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Marktschwäche bietet Chancen für selektive Käufe

Kategorie: Finanzen | Eingetragen am 22. August 2008 um 16:55 Uhr

Die Performance des Vontobel Fund – Central and Eastern European Equity belief sich im 2. Quartal 2008 auf -3.2%. Dank der breiten Diversifikation und dem stark wertorientierten Anlagestil weist der Fonds ein deutlich geringeres Risikoprofil auf als andere osteuropäische Aktienfonds. Zudem strebt er langfristig nachhaltige Renditen auf Basis eines attraktiven Risikoprofils an. Das aktuelle Marktumfeld bietet selektive Kaufgelegenheiten. Daher haben wir unsere Liquiditätsposition von 20.9% im 1. Quartal auf 15.7% im 2. Quartal 2008 reduziert. Insbesondere im Telekom- und Agrarsektor wurden Positionen aufgestockt.

Die Performance der osteuropäischen Aktienmärkte war im 2. Quartal 2008 durchwachsen. Russland profitierte von steigenden Ölpreisen und legte in USD um 12.1% zu. Ungarn kam um 3.1% voran und der tschechische Markt um 0.6%, in erster Linie aufgrund der anhaltend kräftigen Währungsgewinne gegenüber dem USD. Die Türkei gab in USD um 2.2% nach, Rumänien um 4.4%, Bulgarien um 8.3%, Polen um 10.6% und die Ukraine um 12.5%. Steigende Inflation, verhaltenere globale Wachstumserwartungen und eine zunehmende Risikoaversion haben die Märkte unter Druck gesetzt.

Märkte und Unternehmen

In den vergangenen Monaten gerieten die osteuropäischen Volkswirtschaften in den Sog globaler Entwicklungen. Die lockere Geldpolitik der wichtigsten Zentralbanken hat weltweit für einen starken Inflationsanstieg gesorgt. Gleichzeitig verliert die globale Konjunktur infolge des Fiaskos in den westlichen Immobilien- und Kreditmärkten an Fahrt. Nicht alle dieser Entwicklungen müssen jedoch zwingend von Nachteil sein für die europäischen Schwellenländer, da es der Region zunehmend gelingt, sich von globalen Trends abzukoppeln.

Vontobel Asset Managemen

Eine hohe Inflation insbesondere bei den Rohstoffpreisen ist für die Rohstoffproduzenten wie Russland und die GUS-Staaten (Gemeinschaft Unabhängiger Staaten) von Vorteil. Russlands Wirtschaftswachstum hat sich zuletzt sogar beschleunigt, während sich das globale Wachstum abschwächt. Es sind beträchtliche Infrastrukturinvestitionen geplant und der Privatverbrauch boomt mehr denn je.

In Mitteleuropa entwickeln sich Länder wie Polen oder die Tschechische Republik ebenfalls gut. Sie profitieren von ihrer liberalen Wirtschaftspolitik und niedrigen Steuern. Ein wesentlicher Teil der industriellen Investitionen in Europa fliesst inzwischen in diese Region. Bei einer Verlangsamung der Konjunktur in Westeuropa haben die Unternehmen einen noch stärkeren Anreiz, ihre Produktion in Niedrigkosten-, Niedrigsteuer- und wachstumsstarke Länder Osteuropas zu verlagern.

Die Hausse der Rohstoffpreise hält zwar noch an, wir glauben aber, dass die Spitze des globalen Zyklus bereits hinter uns liegt. Während Rohstoffaktien mit einem KGV von 8 bis 12 für das laufende Jahr auf den ersten Blick sehr attraktiv bewertet erscheinen, resultieren die hohen Gewinne und niedrigen Multiples (KGV) aus den derzeit extrem hohen Kapitalrenditen (ROCE) von 20-40%. Wir gehen davon aus, dass sich die Vermögensrendite langfristig in einer Grössenordnung

von 10-15% – auf Höhe der Kapitalkosten – einpendeln wird und erwarten daher mittelfristig einen erheblichen Gewinnrückgang. Daraus leitet sich das Risiko eines deutlichen Kursverfalls bei Rohstoffaktien ab. Zudem steigen die Kosten für die Rohstoffproduzenten rapide an, während geplante Investitionsvorhaben zunehmend umfangreicher werden. Für die Anleger ergibt sich daraus ein äusserst geringer freier Cashflow. Nach einer Rallye von zehn Jahren finden wir im Rohstoffsektor kaum noch attraktive Titel.

Osteuropäische Finanzwerte wie Banken stehen seit mittlerweile einem Jahr unter Druck, belastet von einer international negativen Stimmung. Die Fundamentaldaten des Sektors in Osteuropa sind jedoch intakt. Die Kreditportfolien der Banken wachsen weiterhin stetig und Kreditprobleme sind eine Seltenheit angesichts der raschen Expansion der Volkswirtschaften. In den Bankbilanzen finden sich keine Subprime-Engagements. Angesichts des beunruhigenden internationalen Umfelds für Bankaktien sind wir dennoch derzeit nicht bereit, den Sektor überzugewichten.

Die meisten Immobilienaktien sind analog zum internationalen Sektor eingebrochen. Viele Titel sind von ihrer Spitze um 40-60% zurückgekommen und notieren inzwischen mit einem massiven Abschlag von 30% bis 50% zu ihrem NAV (Nettovermögenswert). Dies deutet auf einen erheblichen Rückgang der Immobilienpreise in Osteuropa hin, den wir jedoch nicht erwarten. Die meisten osteuropäischen Immobilienmärkte sind fundamental in guter Verfassung. Insbesondere in Mitteleuropa, wo die in unserem Fonds vertretenen Gesellschaften ihren Schwerpunkt haben, erscheint die Entwicklung von Angebot und Nachfrage sehr günstig – die Mieten liegen weiterhin unterhalb und die Anlagerenditen oberhalb des Niveaus vergleichbarer westeuropäischer Städte. Von risikoträchtigeren Bereichen wie der Immobilienentwicklung und eher zyklischen Ländern wie Russland, der Ukraine und Kasachstan halten wir uns weitgehend fern.

Die positive makroökonomische Entwicklung Osteuropas hat bei den industriellen Investitionen und beim Privatverbrauch einen Boom ausgelöst. Darüber hinaus werden enorme Infrastrukturinvestitionen realisiert und für die nächsten Jahre sind viele weitere geplant. Uns gefallen vor allem Sektoren, die von diesen starken binnenwirtschaftlichen Trends profitieren. Zu den attraktivsten Titeln gehören Telekombetreiber, die beeindruckende Dividendenrenditen von rund 10% bieten. Da der Privatverbrauch boomt und die Marktdurchdringung auf der Produktseite noch immer deutlich unter dem westlichen Niveau liegt, interessieren wir uns zudem für Konsumgüterproduzenten wie Pharmahersteller oder Nahrungsmittelproduzenten.

Neue oder aufgestockte Positionen

Hravtski Telekom (Kroatien, Telekommunikation): Die Gesellschaft ist der grösste Telekombetreiber in Kroatien. Der Titel hatte im 2. Quartal 2008 kräftig korrigiert und wies eine attraktive Bewertung auf. Insgesamt ist das osteuropäische Telekommunikationsgeschäft defensiv und von einer hohen Prognosesicherheit geprägt. Cashflows und Dividenden sind seit Jahren stabil.

Trigon Agri (GUS, Agrarsektor): Trigon Agri ist ein führender integrierter Hersteller von Getreide- und Molkereirohstoffen mit Betrieben in der Ukraine, in Russland und in Estland. Die Gesellschaft bildet ein günstiges Engagement im boomenden Agrarsektor in der Region der GUS-Staaten.

Turk Telekomunikasyon (Türkei, Telekommunikation): Der etablierte türkische Telekombetreiber kam im 2. Quartal 2008 an die Börse. Uns gefallen der hohe freie Cashflow der Gesellschaft, ihre interessanten Wachstumsperspektiven, die geringe Bewertung sowie die attraktive Dividendenrendite.

Veräusserte oder reduzierte Positionen

Erste Bank (Mittel- und Osteuropa, Banken): Erste Bank ist eine führende Retail Banking Gruppe in Mitteleuropa. Nachdem der Titel im 2. Quartal deutlich zugelegt hatte, veräusserten wir unsere Position wieder.

Meinl Airports International (Mittel- und Osteuropa, Infrastruktur): Ziel der Gesellschaft ist es, Anleger an den prognostizierten hohen Wachstumsraten im Luftverkehr und im Flughafenbereich in Mittel- und Osteuropa teilhaben zu lassen. Aufgrund eines kräftigen Rückgangs in der Liquidität des Titels sind wir aus der Position ausgestiegen.

Kommentar des Portfoliomanagers

Wir verfolgen einen ausgesprochen wertorientierten, risikobewussten Ansatz und vermeiden in der Regel Anlagen in illiquiden, risikoträchtigen Titeln. Wir achten auf eine breite Diversifizierung des Portfolios, sowohl geografisch als auch nach Sektoren. Daher weist der Fonds eine der niedrigsten Volatilitäten (Standardabweichung der Renditen) aller osteuropäischer Aktienfonds auf. Morningstar zufolge betrug die Volatilität im Dreijahreszeitraum per 30. Juni 2008 lediglich 10.48%.

Der Vontobel Fund – Central and Eastern European Equity ist darauf ausgerichtet, von nachhaltigen Wachstumstrends in Osteuropa zu profitieren. Aus diesem Grund liegt ein Anlageschwerpunkt im Konsumgütersektor sowie in angrenzenden Bereichen. Osteuropäische Rohstofftitel sind aus unserer Sicht aktuell stark überbewertet und wir gehen in diesem Segment mittelfristig von einer kräftigen Korrektur aus. Daher investiert der Fonds derzeit nur in begrenztem Umfang in den Rohstoff- und den Energiesektor.

Die Bewertungen der im Fonds enthaltenen Titel sind mit einem durchschnittlichen KGV von 12 weiterhin attraktiv. Durch eine Konzentration unserer Anlagen auf Konsumgüter- und konsumnahe Bereiche bietet unser Fonds einen hervorragenden Zugang zum strukturellen Wachstum der mittel- und osteuropäischen Region, ohne das unkalkulierbare Risiko, das bei den Rohstoffwerten besteht, die in den vergangenen Jahren extrem stark gestiegen sind.

Wichtige rechtliche Hinweise:
Die vorliegende Dokumentation ist keine Offerte zum Kauf oder zur Zeichnung von Anteilen. Zeichnungen von Anteilen an Teilfonds des luxemburgischen Vontobel Fund, SICAV erfolgen nur auf der Grundlage des Prospektes, der vereinfachte Prospekte, der Statuten sowie des Jahres- und Halbjahresberichtes (Italien zusätzlich Documento Integrativo und Modulo di Sottoscrizione). Diese Unterlagen sind kostenlos bei der Vontobel Fonds Services AG, Dianastrasse 9, CH-8022 Zürich, bei der Raiffeisen Schweiz Genossenschaft, Raiffeisenplatz, CH-9001 St. Gallen, bei der Bank Vontobel Österreich AG, Rathausplatz 4, A-5024 Salzburg und bei B. Metzler seel. Sohn & Co. KGaA, Grosse Gallusstrasse 18, D-60311 Frankfurt/Main, und bei den autorisierten Vertriebsstellen in Italien oder am Sitz des Fonds in Luxemburg erhältlich.

Potenzielle Anleger werden darauf aufmerksam gemacht, dass Anlagen in den Vontobel Fund – Central and Eastern European Equity mit einem höheren Risiko verbunden sind. Aktienmärkte und Volkswirtschaften in aufstrebenden Märkten (Emerging Markets) sind allgemein volatil. Zudem können Anlagen des Fonds in gewissen aufstrebenden Märkten von politischen Entwicklungen und/oder Änderungen der Gesetzgebung, Steuern und Devisenkontrollmassnahmen der jeweiligen Länder beeinträchtigt werden. Der Anleger wird daher darauf aufmerksam gemacht, den Risikohinweis im Verkaufsprospekt zur Kenntnis zu nehmen.

Quelle: Vontobel



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