Verlangsamter Anstieg der Studierendenzahlen
Die Universität Basel verzeichnete in den letzten 10 Jahren einen Studierendenzuwachs von rund 50% und ist damit von allen schweizerischen Universitäten am schnellsten gewachsen. Im Jahre 2009 hat sich dieses Wachstum verlangsamt und liegt noch bei rund 2%. Eine Zunahme der Immatrikulationen in die Bachelorstudiengänge konnten vor allem die Juristische, die Philosophisch-Naturwissenschaftliche und die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät verzeichnen. Der Anteil der Studierenden aus Basel-Stadt und Basel-Landschaft hat leicht zugenommen. Gestiegen ist auch die Zahl der ausländischen Studierenden und vor allem der Doktorierenden. Ein weiterer markanter Anstieg der Studierendenzahlen ist in den nächsten Jahren nicht zu erwarten.
10 Jahre Bologna
Die europäischen Bildungsminister haben im März 2010 in Budapest und Wien den mit der Bologna-Deklaration anvisierten europäischen Hochschulraum planmässig proklamiert. An der Universität Basel ist die Reform seit 2006 in allen Fachbereichen umgesetzt. Grundsätzlich wird die Reform als geglückt bezeichnet. Sie leidet aber noch an zu behebenden Kinderkrankheiten. So wird insbesondere eine teilweise übertriebene Formalisierung der Studiengänge moniert, die auch die Mobilität behindert. Die im Jahre 2009 an mehreren europäischen Universitäten sich manifestierenden Studierendenproteste richteten sich unter anderem gegen die als einengend empfundene Verschulung. Auch an der Universität Basel äusserte sich der Unmut in einer mehrtägigen Besetzung der Aula des Kollegienhauses. Es gilt, vor allem im Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften gewisse Freiräume zurückzugewinnen. Das wichtigste Ergebnis der Bolognareform an der Universität Basel ist die Etablierung einer Kultur der ständigen Optimierung der Lehre. Konsequenterweise konzentriert sich die Universität Basel derzeit im Bereich der Lehre vornehmlich auf die Qualitätssicherung.
Forschung und Nachwuchs
Die Einwerbung von Forschungsmitteln beim schweizerischen Nationalfonds hat mit Zusprachen von insgesamt 60.8 Mio. Franken einen neuen Höchststand erreicht. Davon entfallen allein 47.6 Mio. Franken auf im Jahre 2009 eingegebene Forschungsprojekte im Bereich der freien Grundlagenforschung. Dies ist grundsätzlich einer höheren Erfolgsquote bei den Gesuchen sowie der erfolgreichen Nutzung neuer Förderinstrumente des Nationalfonds zu verdanken. Insbesondere im Programm «sinergia», das Verbundprojekte mit mehreren Partnern fördert, konnte die Universität Basel erfolgreich Mittel einwerben.
Auch im Bereich der EU-Programme ist eine konstant hohe Erfolgsrate zu verzeichnen (6.5 Mio. Fr.). Weitere zwei Millionen Franken fliessen der Universität aus Stiftungsmitteln sowie der Freiwilligen Akademischen Gesellschaft zu, welche nach wie vor universitäre Projekte mit beträchtlichen Mitteln unterstützt. Insgesamt weisen auch die Beiträge von übrigen Dritten mit 59.9 Mio. Franken eine Zunahme um 9.1 Millionen Franken aus.
Forschung und Nachwuchs werden zudem aus dem universitätseigenen Forschungsfonds der Universität gefördert (1.5 Mio.).
Ausgeglichene Rechnung
Im Jahre 2009 ging für die Universität Basel die erste dreijährige Leistungsperiode unter der gemeinsamen Trägerschaft der Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft zu Ende. Die Zielsetzung einer ausgeglichenen Gesamtrechnung konnte dabei eingehalten werden. Das Rechnungsjahr 2009 selbst weist bei einem Gesamtaufwand von 589.3 Mio. Franken und einem Ertrag von 588.7 Mio. Franken ein leichtes Defizit von 0.6 Millionen Franken aus. Die Trägerkantone finanzieren mit insgesamt 268.5 Mio. Franken 45.6% des Universitätsbudgets. Die Beiträge des Bundes gemäss Universitätsförderungsgesetz steuern 11.8% (69.7 Mio. Fr.) bei, die übrigen Kantone, die Studierende nach Basel schicken, bezahlen entsprechend der Interkantonalen Universitätsvereinbarung (IUV) 12.0% (70.5 Mio. Fr.) des universitären Budgets. 20.5 % (120.7 Mio.) Franken entfallen auf kompetitiv eingeworbene Mitteln aus verschiedenen Forschungsorganismen und von privaten Dritten. Die restlichen 10.1% des Budgets entfallen auf Gebühren, Erträge aus Dienstleistung sowie auf den Vermögenserfolg.
Für die nächste, erstmals vier Jahre dauernde Leistungsperiode von 2010–2013 erhöhen sich die jährlichen Beiträge von den Trägerkantonen von 268.5 Mio. im 2009 sukzessive auf 315.3 Mio. Franken im Jahr 2013 (+ 46.8 Mio. Fr.). Der grösste Teil dieser Mittel wird verwendet, um die in der universitären Strategie von 2007 vorgesehenen Massnahmen zu verstärken sowie notwendige Investitionen in die Infrastruktur zu tätigen. Zudem werden diese Mittel benötigt, um den Anstieg von gebundenen Aufwendungen wie beispielsweise der Teuerung aufzufangen.
Quelle: Universität Basel