärfen könnten. In weiser Voraussicht hat die Bank deshalb bei dem Kantonsrat im Januar 2013 eine Erhöhung des seit bald zwei Jahrzehnten unveränderten Dotationskapitalrahmens um 2 Mrd. Franken beantragt. Das Kantonsparlament wird im Verlaufe dieses Jahres über das Gesuch zu befinden haben.

Respektable Gewinnausschüttung
Das gute Jahresergebnis 2013 erlaubt der Zürcher Kantonalbank eine Gewinnausschüttung an die öffentliche Hand in der Höhe der Vorjahre. Neben der Abgeltung des Dotationskapitals im Betrage von 39 Mio. Franken (2012: 44 Mio. Franken) werden dem Kanton Zürich 220 Mio. Franken als Ausschüttung überwiesen. Den Zürcher Gemeinden fliessen 110 Mio. Franken zu. Insgesamt beläuft sich die Gewinnausschüttung auf 369 Mio. Franken. Pro Einwohnerin und Einwohner erhält der Kanton Zürich von der Zürcher Kantonalbank rund 182 Franken, die Gemeinden rund 77 Franken.

Zürcher Kantonalbank erwartet ansprechendes Geschäftsergebnis 2014
Für die Schweizer Wirtschaft prognostiziert die Zürcher Kantonalbank für 2014 ein leicht anziehendes BIP-Wachstum und eine aufgehellte Konjunktur. Dadurch dürfte nicht nur die Exportwirtschaft an Fahrt gewinnen, sondern auch das Vertrauen der Privatanleger in die Märkte sukzessive zurückkehren, was den Geschäftsgang der Zürcher Kantonalbank im 2014 begünstigen wird. Das Zinsengeschäft, die wichtigste Ertragsquelle der Bank, wird hingegen unter Druck bleiben, umso mehr, als sich eine Zinstrendwende frühestens 2015 abzeichnet. Insgesamt rechnet die Zürcher Kantonalbank für das Geschäftsjahr 2014 mit einem ansprechenden Resultat.

Source: Zürcher Kantonalbank



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